Elektromobilität in Europa 31. Okt 2019 Stephan W. Eder

E-mobilität: Deutsche haben Angst vor zu wenig Reichweite

Obwohl das Image der Elektromobilität gut ist, wagen sich europaweit viele Menschen nicht so richtig ran ans Elektroauto. Das ergab der „Mobilitätsmonitor 2019“, eine Studie, die der Leasingdienstleiser Leaseplan beim Marktforschungsinstitut Ipsos in Auftrag gegeben hat.

Auto tankt Strom.
Foto: panthermedia.net/Andrea Lehmkuhl

Europaweit bewerten Menschen die emissionsfreie E-Mobilität positiv, nämlich 61 %. In Deutschland stehen ihr im Vergleich dazu nur 43 % positiv gegenüber. Das ergab der vom Leasingdienstleister Leaseplan vorgestellte „Mobilitätsmonitor 2019“. Knapp ein Drittel der 4000 vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos in 16 Ländern befragten Menschen sagte, dass sich ihre Meinung zum Thema Elektroantrieb in den letzten drei Jahren positiv entwickelt habe.

Mobilitätsstudie: Akzeptanz von Elektroautos wächst europaweit

Zwei Fünftel derjenigen, die in den nächsten fünf Jahren ein Fahrzeug leasen möchten, würden sich für ein Elektrofahrzeug entscheiden. Bei denen, die planen, ein Fahrzeug zu kaufen, seien es 36 %, so Leaseplan. Auch hier liegt Deutschland deutlich unter dem Schnitt: Hierzulande sind es ein Viertel (Leasing) und 28 % (Kauf).

„Unsere deutschen Kunden interessieren sich mehr und mehr für Elektromobilität. Wir erleben eine stärkere Nachfrage“ sagte Roland Meyer, Geschäftsführer von Leaseplan Deutschland. Mehr Menschen seien Elektrofahrzeugen gegenüber inzwischen positiv eingestellt, so die Studie, denn diese würden helfen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Luftqualität in Städten und Ortschaften zu verbessern.

Elektroautos in Deutschland: Angst vor zu wenig Reichweite

Befürchtungen mit dem Elektroauto liegen zu bleiben –  die sogenannte Reichweitenangst –halten laut Umfrage 45 % der Befragten insgesamt und 73 % der deutschen Befragten vom Umstieg auf ein Elektroauto ab. „Damit sind die deutschen Fahrer die mit der größten Angst davor, dass die Ladung des Fahrzeugs nicht ausreichend sein könnte, um eine bestimmte Strecke zu beenden“, so Leaseplan.

Hauptkritikpunkt: Öffentliche Ladeinfrastruktur fehlt

Zwar stellt Leaseplan-Deutschland-Chef Meyer fest, dass sich Kunden für das E-Autos als Alternative interessieren, aber er weiß auch, wo es hakt. Zwar würden ganz viele Fahrer von Elektroautos diese nur in der Firma laden und nicht zu Hause, wenn es die Entfernung zum Arbeitsplatz zuließe. „Wichtig für die Akzeptanz sind aber auch Möglichkeiten zu Hause zu laden und Projekte zum Ausbau einer flächendeckenden öffentlichen Ladeinfrastruktur“, sagt er. Das bestätigt die Studie: Insgesamt vier Fünftel  derjenigen, die nicht auf E-Autos umsteigen möchten, gaben den Mangel an öffentlichen Lademöglichkeiten als Begründung an. Damit es in der Praxis klappt, rüstet Leaseplan die Kunden daher mit einer eigenen App aus, die anzeigt, wo welche öffentliche Ladesäule steht und verfügbar ist.

Elektroautos im Probemodus

Wegen der Unsicherheiten, ob das Elektroauto praxistauglich ist, hat der Leasinganbieter aus den Niederlanden reagiert. Die deutsche Niederlassung in Düsseldorf ermöglicht zum Beispiel für Fahrzeugpools Elektroautos zur Langzeitmiete anbieten, um entsprechende Erfahrungen zu sammeln.

Zudem nutzen die Düsseldorfer – quasi als „Early Adaptors“ – selbst Elektroautos. „Wir wollen bis 2021 in unserer eigenen Flotte emissionsfrei fahren“, sagt Meyer. „So haben wir in unseren deutschen Niederlassungen die Anzahl von Ladepunkten für Elektroautos in einem Jahr von sechs auf über 30 erhöht. Diese Erfahrungen geben unsere Berater dann an die Kunden weiter.“

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Shell

Engineer Industrial Applications (m/f/d)

Hamburg
Westfälische Hochschule

Professur Konstruktionslehre (W2)

Gelsenkirchen
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Automatisierung und Robotik

Saarbrücken
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes

W2-Professur für Mechatronische Konstruktionen

Saarbrücken
Universität Ulm

Referent/in (m/w/d) für Technologietransfer und Projektmanagement

Ulm
Hochschule Anhalt

Lehrkraft (m/w/d) für besondere Aufgaben

Köthen
THD - Technische Hochschule Deggendorf

Professur (d/m/w) für das Lehrgebiet "Mobile autonome Systeme"

Deggendorf
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten

Professur (m/w/d) Algorithmen in der Robotik

Kempten
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

Professorin/Professor (m/w/d) (Besoldungsgruppe W 2) Professur für Wasserstoffsicherheit und Werkstofftechnik

Schweinfurt
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Professur für "Maschinenbau und Verfahrenstechnik in der Landwirtschaft"

Triesdorf
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Mobilität