Luftreinigung 07. Jan 2022 Von Markus Strehlitz

Reinigendes Gewitter: Luft mit Plasma desinfizieren

Um die Luft von Viren zu befreien, stellt Plasma eine interessante Alternative zu den klassischen Schwebstofffiltern dar. Die entsprechende Technologie ist effektiv und schnell. Schulen wären ein geeignetes Einsatzfeld.

Luftreinigungsgeräte, die Viren und Geruchsstoffe in der Luft mithilfe von Plasma deaktivieren, können beispielsweise unter der Decke angebracht werden.
Foto: PlasmaComplete

Das Gerät, das über dem Schreibtisch von Bernd Deutsch hängt, wirkt eher unscheinbar. Es sieht aus wie eine klassische Lüftungs- oder Klimaanlage. Doch sein Zweck ist es, die Luft im Raum zu reinigen. Und Deutschs Firma Plasmacomplete gehört zu den Unternehmen, die dafür nicht klassischerweise auf Filtertechnologie setzen, sondern auf Plasma.

Gemeint ist damit hoch ionisierte Materie, die auch als „vierter Aggregatzustand“ bezeichnet wird: flüssig, fest, gasförmig und Plasmazustand. Dabei werden der Elektronenhülle von Atomen Elektronen entrissen, sodass sich ein Gemisch aus freien Elektronen mit negativer Ladung und Ionen mit positiver Ladung bildet. In der Natur entsteht das etwa in der Luft durch einen Blitz.

Gewitter im Luftreinigungsgerät

Etwas Ähnliches wie ein Gewitter findet auch auch in dem System von Plasmacomplete statt. Dazu werden in dem Gerät zwei Elektroden unter Spannung gebracht. Zwischen diesen entsteht dann ein sogenanntes kaltes atmosphärisches Volumenplasma. Dieses ist nur teilweise ionisiert. Das bedeutet, dass nur etwa eines von 1 Mio. Luftteilchen ionisiert ist. So wird, anders als etwa bei Blitzen, die Materie keiner großen Hitze ausgesetzt. Vorteil sei, sagt Deutsch, dass sich diese Art von Plasma relativ einfach und kostengünstig erzeugen lasse. Der Geschäftsführer spricht von einem chemisch reaktiven Gascocktail, der lokal in diesem Plasmavolumen entstehe, unter anderem mit Ozon (O3), Stickoxid (NOx), Hydroxyl-Ionen (OH) und atomarem Sauerstoff (O). „Es kommt zu an die 600 verschiedenen Gasphasenreaktionen“, sagt der Geschäftsführer. Das mache die Technologie geeignet für die Luftreinigung, so Deutsch.

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