Arbeitsmarkt 07. Sep 2022 Von Wolfgang Schmitz Lesezeit: ca. 4 Minuten

„Die Chancenkarte reicht bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte nicht aus“

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will den deutschen Arbeitsmarkt für ausländische Fachkräfte attraktiver und den Zugang transparenter gestalten. Thomas Faist ist skeptisch. Der Bielefelder Migrationssoziologe meint, das Angebotspaket müsste dicker sein, als die Offensive des Ministers erahnen lässt.

In den technischen Berufen ist die Fachkräftelücke besonders groß. Die Zuwanderung soll erleichtert und so der Mangel an Fachleuten verringert werden, so Minister Heil.
Foto: imago images/Rupert Oberhäuser

VDI nachrichten: Die Bundesregierung plant eine Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes. Es würden mindestens 400 000 Fachkräfte pro Jahr hierzulande gebraucht. Die Fachkräfteeinwanderung soll erleichtert werden. Das ist überfällig und auch ein positiver Trend, oder?

Faist: Angesichts der Engpässe unter Fachkräften ist die Reform des entsprechenden Gesetzes und der Durchführungsbestimmungen sicherlich längst überfällig. Im Übrigen kursieren in diesem Politikfeld schon seit über einem Jahrzehnt Zahlen von 300 000 bis 500 000 pro Jahr anzuwerbenden Personen, um den Mangel an Fachkräften abzumildern und die Sozialversicherungssysteme in Zukunft abzufedern.

Wird die von Arbeitsminister Hubertus Heil angekündigte „Chancenkarte“ und das damit verbundene Punktesystem wie angekündigt mehr Transparenz in die Fachkräftezuwanderung bringen?

Die Chancenkarte dürfte tatsächlich mehr Transparenz bei der Anwerbung schaffen. Allerdings ist es unrealistisch zu fordern, dass qualifizierte Arbeitskräfte ihren Lebensunterhalt bis zur Aufnahme einer Arbeit selbst bestreiten müssen. Gerade Arbeiterinnen und Arbeiter in der Metall- und Elektroindustrie kommen in der Regel nicht aus materiell privilegierten Kreisen. Das ist bei der Anwerbung von Arbeitskräften für die verarbeitende Industrie ein wichtiger Gesichtspunkt.

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