Batterietechnologien 06. Apr 2022 Von Stephan W. Eder

Twaice: digitaler Zwilling für die Energiespeicherung

Das Münchner Start-up Twaice bietet einen digitalen Zwilling für Batterien. Doch die Ingenieurschmiede will in Zukunft vor allem eines: Lösungen über eine Plattform branchenspezifisch an die Kunden bringen. Ein neuer Cheftechnologe aus dem Silicon Valley soll dafür die Grundlagen schaffen.

Elektromobilität als Symbolbild für die Anwendung der Twaice-Batterieanalytik-Software.
Foto: Twaice/blende11

Das Problem mit den Batterien in der Elektromobilität ist erheblich. Bei Elektroautos machen sie einen Großteil der Wertschöpfung aus und auf das Auto gibt der Hersteller eine Garantie. Heißt: Für die Garantie ist wesentlich, wie es sich mit der Batterie verhält. Wie lange hält die Batterie, das ist also die Gretchenfrage. Das ist auch für die Besitzerinnen und Besitzer interessant. Wollen sie Ihr „altes“ irgendwann mal verkaufen, fragt sich: Was ist das gute Stück noch wert? Das hängt hauptsächlich daran, wie lange die Batterie noch hält. Denn Ersatz ist teuer. Und niemand möchte ein Elektroauto aus zweiter Hand kaufen und nach einem Jahr dann noch die Batterie neu anschaffen müssen.

Wer diese elementare Frage beantworten haben will, kommt schnell auf Unternehmen wie das Münchner Start-up Twaice. Die Ingenieure bieten der Mobilitätsbranche einen digitalen Zwilling für Batterien. Gestartet als Unternehmen 2018, kamen die beiden Gründer, Stephan Rohr und Michael Baumann, recht schnell mit der Mobilitätsbranche ins Geschäft. Ihre digitalen Zwillinge machen ziemlich genaue Lebensdauerprognosen möglich.

Twaice will vom Batteriespezialisten zum Plattformanbieter werden

Die Batterieingenieure arbeiten mit Größen verschiedener Branchen zusammen wie der Munich Re, dem TÜV Rheinland, dem österreichischen Energieversorger-Verbund, dem Chiphersteller AMD oder der Managementberatung Bearingpoint. Die Finanzierung läuft: 3,2 Mio. € hatten sie im Herbst 2019 als Venture-Capital-Finanzierung eingefahren, allein im Mai letzten Jahres kamen 26 Mio. $ des US-amerikanischen Investors Energize Ventures hinzu.

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