Kreislaufwirtschaft 07. Dez 2022 Von Bettina Reckter

Beton: Herstellung mit einem Anteil von bis zu 25 % Recyclingmaterial möglich

Die Betonherstellung ressourceneffizient zu gestalten, das gelang dem Forscherteam Anja Tusch und Jonas Lillig von der TU Kaiserslautern. Für ihre Arbeit erhielten sie den Otto von Guericke-Preis 2022.

Neuer Beton darf laut Norm zurzeit nicht mehr als 5 % wiedergewonnene Gesteinskörnung enthalten.
Foto: PantherMedia / jonson

Der wichtigste Baustoff der Welt besteht aus drei Hauptkomponenten: Zement, Wasser und Gesteinskörnung. Doch der so hergestellte Beton ist alles andere als ressourceneffizient, denn die Zementproduktion ist energieintensiv und Altbeton wird bisher nur selten erneut verwendet. Jetzt aber haben sich Anja Tusch und Jonas Lillig von der Technischen Universität Kaiserslautern des Themas angenommen.

In ihrem Forschungsprojekt „Steigerung des Frischbetonrecyclings in der Transportbetonindustrie“ konnten sie zeigen, dass eine Ressourcenschonung durch kreislaufgerechte Verwendung von Restbeton möglich ist. Dafür wurde das junge Forscherteam am 30. November mit dem Otto von Guericke-Preis 2022 ausgezeichnet. Den mit 10 000 € dotierten Preis vergibt das Forschungs- und Transfernetzwerk AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. für besondere Innovationsleistungen auf dem Gebiet der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), die vom Bundeswirtschaftsministerium mit öffentlichen Mitteln gefördert wird.

Die glücklichen Preisträger: Anja Tusch und Jonas Lillig von der TU Kaiserlautern erhielten für ihre Arbeit zu ressourceneffizientem Recyclingbeton den Otto von Guericke-Preis 2022.
Foto: www.fotografie-schulzki.de

Neuer Beton darf aktuell nur wenig Recyclingmaterial enthalten

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr allein 300 000 Wohnungen gebaut. Hinzu kommen Häuser, öffentliche Gebäude, Straßen und Brücken. Doch die Baubranche ist rohstoff- und energieintensiv, vor allem die Herstellung von Beton. „Bei der Transportbetonproduktion fallen Überschuss- und Restmengen an, die dem Wertstoffkreislauf relativ einfach wieder zugeführt werden können, wenn Restwasser und Gesteinskörnung in einer Recyclinganlage getrennt werden“, erklärt Wolfgang Breit, Fachgebietsleiter Werkstoffe im Bauwesen, Fachbereich Bauingenieurwesen der TU Kaiserslautern.

Recyclinganlagen gibt es in fast allen Werken. Dennoch darf neuer Beton zurzeit laut Norm nicht mehr als 5 % wiedergewonnene Gesteinskörnung enthalten. Fürs Recycling ist das eine Art Todesurteil. „Aus Sicht der Hersteller ist eine Entsorgung des gewonnenen Materials aktuell fast immer einfacher umzusetzen als dessen Wiederverwendung“, so Breit weiter.

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