Daten statt Bargeld 05. Dez 2019 Von Jens D. Billerbeck, Fabian Kurmann und André Weikard

Digital Payment: Update für den Geldbeutel

Immer mehr Händler ermöglichen das Bezahlen mit Handy und Smartwatch. Die Technik kann viel mehr als nur den Einkauf beschleunigen.


Foto: A & G GmbH

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen, und während Kunden sich auf der Suche nach Präsenten durch die Geschäfte drängen und an der Kasse Schlange stehen, machen Einzelhändler in den Dezemberwochen bis zu einem Viertel ihres Jahresumsatzes. Süßer die Kassen nie klingeln!

Immer öfter klimpern aber nicht mehr die Münzen, sondern es piepsen die Kassenterminals. Statt Bargeld wandern Daten über die Ladentheke, statt dem Portemonnaie zücken Kunden immer öfter ihr Smartphone, um zu zahlen, oder legen ihre Smartwatch auf das dafür vorgesehene Lesegerät, um eine Überweisung zu tätigen. Rund 800 000 Akzeptanzstellen für kontaktlose Bezahlmethoden gibt es derzeit in Deutschland. Praktisch jede gängige Giro- oder Kreditkarte und jedes neuere Smartphone ist technisch in der Lage, an die Stelle der Geldbörse zu treten. Verschiedene Finanzdienstleister sowie die US-Konzerne Google und Apple buhlen mit App-Angeboten um die Gunst der Kunden.

Deutschland ist Münzland

Während Schweden das Bargeld bis zum Jahr 2030 abschaffen will, klammern sich viele Deutsche an ihre Münzen. Sie fragen sich, wie der drahtlose Bezahlvorgang eigentlich funktioniert, welche Daten dabei preisgegeben werden und wie verletzlich die Technik gegenüber Hackern und Betrügern ist. Bei den meisten Risiken geben IT-Experten, Warentester und Verbraucherschützer Entwarnung. Das Bezahlen mit dem Smartphone ist viel weniger anfällig für Manipulationen als der längst vom Verbraucher eingeübte Kauf mit Magnetstreifenkarte.

Neuen Schub bekommt das digitale Bezahlen auch mit neuen gesetzlichen Vorgaben. So verlangt die Belegausgabepflicht von Händlern ab Januar, jede Transaktion mit einem Kassenbon zu quittieren. Zudem wird die Zahlungsdienstrichtlinie PSD2 der EU, die etwa besonders sichere Authentifizierungsmethoden definiert und vorschreibt, endlich umgesetzt. Auf Basis dieser Neuerungen entsteht ein Ökosystem neuer Dienste – vom digitalen Haushaltsbuch bis zur Onlineverwahrung von Kassenbons.

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