Porträt der Woche 22. Aug 2022 Von Martin Ciupek

Neuer Vorstandsvorsitzender von Bosch Rexroth zeigt Drang zur Weiterentwicklung

Fast wäre der neue Vorstandsvorsitzende von Bosch Rexroth, Steffen Haack, Lehrer geworden. Aber es kam anders.

„Hydraulik ist als großer, stabiler Teil unseres Geschäfts weiterhin von hoher Bedeutung“, sagt Steffen Haack (56). Er ist seit 1. August 2022 Vorstandsvorsitzender des Antriebs- und Steuerungsspezialisten Bosch Rexroth AG.
Foto: Bosch Rexroth

Neugier und der Spaß an neuen Herausforderungen sind der Antrieb von Steffen Haack, dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Bosch Rexroth AG. Das zeigte sich schon vor seinem Berufsstart, als er in Erfurt zunächst Lehramt für Technik und später Maschinenbau studierte. „Während des Praktikumsjahres an der Schule stellte ich fest, dass sich die Dinge immer wiederholen und kaum Änderungen und Weiterentwicklungen im Lehrstoff zugelassen wurden. Ich konnte also meine Neugier und den Drang nach Weiterentwicklung nicht stillen“, erinnert sich Haack. Nach seiner Diplomarbeit bekam er die Möglichkeit, auf dem Gebiet der Fluidtechnik zu promovieren. So war sein Weg für den heutigen Hydraulik- und Automatisierungsspezialisten vorgezeichnet.

Haack setzt sich für technische Bildung ein und hat Lehraufträge für Fluidmechatronik

Den Bezug zur Lehre hat er dennoch nicht verloren. Er hat Lehraufträge im Fachgebiet der Fluidmechatronik, z. B. an der TU Dresden. Und auch als Manager beschäftigt er sich mit Bildungsfragen. „Es mangelt an Lehrern und technischer Bildung – insbesondere an den Gymnasien, sogar schon an der Grundschule. Von Fluidtechnik als Lehrinhalt ganz zu schweigen.“

Steffen Haack

Er stellt fest: „In der gewerblichen Ausbildung, an den Fachhochschulen und Universitäten wird Fluidtechnik gelehrt, aber es gibt aktuell in Deutschland keinen Masterstudiengang.“ Gerade außerhalb der eigentlichen Fertigung – also in der Entwicklung von Produkten und der dazugehörigen Software – führe das zu Schwierigkeiten, entsprechende Stellen zu besetzen. Hier wechselt er in seine Rolle als Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Fluidtechnik im Maschinenbauverband VDMA, bei dem sich eine Arbeitsgruppe für die Aus- und Weiterbildung einsetzt. „Zunächst wollen wir Industrie und Hochschulen enger zusammenbringen, auch um die benötigten Lehrinhalte abzustimmen“, beschreibt er das Vorgehen. „Wir werden einen zielgerichteten Bildungsfond einrichten, der junge Talente in ihrer Aus- und Weiterbildung unterstützt“, fügt er hinzu.

Hydraulik dominiert den Lebenslauf des Maschinenbauingenieurs

Blickt man auf Haacks Lebenslauf, hat die Hydraulik die größte Präsenz. Nach seinem Studium begann er 1992 als Technischer Leiter und Prokurist bei einem Hydraulikunternehmen in Erfurt. 1996 wechselte er zur Robert Bosch GmbH in Schwieberdingen, wo er als Gruppenleiter im technischen Branchenvertrieb Hydraulik einstieg. Mit der Übernahme der damaligen Mannesmann Rexroth AG im Jahr 2001 und der Fusion der Automatisierungssparte von Bosch wurde er bei der neuen Bosch Rexroth AG Projektleiter für die Integration der Industriehydraulik. Es folgten Führungstätigkeiten in der Industrieautomation und Solarenergie. Nachdem er zwischenzeitlich bereits zwei Jahre Mitglied im Bosch-Rexroth-Vorstand war, ist er dort seit vorigem Jahr für Entwicklung zuständig und Leiter des Produktbereichs New Business. Seit 1. August 2022 ist er Vorstandsvorsitzender und hat Rolf Najork abgelöst.

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