Studie des Centrums für Hochschulentwicklung 03. Feb 2023 Von Wolfgang Schmitz Lesezeit: ca. 2 Minuten

Hochschulen weisen durch ihre Namen nicht ausreichend auf Schwerpunkte hin

Die RWTH Aachen und das Karlsruher Institut für Technologie sind vielen bekannt. Große Aussagekraft haben die Hochschultitel aber nicht. Dabei wäre es in Zeiten, in denen Studierwillige vor einem Wust an Studienangeboten stehen, gut, auch im Namen für Klarheit zu sorgen.

Das altehrwürdige Hauptgebäude (links) sowie das SuperC-Gebäude der RWTH Aachen aus der Vogelperspektive. Die RWTH ist vielen Studierwilligen ein Begriff, aber nicht alle wissen, dass ein Schwerpunkt auf technischen Fächern liegt.
Foto: Peter Winandy/RWTH

Studieninteressierte können aktuell aus mehr als 21 000 Studienangeboten an mehr als 400 Hochschulen in Deutschland wählen. Die Namen vieler Hochschulen geben aber keine Entscheidungshilfe, welche thematischen Schwerpunkte sie setzen. Zahlreiche Hochschulen nennen keine wesentlichen Merkmale wie den Hochschultyp oder -ort. Die Namen haben keine „hinreichende Aussagekraft“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Seit Anfang der 2000er-Jahre können sich Fachhochschulen in Deutschland „Hochschulen für Angewandte Wissenschaften“, kurz HAW, nennen. Die neue Bezeichnung in deutscher oder englischer Form nutzte laut CHE 2022 mehr als ein Viertel (28 %) aller HAW in ihren Hauptnamen, 14 % nutzten noch den Begriff „Fachhochschule“.

Wie Hochschulen auf die Energiekrise reagieren

Universitäten und den Universitäten gleichgestellte Hochschulen nutzen nicht flächendeckend die Typenbezeichnung „Universität“ im Namen, um ihren besonderen Status – etwa bei Promotion und Habilitation – auszudrücken. So zählen etwa die RWTH Aachen, die Hertie School oder das Karlsruher Institut für Technologie zu den 28 % der Hochschulen mit universitärem Status, die im Namen nicht explizit darauf verweisen.

Jede siebte Hochschule verweist auf eine Persönlichkeit

„Für Studieninteressierte ist aufgrund des Namens in vielen Fällen nicht erkennbar, welcher Hochschultyp und welches fachliche Profil sich hinter der jeweiligen Hochschule verbergen“, bilanziert Studienautor Ulrich Müller. Immerhin nennen 71 % der Hochschulen zur Orientierung den Ortsnamen, 18 % verweisen auf eine geografische Größe wie ein Gewässer, Gebirge oder eine Sehenswürdigkeit.

Rund jede siebte Hochschule in Deutschland verweist in ihrem Namen auf eine Persönlichkeit. Rein weibliche Namensgeberinnen und Namensgeber gibt es aktuell vier sowie eine Hochschule, die auf ein Gründerehepaar verweist. Englische Namensbestandteile (15 %) gehören ebenso wie Kürzel, Akronyme oder das Aufgreifen der Postleitzahl zur Vielfalt der Namensgestaltung deutscher Hochschulen. Den längsten offiziellen Namen hat die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die geringste Zeichenzahl weisen die Hochschule 21 (Fachhochschule) sowie die Hertie School (private Hochschule mit Promotionsrecht) auf.

An Hochschulen sind erstmals mehr Studentinnen als Studenten eingeschrieben

„Angesichts der Fülle an Auswahlmöglichkeiten sollten Hochschulnamen bei Studieninteressierten für Klarheit sorgen und – bei allem Verständnis für kreatives Marketing oder Alleinstellungsaspekte – nicht noch mehr Verwirrung im Auswahlprozess stiften“, so Ulrich Müller. „Wie für jedes Produkt oder jede Dienstleistung sollte auch bei Hochschulen möglichst eindeutig draufstehen, was drin ist“, empfiehlt der Leiter politischer Analysen beim CHE.

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