Corona-Pandemie 08. Aug 2022 Von Bettina Reckter Lesezeit: ca. 2 Minuten

Novavax-Impfstoff: schwächere Immunantwort als Biontech oder Moderna

Der Covid-19-Impfstoff von Novavax, der seit Februar in Deutschland zugelassen ist, bewirkt eine schwächere Immunantwort als die Impfstoffe von Biontech oder Moderna. Das hat eine Studie der Universität des Saarlandes ergeben.

Der Impfstoff von Novavax löst eine schwächere Immunantwort aus als die von Biontech oder Moderna. Das hat Immunologie-Professorin Martina Sester (links) mit ihrer Doktorandin Franziska Hielscher an der Universität des Saarlandes herausgefunden.
Foto: Iris Maurer/Universität des Saarlandes

Wie Geimpfte auf den Covid-19-Impfstoff von Novavax reagieren, haben die Immunologie-Professorin Martina Sester und ihr Team an der Universität des Saarlandes untersucht. Ihr Ergebnis: Zwar gibt es eine deutliche Antwort des Immunsystems auf den Novavax-Impfstoff, allerdings ist die Menge an gebildeten Antikörpern und T-Zellen deutlich geringer als bei Impfungen mit mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna. Auch die Wirkung der Antikörper war der Studie zufolge eingeschränkt.

„Als der Nuvaxovid-Impfstoff der Firma Novavax ab März im Saarland verimpft wurde, haben wir sofort nach Probanden für eine Studie gesucht. Dies erwies sich als etwas schwieriger als bei vorherigen Studien, weil bereits sehr viele Menschen geimpft waren und nach dem ersten Ansturm in den Impfzentren die Nachfrage nach dem Impfstoff rasch wieder nachließ“, erläutert Martina Sester. Bisher wurden rund 135 000 Dosen mit Novavax-Impfstoff verabreicht, etwa 60 000 Personen sind zweifach geimpft, heißt es im Bundesgesundheitsministerium (BMG). Dies ist nur ein Anteil von 0,1 % der rund 60 Mio. Grundimmunisierungen in Deutschland.

Vergleich mit Daten einer früheren Studie zu den Impfstoffen von Biontech und Moderna

Genauer untersucht wurden im Rahmen der Studie 22 Personen, die vorher keine Infektion gehabt hatten und auch nach der ersten Impfung nicht erkrankt waren. Weitere Probanden wurden genauer betrachtet, die sich nach der ersten Impfung mit der Omikron-Variante angesteckt hatten. „Durch unsere Studien mit den Impfstoffen Biontech und Moderna im vergangenen Jahr konnten wir auch bei der relativ geringen Fallzahl ausführliche Vergleiche mit Daten vornehmen, die mit denselben Methoden und unter identischen experimentellen Bedingungen erhoben wurden. Zudem konnten wir auf ein Probenarchiv zurückgreifen. Für alle 22 Probanden haben wir dafür die Daten von geschlechts- und altersgleichen Personen herangezogen, die mit Biontech oder Moderna in ähnlichem Abstand geimpft wurden“, erklärt Martina Sester.

Lesetipp: Neues Medikament gegen Covid 19

Ergebnis der Studie: Wenn nur einmal mit Novavax geimpft wird, fällt die Immunantwort zu schwach aus, um einen ausreichenden Schutz gegen eine Covid-19-Erkrankung zu bieten. Wer sich allerdings vor der ersten Impfung mit Corona angesteckt hatte, war hinreichend geschützt. „Nach der regulären Zweifach-Impfung bildeten die Probanden eine Antikörpermenge im Blut aus, die etwas geringer war als bei der Vergleichsgruppe, die mRNA-Impfstoffe erhalten hat“, sagt die Immunologie-Professorin.

Lesen Sie hier, warum Arbeitgeber Coronatests anordnen können

Deutliche Unterschiede hingegen bei den zwei Typen der sogenannten T-Zellen

Die T-Helferzellen unterstützen den menschlichen Körper bei der Bildung von Antikörpern. T-Killerzellen wiederum sind an der Vernichtung der infizierten Zellen beteiligt. Sie lindern auch die Schwere des Krankheitsverlaufs bei einer Covid-19-Infektion. „Bei den von uns untersuchten Personen mit einer Novavax-Impfung waren die Helferzellen in etwas geringerer Menge vorhanden als bei den Biontech- und Moderna-Geimpften, bei einigen konnten wir sie überhaupt nicht nachweisen“, sagt Martina Sester.

Sehr deutlich hingegen war der Unterschied bei den Killerzellen. „Diese waren bei allen Novavax-Versuchspersonen kaum nachweisbar. Das hängt mit dem Wirkprinzip dieses Impfstoffs zusammen, bei dem das Spike-Protein von Sars-CoV-2 die Killerzellen nicht so mobilisieren kann wie die mRNA-Impfstoffe. Letztere liefern sozusagen den ‚Bauplan‘ des Spike-Proteins mit und lassen die Zellen wie bei einer Virusinfektion das Spike-Protein selbst herstellen.“

Die Expertin empfiehlt deshalb allen Personen mit einer zweifachen Novavax-Impfung, sich nach Ablauf von sechs Monaten mit einer dritten Impfung boostern zu lassen. Bei den kleineren Nebenwirkungen rund um die Impfung wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und leichtes Fieber konnten die Wissenschaftler keine Unterschiede zu den mRNA-Impfstoffen feststellen.

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Westfälische Hochschule

Professur Wechselstromtechnik und elektrische Energieversorgung (W2)

Gelsenkirchen
Westfälische Hochschule

Professur Leistungselektronik und Elektrische Maschinen (W2)

Gelsenkirchen
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

W1-Professur für Maschinenelemente im Kontext der Elektromobilität (Tenure Track)

Erlangen
ESTW-Erlanger Stadtwerke AG

Prokurist / Bereichsleiter (m/w/d) Produktion und technische Dienstleistungen für eine klimaneutrale Energieerzeugung der Zukunft

Erlangen
Technische Hochschule Mittelhessen

W2-Professur mit dem Fachgebiet Biomedizinische Elektronik

Gießen
WHZ Westsächsische Hochschule Zwickau

Professur Dezentrale Energie- und Gebäudetechnik

Zwickau
Hochschule Angewandte Wissenschaften München

Professur für Bauchemie, Baustoffe und Grundlagen des Bauingenieurwesens (W2)

München
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Betriebsmanagerin / Betriebsmanager (w/m/d)

Köln
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Leiterin / Leiter der Hauptstelle Facility Management (w/m/d)

Potsdam
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Universitätsprofessur (m/w/d) für Quanten- und photonische Systeme

Hannover
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Meistgelesen aus der Kategorie Gesundheit