McKinsey-Studie 03. Mrz 2020 Von Regine Bönsch

Europa wird zum Hotspot der E-Mobilität

Allen Unkenrufen zum Trotz zeigen die Analyse und Prognose der Unternehmensberatung McKinsey, dass deutsche Hersteller ab 2021 Weltmarktführer für Elektro-Autos werden dürften.


Foto: Bosch

Europa wird zum Hotspot der Elektromobilität, das attestieren Forscher der Unternehmensberatung McKinsey. Die Verkäufe von batterieelektrischen Autos und Plug-in-Hybriden stiegen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 44 % auf über 600 000 Fahrzeuge. Damit sticht Europas Entwicklung weltweit heraus: In China nahmen die E-Auto-Verkäufe nur um 3 % auf 1,2 Mio. zu, in den USA schrumpfte der Markt sogar um 12 % im Vergleich zum Vorjahr auf gut 300 000 Autos.

Insgesamt wurden 2019 weltweit 2,3 Mio. E-Autos verkauft, das sind 9 % mehr als 2018. Durch die anhaltende Dynamik konnte Europa seinen Weltmarktanteil auf über ein Viertel steigern. E-Autos erreichten 2019 einen Anteil von 2,8 % aller Neuzulassungen. Norwegen als reifster E-Auto-Markt in Europa behält neben China auch die Führung im Electric Vehicle Index von McKinsey. Mit diesem Index untersuchen die Marktforscher seit 2010 zwei wichtige Dimensionen bei der E-Mobilität, die Markt- und die Industrieseite. Und das in 15 verschiedenen Nationen – von China und Deutschland über Frankreich und Japan bis hin zu Südkorea und den USA.

CO2-Grenzwerte bringen Dynamik in den Markt

„China bleibt weiterhin der größte Markt in der Welt, das Angebot lokaler chinesischer Produkte ist deutlich gestiegen“, erklärte dazu Nicolai Müller, Seniorpartner im Kölner Büro von McKinsey. „Allerdings hat in Europa die Nachfrage sprunghaft angezogen.“ Weitere Dynamik sei zu erwarten – u. a. durch das steigende Produktangebot, mit dem die Hersteller die CO2-Grenzwerte erreichen wollten. Bis 2021 müssen die Hersteller über 2 Mio. E-Autos auf den Markt bringen, um Strafzahlungen an die Europäische Union zu vermeiden.

Deutschland ist mit über 110 000 verkauften E-Autos 2019 der drittgrößte Markt weltweit und absolut der größte in Europa. Mit einem Marktanteil von 2,8 % für E-Autos liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt – hier sind Norwegen mit fast 45 % Marktanteil, Island (22 %) und die Niederlande (13 %) weltweit vorne.

Allein 80 Modelle in Deutschland

Auch die Modellauswahl ist in Europa besonders groß: Nach China mit knapp 170 verfügbaren E-Modellen folgt bereits Deutschland mit über 80 Modellen. Sechs weitere europäische Länder schaffen es im Ranking auf die Plätze drei bis acht.

Tesla baut seinen Vorsprung als führender E-Auto-Hersteller weltweit aus: 2019 setzte das Unternehmen 368 000 Fahrzeuge ab – davon allein 300 000-mal das Model 3, das mit Abstand weltweit meistverkaufte E-Auto. Unter den Top Ten der verkauften E-Mobile weltweit rangiert nur ein Europäer, der Zoe von Renault. Das Fahrzeug brachte es immerhin auf Platz 7 und erhöhte seinen Marktanteil auf 2,1 %. Bei den Marken liegen mit BMW (133 000 verkaufte E-Autos) und VW (85 000) zwei deutsche Hersteller in den Top Ten.

Nur noch jedes vierte verkaufte E-Auto ein Plug-in-Hybrid

Besonders Kompaktfahrzeuge mit 44 % Marktanteil und SUVs (30 %) konnten bei den Kunden punkten. Zudem setzt sich der Trend zu reinen batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) fort: 74 % aller 2019 verkauften E-Fahrzeuge waren BEVs, Plug-in-Hybride kamen nur noch auf 26 % Marktanteil.

„Die Modelloffensive der Hersteller ist in vollem Gange“, sagt Patrick Schaufuss, Juniorpartner von McKinsey und Autor der Analyse. Bis 2024 hat die Industrie 600 neue E-Auto-Modelle angekündigt: Chinesische Autobauer liegen dann mit 169 Modellen vorne, gefolgt von Japan (145) und Deutschland (102). „Das Augenmerk der Hersteller liegt dabei im mittleren und großen Fahrzeugsegment“, erläutert Schaufuss. Der Anteil deutscher Hersteller an der weltweiten E-Auto-Produktion wird von 18 % im vergangenen Jahr auf 29 % im Jahr 2024 ansteigen. Damit könnte Deutschland mit über 1,7 Mio. produzierten E-Fahrzeugen bereits 2021 zum Weltmarktführer für E-Autos aufsteigen – knapp vor China.

Batteriekapazitäten steigen in Europa rasant an

Parallel zu den Modellankündigungen haben die Hersteller auch Batteriekapazitäten aufgebaut. Bis 2025 sollen bis zu 1000 GWh an Produktionskapazitäten entstehen, davon ein Großteil in China (bis zu 610 GWh), in Europa (bis zu 290 GWh) und in den USA (150 GWh). Wie im Fahrzeugmarkt ist hier die Dynamik in Europa mit einer jährlichen Wachstumsrate von bis zu 47 % am größten.

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