Informationstechnik 01. Sep 2022 Von Christiane Schulzki-Haddouti

BSI nicht einbezogen bei Einführung von Kommunikationssoftware in Bundesministerien

Zwei Bundesministerien führen derzeit die Kollaborationsplattform Confluence ein, die mit zahlreichen Sicherheitsproblemen auf sich aufmerksam macht. Beschäftigte zeigen sich irritiert. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) blieb beim Entscheidungsprozess außen vor.

Mindestens zwei Bundesministerien wollen die Kollaborationssoftware Confluence einsetzen. Doch es gibt Bedenken, denn Confluence hatte in jüngster Vergangenheit mit teils langen Verfügbarkeitsausfällen und Datenverlusten zu kämpfen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde in den Einführungsprozess nicht eingebunden.
Foto: BSI

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) und das Bundesverkehrsministerium (BMDV) führen derzeit in ihren Häusern die Kollaborationssoftware Confluence ein. Die FDP-Bundestagsfraktion nutzt Confluence schon seit Längerem – dem Vernehmen nach mit Begeisterung.

Die vom britischen Softwarehersteller Atlassian entwickelte Software ermöglicht es ähnlich wie Google Drive, gemeinsam Dokumente zu pflegen. Confluence ist jedoch noch stärker auf die Anforderungen im Arbeitsalltag zugeschnitten: So lassen sich die Dokumentvorlagen besser anpassen, die Dokumente archivieren. Außerdem gibt es weitere Funktionen: Bearbeitende können Aufgaben erstellen und verwalten, Roadmaps pflegen und auch Audiodateien managen.

Beamte sollen „digital und agil“ besser zusammenarbeiten

Die Einführung einer neuen Arbeitsplattform verändert auch den Informationsfluss in den Bundesministerien. In beiden Bundesministerien erfolgt die Nutzung zwar offiziell auf freiwilliger Basis, doch die Beschäftigten werden ausdrücklich ermuntert, die Software zu nutzen. Die Ministerien legen bei der Einführung unterschiedliche Schwerpunkte:

Laut einem Sprecher des BMDV wird die Software „auf Wunsch einzelner Beschäftigter für Projekte und Arbeitsgruppen zur Verfügung gestellt und dort für die Zusammenarbeit verwendet“. Ratsam sei die Software vor allem für diejenigen, die in Teams und in Projekten arbeiten und bereits Confluence einsetzen. Es sei aber nicht geplant, Confluence als Informationshub für alle Dokumente des BMDV einzusetzen.

Das BMBF hingegen strebt etwas umfassender an, „die digitale und agile und auch bereichsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb des BMBF zu verbessern“. Confluence soll der gemeinsamen Erstellung, Weiterbearbeitung und Vorabstimmung von Dokumenten sowie der gegenseitigen Information dienen.

„Perspektivisch“ könne Confluence, so eine Sprecherin, sowohl Anwendung in der Projektarbeit finden als auch allgemein als Koordinations- und Planungstool dienen. Auch könne die Plattform dem Informationsaustausch in der jeweiligen Arbeitseinheit und abteilungsübergreifend dienen. Damit würden bestehende, auch formal festgelegte Zeichnungsgänge nicht ersetzt.

Confluence: Bedenken wegen aktueller Sicherheitsprobleme

IT-Sicherheit: Die Gefährdungslage erhöht sich

VDI nachrichten Plus abonnieren

Erhalten Sie Zugang zu allen exklusiven VDI nachrichten-Beiträgen mit VDI nachrichten Plus!

  • Mit wöchentlichem News-Alert
  • Das Abo ist monatlich kündbar
  • Monat kostenlos testen
7,99 € monatlich 92 € jährlich

Oder Sie werden VDI-Mitglied und lesen im Rahmen der Mitgliedschaft Vn+

Jetzt Mitglied werden
Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Stuttgart Netze GmbH

Ingenieur Elektrotechnik / Versorgungstechnik (w/m/d)

Stuttgart
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Baumanagerin / Baumanager (w/m/d)

Berlin
Diamant Polymer GmbH

Vertriebsingenieur Deutschland (w/m/d)

Mönchengladbach
Stuttgart Netze GmbH

Ingenieur Elektrotechnik / Versorgungstechnik (w/m/d)

Stuttgart
Berliner Hochschule für Technik (BHT)

Professur Additive Fertigung

Berlin
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten

Professur (W2) Geriatrische Robotik

Kempten
Technische Hochschule Mittelhessen

W2 Professur mit dem Fachgbiet Softwaretechnik und Informationssicherheit

Friedberg
Technische Hochschule Köln

Professur (W2) für Energieeffiziente Maschinensysteme für Baumaschinen

Deutz
Technische Hochschule Köln

Professur (W2) für Automatisierung und Vernetzung mobiler Maschinensysteme

Deutz
Technische Hochschule Köln

Professur (W2) für Assistenz und Diagnosesysteme für Landmaschinen

Deutz
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Informationstechnik