Modernisierung der Panzergrenadiere 05. Mrz 2020 Von Peter Steinmüller

Bundeswehr demonstriert Fähigkeiten des Schützenpanzers Puma

Mit dem Puma erhalten die Panzergrenadiere ein wesentlich leistungsfähigeres Waffensystem. Damit steigen auch die Anforderungen an die Soldaten.

"Wechsel der Gefechtsart" nennen Panzergrenadiere es, wenn sie blitzartig ihren Schützenpanzer Puma verlassen, um zu Fuß zu kämpfen. Dank der elektronischen Ausstattung des Puma konnten sie sich bereits auf einem Monitor ansehen, was sie draußen erwartet.
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Der Schützenpanzer Puma wiegt 43 t und ist mit einem Stückpreis von fast 9 Mio. Euro auch beim Preis Weltspitze.
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Einweisung für die Journalisten am Sandkasten vor der Schießbahn. Der Kompaniechef der Puma-Einheit trägt vor der Brust ein Tablet, auf dem ihm in Echtzeit die Position der eigenen und der feindlichen Einheiten auf einer digitalen Landkarte angezeigt werden.
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Die technische Aufrüstung führt dazu, dass der Infanterist immer mehr zu schleppen hat. Waffen, Schutzausstattung und Kommunikationsausrüstung lassen die Last auf 35 kg wachsen.
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Mit der Einführung des Pumas ist auch eine verbesserte Ausstattung der Grenadiere unter dem Stichwort „Infanterist der Zukunft“ vorgesehen. Eine Soldatin mit Granatwerfer beobachtet das Vorfeld während eines Gefechtsschießens.
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Der Puma tritt die Nachfolge des Marders an, der mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt ist. Hier überquert ein Marder eine Panzerschnellbrücke, eingewiesen vom Kommandanten des Brückenlegepanzers.
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Trotz der modernen Fahrzeuge: Scharfschützen bewegen sich immer noch viel zu Fuß über das Gefechtsfeld. Einziger Schutz ist ihre aufwendige Tarnung.
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Beim Gefechtsschießen wird auch der Umgang mit Verwundeten geübt. Hier wird ein simulierter Verletzter für den Transport aus der Gefahrenzone vorbereitet.
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Wesentlich weniger Probleme als der Puma bereitet der Transportpanzer Boxer. Der Radpanzer ist das Fahrzeug der Jägertruppe. Anders als der Puma. Dient er nur als „Gefechtsfeldtaxi“. Im Kampf müssen die Infanteristen weitgehend ohne seine Unterstützung auskommen.
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Ohne Verpflegung keine Bewegung. Mit einem EPA (Ein-Mann-Packung) soll ein Soldat einen Tag durchhalten. Mittlerweile gibt es Varianten für Vegetarier und Muslime.
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Die Schnellbrücke klemmt. Minutenlang montiert der Kommandant des Brückenpanzers an der Verriegelung der beiden Brückenteile herum, bevor die wartenden Schützenpanzer Marder vorrücken können. Die Episode auf dem Truppenübungsplatz Bergen bei einem Gefechtschießen des Panzergrenadierbataillons 212 ist symptomatisch für den Zustand der Bundeswehr: Demonstriert werden sollte, welchen riesigen Sprung die Ablösung des 50 Jahre alten Schützenpanzers Marder durch den Puma bedeutet. Trotzdem wird deutlich, dass es bei der Bundeswehr immer wieder klemmt. Der Marder hat mittlerweile eine halbes Jahrhundert im Einsatz hinter sich, Generationen von Zeitsoldaten und Wehrpflichtigen haben mit ihm Fahren, Kämpfen und Schießen geübt.

Probleme mit Antriebsstrang und Laufwerk

Sein Nachfolger Puma hat seit Jahren den Ruf des Pleiten-Pech-und-Pannen-Panzers weg. Ständige Kostensteigerungen, Nachrüstungen und technische Probleme beschäftigten Presse und Politik. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Belüftung geändert werden musste, um den Einsatz hochschwangerer Soldatinnen zu erlauben – eine Behauptung, der die Bundeswehr entschieden widersprach. Nach der Vertragsunterzeichnung zwischen den Herstellern Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall Landsysteme und der Bundeswehr im Jahr 2004 stellten sich rasch Probleme mit Antriebsstrang und Laufwerk heraus, die das Projekt um zwei Jahre verzögerten. Einsparungen im Verteidigungshaushalt führten dazu, dass das Verteidigungsministerium statt der geplanten 405 nur noch 350 der Schützenpanzer abnehmen wird. Das Absenken der Produktionszahlen bei gleichzeitigem Umlegen der Entwicklungskosten führten dazu, dass der Puma die unrühmliche Spitzenposition als weltweit teuerster Schützenpanzer hält. Jedes Exemplar kostet knapp 9 Mio. €.

Feuerleitanlage hält Maschinenkanone stets im Ziel

Für dieses Geld enthält die Panzertruppe ein Hightechgerät, das ihre Kampfweise grundlegend verändert, wie sie den Journalisten in Belsen eindrucksvoll demonstrierte. Die 30-mm-Bordkanone verleiht dem Puma eine enorme Feuerkraft auf bis zu 3000 m. Die Feuerleitanlage hält die stabilisierte Kanone unabhängig von Fahrtrichtung und Bodenbeschaffenheit im Ziel. Damit kann der Puma aus der Fahrt heraus präzise seine Ziele treffen. Der Marder dagegen muss vor dem Einsatz seiner Bordkanone immer anhalten. Der Leopard II indes verfügt bereits seit seiner Einführung vor 40 Jahren über eine stabilisierte Bordkanone. Dank seines starken 800-KW-Motors von MTU kann der 43 t schwere Puma mit dem Leopard mithalten – damit ist eine alte Forderung der Panzertruppe erfüllt.

Die technische Hochrüstung verändert auch die physischen und psychischen Anforderungen an die Soldaten. Galten Panzergrenadiere traditionell nicht als die intellektuell anspruchsvollste Truppengattung, hat sich das Bild gewandelt. Auf dem Puma dienen keine freiwillig Wehrdienstleistenden mehr, dafür sind die verlangten Qualifikationen zu hoch. Nach Dienstschluss ist Pumpen im Fitnessstudio der Kaserne angesagt, nicht mehr Stubenabend mit vier Kästen Bier, versichert ein altgedienter Unteroffizier.

Tags: Bundeswehr

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