Energiespiegel, der Wochenrückblick 21. Jan 2022 Von Stephan W. Eder

Energie: Bundesnetzagentur mit neuem Chef

Die Woche begann mit einem „Pflicht“-Termin, dem alljährlichen Schaulaufen von Politik und Energiewirtschaftsoberen beim Energiegipfel des Handelsblatts in Berlin. Da war dieses Jahr der designierte Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, nicht dabei. Nächstes Jahr. Zudem: Fortschritt beim Wasserstoff und viele, viele Zahlen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit Sicherheit nicht komplett ausgewogen.


Foto: panthermedia.net/Pixinooo

Am Donnerstag meldete sich der Beirat der Bundesnetzagentur in Bonn mit einer wichtigen, lang erwarteten Personalie: „Ich freue mich, dem Beirat als neuen Präsidenten der Bundesnetzagentur den ehemaligen Landesminister von Schleswig-Holstein und langjährigen Verbraucherschützer, Klaus Müller, für eine Wahl vorzuschlagen“, teilte der niedersächsische Energie- und Klimaschutzminister und Beiratschef Olaf Lies mit. Müller ist heute noch Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Ein Verbraucherschützer also als neuer oberster Herr der deutschen Netze – ob Energie, Verkehr oder Telekommunikation. Es wird sicherlich ein anderer Ton mitschwingen als beim FDP-Mann Jochen Homann, der mit scharfem Intellekt die Position seines Hauses präzise ausformulieren konnte. Schön zu erleben bei den Pressekonferenzen, wenn er den Jahresbericht der Agentur vorstellte.

Müllers erste Baustelle? Schwer zu sagen: Die derzeitige Strom- und Gaspreisdebatte wird ihm auf die Füße fallen. Das ist zumindest heimisches Terrain, wenn ein Anbieter namens Wunderwerk AG 538 % mehr für Gas und Strom für 110 Cent/kWh einfordert, wie den Kolleginnen und Kollegen der Zfk, der Zeitschrift des Verbands kommunaler Unternehmen, von einem Verbraucherschutzportal zugespielt worden war.

Keine Energiewende ohne Stromnetzausbau – Netzentwicklungsplan vorgelegt

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Er wird Nachfolger von Jochen Homann als Präsident der Bundesnetzagentur in Bonn.
Foto: Corinna Guthknecht/vzbv

Was auch dringlich auf Müllers Schreibtisch landen wird, ist der Stromnetzausbau: Die gesamte Energiewende funktioniert ja nur, wenn wir in Zukunft sehr viel Erzeugungskapazitäten für erneuerbare Energien auch in Deutschland aufbauen. Sind die da, brauchen wir Stromnetze. Viele Stromnetze. Sehr viel mehr als heute. Wer da was von wo nach wo ausbaut, legt der Netzentwicklungsplan Strom fest. Und just diesen Netzentwicklungsplan, kurz NEP genannt, für die Stromnetze hatte die zuständige Bundesnetzagentur am Freitag letzter Woche für die Jahre 2021 bis 2035 bestätigt. Warum bestätigt?

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