Digitalisierung in der Landtechnik 04. Mrz 2022 Von Tobias Meyer Lesezeit: ca. 5 Minuten

VDI-Kongress: Agrarbranche läuft zur digitalen Hochform auf

Der Acker ist eine Herausforderung – inhomogen in diversen Facetten, mit datentechnisch kaum kompatiblen Maschinenflotten auf den Höfen sowie Wetter- und Klimaschwankungen, die die Erntequalität beeinflussen. Digitale Lösungsansätze dafür wurden auf dem Kongress Landtechnik 2022 vorgestellt.

Im Feldtest wird die herstellerunabhängige Datenkommunikation erprobt.
Foto: AEF e.V.

Wollen Landwirte die Effizienz bei der Feldarbeit erhöhen, kommen sie um Digitalisierungsprozesse kaum herum. Auf dem internationalen Landtechnikkongress des VDI-Wissensforums ging es dazu vorige Woche in zahlreichen Vorträgen um konkrete Ansätze von der Optimierung der Maschinenbewegungen auf dem Feld über die Simulation von Vorgängen in den Maschinen bis hin zur herstellerübergreifenden Kommunikation in der Cloud.

Herausforderungen bei der Routenplanung für die Feldarbeit

Alexander Grever vom Erntetechnikspezialisten Krone etwa sprach über die Herausforderungen der Routenplanung im Feld. Denn je nach Maschine und Acker muss die Fahrlinie anders geplant werden, um möglichst effizient unterwegs zu sein: Schließlich sind alle Maschinen unterschiedlich groß, arbeiten mit diversen Werkzeugen in zig Kulturen. Als Beispiel nennt Grever das autonome Aufsammeln von Strohballen, deren Position im Feld bereits durch die Ballenpresse gespeichert wurde. Dabei ist das Ablegemuster nie gleich, die Abstände variieren. Würde der Computer nur eine Route basierend auf den kürzesten Abständen berechnen, könnte das in vielen umständlichen Wendemanövern enden. Neben der perfekten Route muss daher auch die Maschinenbewegung mit bedacht werden. Denn der kürzeste Weg zum nächsten Ballen könnte bedeuten, dass dieser hinter der Maschine liegt und das Fahrzeug dafür mitten im Feld wenden muss. Zudem sind dabei eventuell sehr enge Kurvenfahrten nötig, die nicht immer ohne weiteres möglich sind. Grever arbeitet daher zusammen mit der Hochschule Osnabrück und dem Partner Lemken an Algorithmen, die diese Faktoren berücksichtigen. Da es in dem Projekt um die autonome Fahrzeugsteuerung geht, erfolgen daraus keine Empfehlungen, sondern konkrete Steuersignale an die Maschine.

Hightech für die Feldarbeit: Mit vernetzten Landmaschinen Prozesse verbessern

Bodenverdichtung wird durch Software transparent

Bodenverdichtung ist ebenfalls ein immer stärker diskutiertes Thema, da sie vielfältige Einflüsse auf das Pflanzenwachstum hat: Wasser kann weniger gut versickern und gespeichert werden, Wurzeln entwickeln sich schlechter, toxische Effekte in der weniger gut durchlüfteten Erde begünstigen die Entstehung des Klimagases Methan und schaden dem „Bodenleben“. Als Bodenleben bezeichnen Landwirte alles, was an Flora und Fauna im Boden lebt.

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