TK-Studie: 1200 Führungskräfte befragt 03. Sep 2020 Von Claudia Burger

Gesundheit der Mitarbeiter im Blick

Führungskräften kommt bei den Themen Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Das zeigt die deutsche Arbeitgeberstudie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, der Techniker Krankenkasse (TK).


Foto: panthermedia.net / focuspocusltd

Die Veränderungen in der Arbeitswelt durch Industrie 4.0 und die Digitalisierung sind gravierend. Changeprozesse sind das neue „Normal“. Die Digitalisierung verändert Kommunikation, Abläufe und Prozesse. Corona hat diese Entwicklung noch beschleunigt. Arbeitgeber mussten ihren Beschäftigten im Blitzverfahren mobile Arbeit ermöglichen. Videokonferenzen gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Besonders den Führungskräften kommt bei den Themen Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Das zeigt die bisher nach eigenen Angaben „größte deutsche Arbeitgeberstudie“ zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), „#whatsnext2020 – Erfolgsfaktoren für gesundes Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt“, der Techniker Krankenkasse (TK) in Kooperation mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und der Haufe Group. So sagen laut Studie sechs von zehn befragten Arbeitgebern (59,9 %), dass Führungskräfte von großer bzw. eher großer Bedeutung für die Gesundheit der Belegschaft seien. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Gerade jetzt in Corona-Zeiten kommt es neben den klassischen betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen wie zum Beispiel der Einrichtung eines ergonomischen Arbeitsplatzes vor allem auf die Soft Skills der Führungskräfte an. Wertschätzung, klare Kommunikation sowie Transparenz der Entscheidungen – das sind alles wichtige Faktoren, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen.“ Dies zahle sich auch für die Gesundheit aus.

Gesunde Führung – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Bereits in der ersten #whatsnext-Studie von 2017 gaben rund 80 % der Befragten an, dass Führungskräfte die wichtigste Stellschraube für das Wohlbefinden der Belegschaft seien. Allerdings liegt eine große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Nur rund 40 % der Unternehmen bieten bereits jetzt Maßnahmen an, um Führungskräfte für dieses Thema zu sensibilisieren und fit zu machen. Interessanterweise sind es gerade die Führungskräfte selbst, die der Umsetzung von Maßnahmen noch häufig im Wege stehen. So gaben 64,3 % der Befragten als Grund für fehlende Maßnahmen mangelndes Engagement der Führungskräfte an, gefolgt von „keinen Bedarf bzw. keine Bedeutung“ (56,4%). Nur ein Viertel der Befragten (25,2%) nannte mangelnde personelle Ressourcen.

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Für die Studie wurden im Zeitraum vom 17. Februar bis 31. März 2020 rund 1200 Geschäftsführer, Personal- und Gesundheitsverantwortliche aus der freien Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu der Bedeutung und dem Stand der Umsetzung ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) befragt. Themengebiete waren unter anderem: gesunde Führung, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, mobile Arbeit, lebenslanges Lernen, Förderung von konzentriertem Arbeiten, Digitale Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sowie Schlaf und Erholung. Beispiel Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Rund 70 % der befragten Einrichtungen gaben an, bereits Maßnahmen dafür umzusetzen. Dazu gehören z. B. flexible Arbeitszeiten (93,8%), Teilzeitmodelle (90,6%), mobile Arbeit (68,3%) sowie Vertrauensarbeitszeit (48,1%). Auf der Kehrseite bedeutet das aber auch, dass fast ein Viertel der Befragten (23,2%) noch gar keine Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in ihrem Unternehmen umsetzt. Die drei Hauptgründe: kein Bedarf (49,6%), fehlendes Engagement der Führungskräfte (44,2%) sowie zu wenig Informationen über den Nutzen (35,4%). Insgesamt gaben eher große Organisationen an, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Privatleben zu bieten (79,9%) als mittlere (64,5%) und kleine (62,1%).

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