Start-up 28. Nov 2022 Von Jörn Schumacher

Fein-Games-Gründerin Franziska Zeiner über Computerspiele von Frauen für Frauen

Computerspiele werden immer noch größtenteils von Männern und für Männer gemacht. Daran will das Spieleentwicklerunternehmen „Fein Games“ aus Berlin etwas ändern. „Frauen werden in Spielen oft unrealistisch repräsentiert, ihre Lebensrealität kommt nicht vor. Da spielen wir nicht mehr mit“, sagt Mitbegründerin Franziska Zeiner im Interview.

Fein-Games-Mitgründerin Franziska Zeiner (r.) hat mit ihrem Team eine klare Mission: Spiele für Frauen entwickeln. Denn die spielen bei den großen Studios als Zielgruppe oft nur eine untergeordnete Rolle.
Foto: Fein Games

VDI nachrichten: Hallo Franziska, du bist Mitgründerin des Spielestudios „Fein Games“. Was bedeutet der Name?

Franziska Zeiner: In der Spielebranche geht es fast immer darum, noch größer und stärker zu sein als die anderen. Da steht „Fein“ für ein gewisses Understatement, aber auch für etwas Besonderes. Wir haben nicht kleinere Ambitionen, aber wir müssen sie nicht in Großbuchstaben hinausposaunen.

Was ist eure Mission?

Wir haben uns 2020 gegründet und entwickeln Spiele, in denen wir Geschichten erzählen, mit denen sich vor allem Frauen identifizieren können. Konventionelle Computerspiele sind nun einmal sehr oft sexistisch und herablassend Frauen gegenüber. Und da wollen wir einfach nicht mitspielen.

Computerspiele werden meist nicht für Frauen entwickelt

Wer ist „wir“?

Ich habe das Unternehmen zusammen mit Lea Schönfelder gegründet, die ich vor neun Jahren auf einer Gamescom kennengelernt habe. Sie war früher bei Ustwo Games, ich war bei Wooga und danach bei Huuuge Games.

Gibt es Spiele für eine weibliche Zielgruppe nicht bereits?

Es gibt Spiele für Frauen. Eigentlich sind ja alle Spiele für alle Menschen. Aber natürlich gibt es Zielgruppen und danach richtet sich beispielsweise die Werbung aus. Alle Ausgaben von Candy Crush etwa werden vor allem von Frauen gespielt, aber das ist eher ein Nebeneffekt, das war wohl zu Beginn nicht die Idee hinter dem Spiel. Außerdem werden gerade in Deutschland Computerspiele etwas stiefmütterlich behandelt. Film, Theater, Bücher und Serien gelten als Kulturgut, aber Computerspiele scheinen nur etwas für Jungs auf der LAN-Party zu sein. Auch in meinem Umfeld gibt es viele Frauen, die sagen: Spiele sind nichts für mich. Ich bin überzeugt, das liegt auch am Angebot. Denn wie werden Frauen in Spielen denn repräsentiert? Da geht es nicht nur um die Darstellung der Körper von Frauen, die manchmal sexistisch ist, sondern auch um Fragen wie: Welche Lebensrealität wird dort abgebildet, welche Geschichten werden da erzählt?

Worum geht es in Eurem ersten Spiel, an dem Ihr derzeit arbeitet?

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