Start-up-Porträt 16. Mrz 2022 Von Patrick Schroeder

Elektrischer Fußball statt Spielekonsole

Technik im Sport: Jugendliche vom trägen Daddeln fernzuhalten – das ist der Plan von Iotis. Das Start-up aus Hannover entwickelt dafür ein rundes Leder mit Smartphone-Anschluss.

Von außen betrachtet sieht der Ball völlig normal aus. Angeblich verhält er sich beim Spiel auch genau so. Im Inneren steckt aber jede Menge Technik.
Foto: Iotis

Auf die Couch fläzen, Chips und Gummibärchen futtern, Cola trinken, Playstation spielen und Videos auf TikTok posten: Corona-Alltag bei Tausenden Jugendlichen. Rund 45 % sitzen mittlerweile acht Stunden und mehr vor Bildschirmen, zeigte eine Studie des Universitätsklinikums Münster. Eine Tendenz, die in der Vor-Pandemie-Zeit wurzelt.

„Schon vor Corona kämpften Sportvereine mit Mitgliederschwund. Viele Kinder sind für Sport nicht mehr zu begeistern. Früher wollten sie Fußballstars werden, heute lieber Influencer“, sagt Lennardt Hachmeister, Geschäftsführer des Start-up Iotis aus Hannover.

Die Gründer von Iotis: Marcel Isakowitz (v.l.), Lennardt Hachmeister und Christian Veit Sist. Das Trio will den smarten Ball 2023 auf den Markt bringen.
Foto: Iotis

„Doch Bewegung ist für die Entwicklung von Körper und Geist unfassbar wichtig. Deswegen ist es höchste Zeit, dass wir diesen Trend stoppen.“ Doch wie? Die Vorzüge der guten, alten analogen Welt predigen? Das kommt bei Couch-Potatoes nicht gut an – nachzulesen im ersten Kapitel des Erziehungs-ABC.

Iotis verfolgt deswegen einen anderen Ansatz: Den Fußball mit der digitalen Lebenswelt der Jugendlichen verschmelzen. Das Training soll Charakterzüge eines Videospiels annehmen – Stichwort Gamification. Und gleichzeitig soll es eine Schnittstelle zu den sozialen Medien bekommen.

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