Studie der Techniker Krankenkasse 30. Apr 2021 Von Claudia Burger

Onlinestudium stresst den akademischen Nachwuchs

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) strengt die digitale Kommunikation mit Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie mit Lehrkräften die Studierenden an und mindert die Motivation. Zudem führt der Lockdown zu gesundheitlichen Problemen.


Foto: panthermedia.net / GaudiLab

Onlinevorlesung, Lerngruppe per Videokonferenz, geschlossene Bibliotheken: Durch den Corona-Lockdown hat sich auch die Hochschulwelt komplett verändert. Fast alles, was vor Corona analog stattgefunden hat, gibt es jetzt nur noch digital. Die digitale Lehre macht den Studierenden zu schaffen. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) strengt die digitale Kommunikation mit Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie mit Lehrkräften – zum Beispiel durch Videokonferenzen – mehr als die Hälfte der Studierenden (54 %) an. Wobei Studentinnen mit 60 % noch mehr betroffen sind als Studenten (49 %). Ebenfalls rund die Hälfte der Befragten (47 %) gab an, dass es ihnen schwer fällt, sich für das eigenständige Arbeiten zu motivieren. Das stellt wiederum für die männlichen Studierenden (51 %) eine größere Herausforderung dar im Vergleich zu den Studentinnen (42 %). Befragt wurden 303 Studierende im Alter zwischen 18 und Mitte 30. Auch wenn der Großteil der Studierenden nach eigenen Angaben generell gut mit den neuen Onlineangeboten umgehen kann (84 %), geben gleichzeitig acht von zehn Befragten (83 %) an, dass persönliche Gespräche mit anderen im Studium durch nichts zu ersetzen seien. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: „Das Onlinestudium durch Corona fordert den jungen Studierenden einiges ab. Auch wenn technisch vieles möglich ist, hat die rein digitale Lehre auch ihre Schattenseiten und kann die Lebenszufriedenheit der Studierenden belasten.“

Hinweise auf depressive Verstimmung

Das Wohlbefinden der Studierenden ist generell durch den Lockdown in Mitleidenschaft gezogen, das hat auch eine Umfrage der Technischen Universität München (TUM) ergeben. Bereits bei einer ersten Befragung zur Belastung durch die Coronapandemie im Frühjahr 2020 gaben 72 % der befragten Studierenden der TUM an, dass es ihnen während des Lockdowns schlechter ging, als vor der Ausgangsbeschränkung. Die gleiche Befragung wurde im Winter 2020/2021 wiederholt. „Nach zehn Monaten Lockdown, hat sich die Situation für die Studierenden noch einmal verschärft“, erklärt Thorsten Schulz vom Studentischen Gesundheitsmanagement (SGM) der TUM, der die Befragung durchgeführt hat. „In fast allen Bereichen hat die Lebenszufriedenheit der Studierenden signifikant abgenommen.“ Rund 80 % der Befragten haben sogar sogenannte „abklärungsbedürftige“ Werte. Das sind Werte, die auf eine mögliche depressive Verstimmung hinweisen können. 

„Um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Studierenden in dieser herausfordernden Situation zu stärken, ist es wichtig, ihnen Unterstützung anzubieten“, so Baas. Hier können zum Beispiel Hochschulprojekte zum studentischen Gesundheitsmanagement mit gezielten Angeboten zur Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen in der Pandemiezeit wertvolle Arbeit leisten. „Wir als Krankenkasse unterstützen zahlreiche solcher Projekte und Angebote fachlich, inhaltlich und auch finanziell.“

So bietet zum Beispiel die TU München in Kooperation mit der TK ihren Studierenden und Hochschulmitarbeitenden kostenlose Onlinebewegungskurse und -meditationskurse sowie eine 28-Tage-Challenge aus dem Bereich Mental Health zur Stärkung der Achtsamkeit und Entschleunigung an. Und die Technische Universität Kaiserslautern unterstützt im Rahmen des SGM mit ihrem ganzheitlichen Onlineprogramm „Gemeinsam durch einsame Zeiten“ die Studierenden mit einer Mischung aus Bewegungs- und Entspannungskursen sowie digitalen Gesprächsrunden zu den Themen Einsamkeit, Umgang mit Angst, „Digital Overload“ sowie zu Motivationsproblemen. 

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