Auszeichnung 04. Nov 2021 Von VDI Lesezeit: ca. 6 Minuten

KIT gewinnt chemPLANT-Wettbewerb Bessere CO2-Bilanz und mehr Wirtschaftlichkeit

Siegerteam überzeugt mit nachhaltiger Versandbox, die auch bisher häufig nicht verwertete Kunststoffverbünde auftrennt.

So sehen Gewinner aus (v. l.): Lukas Richter, Tom Poppe, Philipp Beeskow, Jonas Jaske und Paul Neugebauer bilden das KIT-Team des chemPLANT-Wettbewerbs.
Foto: KIT

Die Gewinner des Studierendenwettbewerbs chemPLANT der kreativen jungen Verfahrensingenieure (kjVI) der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC) kommen in diesem Jahr vom Karlsruher Institut für Technologie KIT. Das Siegerteam Lukas Richter, Paul Neugebauer, Philipp Beeskow, Jonas Jaske und Tom Poppe überzeugte die Jury auf dem digitalen Thermodynamik-Kolloquium mit seinem Recyclingkonzept für chemSACK, ein Müllbeutel mit typischem Inhalt einer fiktiven Großstadt.

Schon vor Corona war das Müllaufkommen in Deutschland immens. Laut Umweltbundesamt hinterließ jeder Deutsche 2018 einen Verpackungsberg von 227 kg. Dieser Problematik wollten die kjVI und die teilnehmenden Studierendenteams mit innovativen Recyclingkonzepten begegnen. Daher sollte ein Gesamtverfahren entwickelt werden, das den vorgegebenen Inhalt des chemSACK recycelt, verarbeitet und innovative und wertgesteigerte Produkte mit einem frei wählbaren Prozess erzeugt. Ziel war es, neben den sortenreinen Kunststoffen, z. B. PET-Flaschen, auch Multilayer- und Verbundverpackungen sowie Weißblech und Aluminium, aber auch Schwefel, Amide, Chlor und Lebensmittelreste abzutrennen.

Der Fokus bei der Konzept- und Verfahrensentwicklung lag auf der Innovation sowie der Nachhaltigkeit, z. B. der CO2-Bilanz und der Wirtschaftlichkeit – auch im Hinblick auf den monetären globalen Nutzen und den Verkaufspreis der erzeugten Produkte. Die Karlsruher entwickelten RepoPaK (Recycled Polymer Packaging Karlsruhe), eine nachhaltige Versandbox. Dabei erschließt RepoPaK die bisher häufig nicht verwerteten Kunststoffverbünde, indem der RepoPaK-Prozess sowohl Multilayerkunststoff als auch Verbundverpackungen auftrennt. Energie und Material können beim Ersatz von Einwegkartons durch die Mehrwegalternative RepoPaK eingespart werden, deren intelligentes Design mit Wabenstruktur und Faltmechanismus eine deutliche Gewichtsreduktion und Lagerplatzersparnis verspricht. RepoPaK ist eine auf den Drohnentransport ausgelegte Mehrwegversandbox aus Recyclingkunststoff, die mittels RFID- und QR-Code-System in der digitalisierten Logistik eingesetzt werden kann. Am Ende des Lebenszyklus ist RepoPaK durch Verwendung eines Tracersystems leicht und eindeutig sortenrein zu trennen.

Am chemPLANT-Wettbewerb 2021 beteiligten sich 15 Studierendenteams aus acht Hochschulen. Die Karlsruher erhalten für ihr Siegerkonzept ein Preisgeld von 2000 €. Über 1000 € bzw. 500 € Preisgeld dürfen sich die zweit- und drittplatzierten Teams der TU Dortmund freuen, die mit ReCare ein Konzept zum Recycling von Inkontinenzartikeln bzw. recycelten Baustoffen für ein ChemHOUSE entwickelt haben.

 Der chemPLANT-Wettbewerb 2021 wurde finanziell unterstützt von den Unternehmen BASF, Bayer, Covestro, Evonik und Merck.

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