Baustoffe 29. März 2023 Von Leonhard Fromm Lesezeit: ca. 3 Minuten

EU-Taxonomie und andere Anreize für nachhaltiges Bauen

Rohstoffkreisläufe bekommen beim Bauen zunehmend Rückenwind. Durch die EU-Taxonomie erhalten nachhaltige Projekte bessere Konditionen bei der Finanzierung. Kreislaufwirtschaft kann dabei nicht nur den Zugang zu Rohstoffen sichern, sondern auch die regionale Wertschöpfung steigern.

Anreize für nachhaltiges Bauen bekommen durch die EU-Taxonomie ordentlich Rückenwind. Wenn energieeffiziente Gebäude künftig auch günstiger finanziert werden, können sie auch schon beim Bau die wirtschaftlichere Alternative sein.
Foto: Fabian Kurmann

Gebäude, die keine Betriebsgenehmigung mehr bekommen, oder Neubauten und Sanierungen, die an der Finanzierung durch Kreditgeber scheitern. Das sind nur zwei Szenarien, die Anna Braune für die Baubranche skizziert. Die Leiterin des Bereichs Forschung und Entwicklung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Stuttgart meint, die EU mache aktuell mächtig Druck, um die Pariser Klimaziele doch noch zu erreichen.

Konkrete Ziele der EU bis 2030 seien etwa die Verdopplung der Renovierungsquote, was EU-weit bis dahin 35 Mio. Gebäuden entspricht, und eine Senkung der CO2-Emissionen gegenüber 1990 um 55 %. „EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist sehr tough und will ihre Ziele unbedingt über rechtliche Grundlagen und ökonomische Anreize erreichen“, kommentiert Braune.

Marktforschung: Mietpreise steigen – Immobilienpreise sinken

Axel Kamilli sieht eine ähnliche Entwicklung aus anderer Perspektive. Der Verantwortliche für den Vertrieb von Baufinanzierungen bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg attestiert: „Die deutsche EU-Präsidentin meint es verdammt ernst und das Thema kommt auf die Banken mit hoher Geschwindigkeit zu.“ 2021 hat der Marktführer unter den Banken, die Kredite an private Bauherren im Südwesten vergeben, deshalb bereits begonnen, die Daten sämtlicher finanzierter Objekte auf deren CO2-Bilanz hin zu prüfen. Der Bereichsleiter: „So können wir erfassen, welche Objekte die 1,5-Grad-Vorgabe erreichen und bei welchen Objekten energetische Maßnahmen sinnvoll und notwendig sind.“

In den Niederlanden können Gebäude mit zu niedrigen Energiestandards die Betriebserlaubnis verlieren

DGNB-Referentin Braune gibt Beispiele für Ansätze in der Baubranche: So sollen digitalisierte Produktinformationen vorgeschrieben werden, um Ingredienzen und Rezepturen transparent zu machen. Renovierung gehe vor Abriss und höhere Vorgaben zur Energieeffizienz würden definiert. Die drohende Sanktion: „Wenn Mindeststandards nicht erreicht werden, entfällt dann die Betriebserlaubnis für ein Gebäude.“ In den Niederlanden werde das bereits praktiziert und habe eine riesige Nachfrage nach Sanierungen ausgelöst, was wiederum dynamisch auf die Kreislaufwirtschaft wirke, weil für die Standards die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werde.

Anna Braune: „Die Nachfrage der Bauherren nach Aspekten wie Regionalität, Rezyklierbarkeit oder Langlebigkeit steigt bis 2030 massiv.“ Foto: DGNB

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