Automobil 19. Feb 2016 Hans W. Mayer

Autoscheiben verdunkeln auf Knopfdruck

Auto im Sonnenlicht. Wird das Fahrzeug abgestellt, verdunkeln sich die Scheiben und Außenstehende können nicht mehr in den Innenraum schauen.
Foto: Continental

Folien, deren eingelagerte Partikel sich beim Anlegen einer elektrischen Spannung ausrichten und so die Scheibe verdunkeln, sind schon länger bekannt. Diese Technik wird bereits für die Dächer einiger Oberklassefahrzeuge genutzt. Im Januar demonstrierte Continental erstmals die „Suspended Particle Device“ genannte Folientechnologie auch in Seitenscheiben und im Heckfenster. Selbst die Frontscheibe lässt sich partiell – z. B. im Bereich der Sonnenblenden – abdunkeln.

In stromlosem Zustand ordnen sich die eingelagerten Teilchen nach dem Zufallsprinzip an. Das hat zur Folge, dass sich die Scheibe von außen verdunkelt, während die Durchsicht von innen nach außen erhalten bleibt. Legt man elektrische Spannung an, richten sich die Teilchen parallel aus, die Scheibe wird in beiden Sichtrichtungen lichtdurchlässig und somit komplett transparent. Durch Verknüpfung mit der Fahrzeugelektronik hellen sich die Scheiben automatisch auf, sobald sich der Fahrer mit Fahrzeugschlüssel oder Smartphone nähert.

„Das gezielte, stufenlose Verdunkeln der Seitenscheiben, der Heck- und teilweise auch der Frontscheibe bietet nicht nur mehr Komfort für die Insassen, sondern erhöht auch die Sicherheit“, erläutert Andreas Wolf, Leiter des Continental-Geschäftsbereichs Body and Security. Als Beispiel nennt er die tief stehende Sonne, die zu extremer Sichtbeeinträchtigung führe. Eine solche problematische Fahrsituation lasse sich vermeiden, da sich die Frontscheibe automatisch verdunkle.

Außerdem lasse sich die Sonneneinstrahlung sowohl im geparkten als auch im fahrenden Automobil wirksam reduzieren und so die Temperatur im Fahrzeuginnern senken. Dadurch werde die Klimaanlage entlastet, so dass sie kleiner und leichter ausgelegt werden könne.

Sonnenblenden oder Jalousien würden entbehrlich, was wiederum Gewicht einspare. „Wir haben errechnet, dass sich durch solche Maßnahmen der CO2-Ausstoß um gut 4 g/km senken ließe und die Reichweite von Elektrofahrzeugen um rund 5,5 % steigen könnte“, so Wolf.

Vergleichbare Effekte, wie sie mit der Suspended-Particle-Device-Technologie erzielt werden, sind auch mit anderen Technologien möglich, z. B. mit PDLC (Polymer Dispersed Liquid Crystal), LC (Liquid Crystal) oder EC (Elektrochromie). Das letztgenannte Verfahren basiert auf der Fähigkeit von Molekülen und Kristallen, ihre optischen Eigenschaften unter Einfluss eines elektrischen Feldes zu verändern. Es wird bereits zum Abblenden von Innen- und Außenspiegeln eingesetzt. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das intelligente Glas kommen wird. Welche Technologie sich dann durchsetzen wird, ist nicht entscheidend“, sagt Wolf. „Elektronisch angesteuert werden müssen sie alle. Das wesentliche Know-how liegt in der Software und der Verknüpfung mit den Fahrzeugsystemen.“

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