Floating Offshore-Windkraft 17. Sep 2020 Von Stephan W. Eder

Windkraft auf See: Zwei auf einen Streich

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW und der schleswig-holsteinische Windkraftspezialist Aerodyn engineering erproben und entwickeln eine schwimmende Windkraftanlage für Offshore-Einsätze. Der 1:10-Prototyp „Nezzy²“ wurde heute erstmals im maritimen Umfeld in der Ostsee zu Wasser gelassen.

Launching des Testmodells der schwimenden Windenergieanlage "Nezzy²" (Maßstab 1:10) in Vierow in Mecklenburg-Vorpommern: Nezzy² liegt aufgebaut auf der Kaikante im Hafen Vierow.
Foto: EnbW/Aerodyn, Fotograf Jan Oelker

Offshore-Windkraftanlagen gelten als wichtiges Standbein für eine globale Energiewende – allein an der deutschen Debatte um Windmühlen an Land ist zu sehen, dass das Potenzial dort nicht ohne Weiteres nutzbar ist. Bisher sind die Anlagen auf See bei maximalen Wassertiefen von 50 m mit fest stehenden Fundamenten im Meeresboden verankert. Da haben die Deutschen Glück, ihre Küstengewässer lassen eine Vielzahl solcher Anlagen zu. Wollen andere Länder Offshore-Windkraft in größerem Maßstab nutzen, braucht es schwimmfähige Anlagen, zum Beispiel für Einsätze in Japan oder den USA.

Ein Grund, warum der Karlsruher Energiekonzern EnBW und der schleswig-holsteinische Windkraftspezialist Aerodyn engineering mit dem 1:10-Prototyp „Nezzy²“ gemeinsam eine schwimmende Windkraftanlage für Offshore-Einsätze erproben und entwickeln. Heute wurde sie im Greifswalder Bodden erstmals im Meer getestet.

Floating Offshore-Windkraft gilt als großer Zukunftsmarkt

„Das Potenzial ist riesig. Neue Länder und Meeresflächen mit großen Wassertiefen kommen mit der neuen Technik künftig für Offshore-Windenergie infrage“, erklärt Hannah König, Leiterin Wind- und Maritime Technik bei der EnBW. Die EnBW unterstützt die Entwicklung und plant, künftig im internationalen Geschäft schwimmende Anlagen selbst einzusetzen: „Insbesondere Frankreich ist für uns ein interessanter Markt“, sagt König.

Nezzy² ist an der Kaikante im Hafen Vierow ins Wasser eingetaucht, hängt aber noch am Kranhaken
Foto: EnbW/Aerodyn, Fotograf Jan Oelker

Der 18 m hohe Prototyp besteht aus zwei Windkraftturbinen auf einer schwimmenden Plattform aus Betonfertigteilen. Diese Kombination auf einem einzelnen Floater erlaube es, den Wind ohne Abschattungseffekte effizienter zu nutzen, heißt es bei Aerodyn. Zwar bietet das Ingenieurbüro aus Büdelsdorf eine eigene kompakte Anlagentechnik namens SDC für die Schwimmplattform, aber die Plattformtechnik ist daran nicht gebunden, wie die Schleswig-Holsteiner betonen.

China als Zukunftsmarkt für Floating Offshore im Visier deutscher Firmen

Seit heute liegt Nezzy² rund 650 m vor dem Hafen Vierow bei Brünzow in Mecklenburg-Vorpommern. Leinen, die im Meeresboden verankert sind, halten die Testanlage in Position. Zuvor wurde Nezzy² in einem Baggersee bei Bremerhaven erfolgreich getestet. Nach der Abnahme durch das Wasser- und Schifffahrtsamt werde in einem neuen zweimonatigen Test untersucht, wie sich die schwimmende Anlage bei Wind und Wellen verhalte, so die beiden Projektpartner.

Der Prototyp Nezzy² ist im Wasser und wird im Greifswalder Bodden für die Tests vorbereitet.
Foto: EnbW/Aerodyn, Fotograf Jan Oelker

Verlaufen die Tests auch in der Ostsee positiv, soll sich Nezzy² in Originalgröße Ende 2021 oder Anfang 2022 in China beweisen. Ausgerüstet mit den von Aerodyn engineering entwickelten SDC-Turbinen, hätte diese Doppelanlage dann eine Nennleistung von 15 MW.

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