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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Branchen

KI übernimmt immer mehr Routinearbeiten

Von Claudia Burger, Regine Bönsch | 7. Dezember 2017 | Ausgabe 49

Lernende Systeme drängen in alle Industriezweige. Sie verändern auch das Personalwesen und das alltägliche Leben.

KI Bildnachweis
Foto: panthermedia.net /kokandr

Die Auguren von Abi Research wagen einen Blick in die Zukunft. Im Jahr 2022 werden weltweit beinahe eine 1 Mio. Unternehmen KI-Technologien einsetzen. Heute sind es ganze 7000, so die Forscher. Keine Branche kommt ohne vermeintliche KI-Lösungen oder Machine Learning aus. Wir stellen in der unten stehenden Bildergalerie exemplarisch einige Industriezweige vor, die schon jetzt auf künstliche Intelligenz setzen oder deren Zukunft sich durch KI dramatisch ändern wird. In Verkehrs- und bei Sicherheitslösungen spielen lernende Systeme bereits eine große Rolle, in der Industrie ist absehbar, wie selbsttätig agierende Maschinen das Kommando übernehmen.


Keine Angst vor Kollege Roboter beschwört Nils Müller, Gründer des Zukunftsforschungsinstituts Trendone: „Künstliche Intelligenz wird immer mehr Routinearbeiten übernehmen und schafft damit Raum für die Kernaufgaben.“ Intelligente Software werde die Arbeit in allen Bereichen unseres Lebens verändern. „Der Einsatz von sogenannten Artificial Coworkern wird sogar neue Berufe schaffen,“ orakelt Müller.

Inessa Seifert von der VDI/VDE Innovation und Technik GmbH arbeitet mit Leo Wangler vom Institut für Innovation und Technik aktuell an einer Studie zu den Potenzialen der künstlichen Intelligenz (KI) in der Industrie 4.0 in Deutschland, die im April 2018 veröffentlicht werden soll. Gerade die Großunternehmen beschäftigten sich intensiv mit KI-Technologien. Die Start-up-Szene sei ebenfalls im Bereich KI aktiv. Zahlreiche Anwendungen, beispielsweise bei Personalrekrutierung, Projektmanagement oder Kundenbetreuung, würden von dynamischen Start-ups entwickelt. Im süddeutschen Raum seien Start-up-Unternehmen überwiegend im industriellen Kontext aktiv, zum Beispiel in der Robotik. Deutschland sei im Forschungsfeld Robotik führend. Aber: „Unsere Experten waren sich allerdings einig, dass die USA in der Erforschung und Entwicklung der KI-Algorithmen gegenüber Deutschland circa zwei Jahre voraus sind.“ Noch beherrschten jedoch die amerikanischen IT-Konzerne die sicherheitskritischen Anwendungen für die Hardwarebasis nicht. „Hier liegen die Stärken der deutschen Unternehmen“, so Seifert.

Führungskräfte in der deutschen Industrie trauen der künstlichen Intelligenz zu, Entscheidungsprozesse deutlich zu verbessern – für ersetzbar halten sie sich jedoch nicht. Das hat die Studie der LAB & Company mit der Technologiemanagement-Expertin der Universität Kassel, Sabrina Schneider, ergeben. Befragt wurden dabei branchenübergreifend rund 200 Topmanager in Unternehmen. Der überwiegende Teil der Studienteilnehmer (92 %) kann sich die KI insbesondere in der Rolle eines Entscheidungsvorbereiters gut vorstellen: So würden sie bei einer strategischen Fragestellung eine nach rationalen Gesichtspunkten optimale Lösung von der Software ermitteln lassen, die finale Entscheidung jedoch selbst treffen.

Generell gilt: Die Unternehmen müssen ihre Strukturen ändern. Wirtschaftsingenieur Adrian Weiler, CEO des Beratungsunternehmens Inform, ist der Ansicht, dass Manager in Zukunft stärker strategisch gefordert werden. „Algorithmen können optimale Entscheidungen vorschlagen, doch nur, wenn der Manager vorher ein klares Ziel dafür definiert hat.“

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