Nachhaltiges Bauen 13. Sep 2022 Von Kathleen Spilok Lesezeit: ca. 6 Minuten

Botanik: Wenn Bäume Häuser designen

Mit grüner Architektur die Welt besser machen – aus lebendigen Bäumen schafft der Architekt Ferdinand Ludwig Gebäude, die dem Klima guttun.

Der Platanenkubus in Nagold besteht aus rund 1000 Platanen, die über mehrere Etagen gepflanzt wurden.
Foto: Ferdinando Iannone

Wer mit Ferdinand Ludwig einen Spaziergang im Wald macht, braucht Geduld. Er weicht vom Weg ab, stürzt auf Bäume zu, wann immer er eine Besonderheit entdeckt: Verwachsungen in einer Baumkrone oder einen besonderen Ast. „Ich versuche auch immer, die Bäume in ihrer zeitlichen Veränderung zu verstehen“, sagt er. In seinem Kopf läuft ein Film im Zeitraffer ab. Wie sah der Baum vor 20 Jahren aus? Wie sieht er zukünftig aus? Warum ist da ein Ast abgebrochen? „Das sind Sachen, die mein Hirn belasten, wenn ich durch den Wald laufe“, erzählt Ludwig. Er ist Architekt, in gewissem Sinne Gärtner und ein bisschen Rebell.

Ferdinand Ludwig forscht und lehrt an der TU München (TUM), pendelt zwischen den Standorten München und Weihenstephan. Heute ist die Forst- und Gärtnerdependance in Weihenstephan dran. Sie heißt nicht umsonst „grüner Campus“: Zwischen saftig grünen Wiesen und knallgelben Rapsfeldern verteilen sich Gewächshäuser und Gebäude aus Holz in allen Größen und Ausführungen.

Drei riesige Gartenzwerge, die jemand auf hohe, goldene Säulen gestellt hat, beobachten das Treiben von oben. Seit März 2017 geht Ludwigs Spezialgebiet Baubotanik am Lehrstuhl für Grüne Technologien und Landschaftsarchitektur der TUM auf. Den Begriff und das Forschungsfeld hat der 42-Jährige vor 15 Jahren geprägt. Da hatte er gerade sein Architekturstudium an der Uni Stuttgart begonnen.

Verwachsungsversuche mit 70 Baumpaaren

Nach München ist er mit zwei 40-Tonner-Lkw angereist. Sie hatten Ludwigs Verwachsungsversuche aus Stuttgart-Hohenheim geladen. 70 Baumpaare, die nun auf einer Wiese in Weihenstephan stehen. Es sind wertvolle Langzeitversuche, denn Baumwachstum braucht seine Zeit. Seine Studierenden lernen Aspekte von Wachstum, Zeitlichkeit und natürlicher Dynamik bei ihm.

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