Auszeichnung des Bundeswirtschaftsministeriums 25. Jan 2022 Von Stefan Asche

Die Digitalen Start-ups des Jahres 2021

Fünf Unternehmen haben ihre digitalen Gründungsideen in kurzer Zeit besonders erfolgreich umgesetzt und verfolgen vielversprechende Konzepte für weiteres Wachstum: SoSafe, Munevo, Mediaire, Twaice und Credium.

Die Gründer von SoSafe (v.l.): Lukas Schaefer, Niklas Hellemann und Felix Schürholz.
Foto: SoSafe

Franziska Brantner, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, hat fünf herausragende Gründungsteams mit dem Preis „Digitales Start-up des Jahres 2021“ ausgezeichnet. Zur Weiterentwicklung ihrer Unternehmen erhalten die Gründerinnen und Gründer Geldpreise in Höhe von insgesamt 110 000 €.

Die Innovationen der Preisträgerteams wappnen Unternehmen gegen Cyberangriffe, stärken Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz in unserem Gesundheitswesen, verwirklichen schnell die Verkehrswende und sie erleichtern das Leben von Menschen mit Behinderung. Die Geschäftsinhalte im Detail:

Ganz oben auf dem Siegertreppchen: SoSafe

Den 1. Preis sicherte sich SoSafe (Bild oben). Das Start-up möchte der zunehmenden Gefahr von Cyber-Angriffen entgegenwirken und hat eine Plattform entwickelt, auf der Mitarbeitende kontinuierlich im Umgang mit den Themen IT-Sicherheit und Datenschutz sensibilisiert und geschult werden. Phishing-Simulationen und interaktive E-Learnings bringen den Mitarbeitenden auf effektive und nachhaltige Art und Weise bei, worauf etwa bei der Nutzung von E-Mails, Passwörtern oder personenbezogenen Daten besonders zu achten ist. Das Unternehmen erhält ein anonymes, aber differenziertes Reporting und kann Awareness-Building so messbar machen – und das vollkommen DSGVO-konform.

Platz 2 geht an Munevo

Das Gründerteam von Munevo (v.l.): Aashish Trivedi, Konstantin Madaus, Deepesh Pandey und Claudiu Leverenz.
Foto: Munevo

Platz zwei ging an Munevo. Das Unternehmen hat eine neue Art der Steuerung für Menschen entwickelt, die einen elektrischen Rollstuhl aufgrund ihrer Erkrankung kaum oder nicht auf konventionelle Art bedienen können. Im Gegensatz zu den etablierten und eher unkomfortablen Kinn- und Kopfsteuerungen erfasst munevo DRIVE die Kopfbewegungen mit einer Datenbrille (Smart Glasses), die die Signale direkt an das Steuerungssystem des Rollstuhls sendet. Das erhöht den Bedienkomfort für den Rollstuhlfahrer und ermöglicht zudem den Zugriff auf weitere Systeme, wie das Smartphone oder einen Roboterarm. Das System kann einfach an gängige Rollstühle angeschlossen werden und lässt sich an die individuellen Bewegungsmöglichkeiten anpassen.

Mediaire und Twaice teilen sich Platz 3

Andreas Lemke, Gründer von Mediaire, ist der Staatssekretärin Franziska Brantner und Moderatorin Alexa von Busse während der Preisverleihung zugeschaltet.
Foto: BMWK/Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

Auf der dritten Stufe des Siegertreppchens versammeln sich gleich zwei Unternehmen: Mediaire und Twaice. Mediaire will mit einer neuen Technologie die Auswertung radiologischer Bildaufnahmen automatisieren und so die Produktivität und Qualität von Diagnosen verbessern. Mit „mdbrain“ hat das Unternehmen ein KI-basiertes Diagnose-Report-System entwickelt, das innerhalb von Minuten alle relevanten Bildinformationen quantitativ auswertet und ähnlich einem Laborbefund anzeigt. Beispielsweise werden bei Aufnahmen des Gehirns automatisch die Volumina bestimmter Hirnregionen gemessen und mit Normwerten verglichen, um so Hinweise auf Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson zu geben. Die Radiologin oder der Radiologe kann sich dann auf die Kernaufgabe – die Diagnose – konzentrieren und braucht die von „mdbrain“ erzeugten Reports lediglich zu überprüfen. Dadurch wird selbst unter Zeitdruck eine fundierte Diagnose ermöglicht.

Die Software von Twaice ermöglicht es, die Entwicklung und den Betrieb von Batterien für Elektrofahrzeuge zu optimieren.
Foto: Twaice/blende11

Die Software von Twaice ermöglicht es, die Entwicklung und den Betrieb von Batterien für Elektrofahrzeuge zu optimieren. Der Zustand der Batterien wird dabei in Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Lebensdauer präzise analysiert und anwendungsfallorientiert interpretiert. Die Optimierung technischer Parameter auf Basis der Software ermöglicht eine Lebensdauerverlängerung der Batterien von bis zu 25 % und eine erhebliche Reduzierung von Sicherheits- und Garantierisiken. Als Anbieter von Batterieanalytiksoftware für globale Unternehmen des Mobilitäts- und Energiesektors erhöht Twaice die Lebensdauer, Effizienz und Nachhaltigkeit von Produkten, die die Wirtschaft von morgen vorantreiben.

Publikumspreis für Credium

Der zum dritten Mal vergebene Publikumspreis ging an Credium. Das Unternehmen bietet eine KI-gestützte Immobilienanalyse für Finanzdienstleister und den Nachhaltigkeitssektor an. Auf Basis einer Adresse wird eine Vielzahl von Immobilieneigenschaften wie die Gebäudegeometrie oder Wohnfläche zur Verfügung gestellt. Dazu werden im Hintergrund unter anderem 3D-Gebäudemodelle und Satellitenfotos ausgewertet. Die Grundlage hierfür sind Daten der Landesvermessungsämter, die unter Open-Data-Lizenzen kommerziell genutzt werden dürfen und europaweit verfügbar sind. Über einzelne Gebäude hinaus können perspektivisch gesamte Straßenzüge oder Stadtteile analysiert werden. Da Credium auch Entwicklungen über die Zeit erfasst, können Veränderungen der Gebäudestruktur flächendeckend dokumentiert werden – beispielsweise für Nachhaltigkeitsanalysen oder Stadtplanung.

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