Umwelt 28. Feb 2014 Ralph H. Ahrens

EU will Deponieverbot für Kunststoffabfälle ab 2020

Rund 9,6 Mio. t Kunststoffabfälle im Wert von 9 Mrd. € landen jedes Jahr auf der Müllhalde.
Foto: mauritius images/Photoshot Creative

„Kunststoffabfall in der Umwelt schadet dem Ruf dieses Materials“, weiß Karl Foerster, Direktor von PlasticsEurope, dem Verband der europäischen Kunststoffhersteller. Dennoch fühle sich die Kunststoffindustrie nicht dafür verantwortlich, dass Plastiktüten weggeworfen würden.

Karl Falkenberg spricht indes von einem globalen Plastik-Tsunami. „Da Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern meist so leben wollen wie Menschen in Industrieländern, wird der weltweite Plastikkonsum zunehmen“, sagte der Chef der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission kürzlich auf der Veranstaltung „Let‘s bag it“ der Grünen im EU-Parlament in Brüssel.

Fatal sei jedoch, dass von den weltweit jedes Jahr hergestellten rund 290 Mio. t Kunststoff „rund 30 % nur einmal genutzt und dann weggeworfen werden“, kritisiert Meeresbiologe Richard Thompson von der Universität in Plymouth.

„Einweg-Plastiktüten sind schlicht unnötig“, meint Margrete Auken, Grüne im EU-Parlament, und fordert ein Ende der Wegwerfmentalität. Das will auch Foerster. „Wir unterstützten, dass Einwegtüten nicht mehr umsonst herausgegeben werden“, sagt er. Ihn freue, dass die EU-Kommission die Mitgliedstaaten auffordert, die Nutzung von Plastiktüten mit einer Wandstärke unter 50 µm in den nächsten zwei Jahren deutlich einzuschränken. In Irland, wo Plastiktüten seit 2002 mit 15 ct und seit 2007 mit 22 ct besteuert werden, ging der Verbrauch drastisch zurück: von über 300 Stück/Kopf im Jahr 2002 auf unter 20 Stück/Kopf 2012.

Kunststoffabfälle sind sekundäre Rohstoffe. Dennoch landen jedes Jahr ca. 9,6 Mio. t auf der Müllhalde. Das entspreche knapp 120 Mio. Barrel Öl im Wert von knapp 9 Mrd. €, rechnet Foerster vor. PlasticsEurope empfiehlt daher ein EU-weites Deponierungsverbot für Kunststoffe ab 2020 und rennt damit offene Türen in Brüssel ein: Die EU-Kommission denke an ein generelles Deponieverbot ab etwa 2020, sagt Falkenberg.

Vorbilder hierfür sind Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark und Schweden, wo mehr als 95 % des gesammelten Kunststoffs verwertet werden: je ein Drittel stofflich und zwei Drittel thermisch.

Dass Plastikabfall überwiegend thermisch genutzt wird, stört jedoch Auken. Kreislaufwirtschaft bedeute, „dass Kunststoffe mehrmals recycelt und stofflich neu eingesetzt werden, bevor sie verbrannt werden“.

In Deutschland werden ca. 40 % der gesammelten Kunststoffverpackungen stofflich verwertet. „Es könnten deutlich mehr sein“, meint Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe. Auch er kritisiert die schwachen politischen Vorgaben. Eine Recyclingquote von nur 36 % schreibe die deutsche Verpackungsverordnung aus den 1990er-Jahren vor. Seitdem habe sich der Stand der Recyclingtechnik deutlich verbessert. Fischer: „Eine Quote von 60 % ist realistisch.“

Auch die Kommission wolle mehr echte Kreislaufwirtschaft, sagt Falkenberg. Im Gespräch sei eine Recyclingquote von 60 % für Plastikabfälle sowie von um die 70 % für kommunale Abfälle.

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