Deutsche Unternehmen 11. Sep 2020 Von Wolfgang Schmitz

Mittelstand im EU-Vergleich

Mittelständische Unternehmen in Deutschland sind, was die Belegschaften betrifft, größer als in anderen EU-Ländern, so Erkenntnisse des Instituts für Mittelstandsforschung.


Foto: panthermedia.net/Monkeybusiness Images

Die Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten haben im Juli einen Wiederaufbauplan beschlossen, mit dessen Hilfe die europäischen Unternehmen die Coronakrise möglichst gut überstehen sollen. Explizit sollen hiervon auch die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) profitieren. Doch wie ist die KMU-Landschaft in Europa gestaltet? Welche länderspezifischen Unterschiede gibt es? Das hat sich das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn genauer angesehen.

In Deutschland gibt es weniger Kleinstunternehmen (maximal neun Beschäftigte) als in anderen EU-Mitgliedstaaten – dafür mehr kleine (maximal 49 Beschäftigte) und mittlere Unternehmen (maximal 249 Beschäftigte). Insgesamt liegt die durchschnittliche Beschäftigung hierzulande bei 7,6 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen je kleines und mittleres Unternehmen – der EU-Durchschnitt hingegen bei 3,9 Beschäftigten.

KMU-Dichte in Tschechien hoch

Entsprechend ist die KMU-Dichte in Deutschland sehr viel geringer als in den anderen EU-Mitgliedsländern: Während in der Bundesrepublik rund 3000 kleine und mittlere Unternehmen je 100 000 Einwohner zu finden sind, liegt der EU-Durchschnitt bei fast 4900 KMU. Besonders hoch ist die KMU-Dichte in der Tschechischen Republik (9627 KMU), in der Slowakei (8710) und in Portugal (8645 KMU).

In Deutschland zählen 99,5 % der Unternehmen zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Diese beschäftigen rund 64 % aller Arbeitnehmer und tragen zu mehr als 54 % zur gesamten Nettowertschöpfung aller Unternehmen bei. Rund 5 % der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland sind im Hochtechnologiebereich tätig. Zum Vergleich: Im EU-Durchschnitt sind dies 3,5 %. Dagegen sind im Dienstleistungssektor EU-weit im Durchschnitt 9,3 % der KMU-Beschäftigten in den wissensintensiven Dienstleistungen tätig – deutlich mehr als in Deutschland (5 %).

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