Ifo-Branchenkonjunktur 31. Jan 2024 Lesezeit: ca. 3 Minuten

Exklusive Sektoranalyse: Ifo-Konjunkturdaten aus der Chemie, dem Maschinenbau und Hochbau

Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich zu Jahresbeginn weiter verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 85,2 Punkte gefallen, nach 86,3 Punkten im Dezember. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage schlechter. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate fielen erneut pessimistischer aus. Die deutsche Wirtschaft steckt in der Rezession fest.

Ifo-Konjunkturexperte Felix Leiss wirft in diesem Monat einen tieferen Blick in die Sektoren Chemie, Maschinenbau und Hochbau.

Chemie

In der chemischen Industrie herrschte ein raues Geschäftsklima. Vielerorts waren unzufriedene Stimmen hinsichtlich der aktuellen Geschäftssituation zu vernehmen. Dazu waren die Geschäftsaussichten weiter unfreundlich, für das nächste halbe Jahr wurde an manchen Stellen eine weitere Verschlechterung befürchtet. In Anbetracht der schwachen Nachfragesituation kam es weitverbreitet zu Preiszugeständnissen an die Kunden. Diese Entwicklung wurde allerdings auch durch die niedrigeren Preise für Energieträger begünstigt. Verglichen mit dem Vorquartal konnte die Auslastung der Anlagen etwas angehoben werden, sie stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 76,3 %. Damit bestand aber weiterhin eine klare Unterauslastung, im historischen Mittel wurden 82,2 % erreicht. Die ohnehin bereits restriktiven Personalplanungen wurden über die letzten Monate noch mal nach unten revidiert, auf breiter Basis kalkulierten die Unternehmen mit Stellenabbau.

Maschinenbau

Im Maschinenbau war die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftssituation verflogen, zum Jahresbeginn bestand erstmals seit drei Jahren wieder ein kleiner Überhang an negativen Meldungen. Außerdem befürchteten die Unternehmen auf sehr breiter Basis weitere Geschäftsrückgänge. Vielerorts meldeten die Teilnehmenden rückläufige Auftragsreserven. Mit einer aktuellen Reichweite von 5,2 Monaten (5,5 Monate im Vorquartal) waren die Auftragsbücher aber immer noch gut gefüllt. Obwohl das Fertigungstempo an manchen Stellen zurückgenommen wurde, betrug die Auslastung immer noch ordentliche 85,4 % (85,8 % im Vorquartal), was nur marginal unter dem langfristigen Mittelwert liegt. In Anbetracht hoher Fertigwarenbestände und der schwachen Nachfragesituation sind allerdings weitere Produktionskürzungen abzusehen. Die Personalpläne waren dabei vorsichtig ausgestaltet.

Hochbau

Im Hochbau war die Stimmung höchst angespannt. Der Klimaindikator notierte auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren. Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage nahm immer weiter zu und eine Mehrheit der Betriebe befürchtete weitere Einbußen in den kommenden Monaten. In Anbetracht des höheren Zinsniveaus und der erheblich gestiegenen Baukosten reicht das Neugeschäft seit einer Weile nicht mehr aus, um eine stabile Auslastung zu gewährleisten. Die jüngsten Rückgänge bei den Finanzierungszinsen brachten dabei noch keine wesentliche Entspannung. Innerhalb der letzten zwölf Monate war ein deutlicher Rückgang der Auftragsbestände zu beobachten, sie sanken von 4,7 Monaten im Januar 2023 auf 3,3 Monate am aktuellen Rand. Die Auslastung des Maschinenparks reduzierte sich im selben Zeitfenster um fast 12 Prozentpunkte und betrug gegenwärtig nur noch 66,3 %. Weiterhin kam es infolge der schlechten Rahmenbedingungen ungewöhnlich häufig zu Auftragsstornierungen, der Anteil der betroffenen Unternehmen sank nur geringfügig von 16,0 % im Vormonat auf 14,7 % aktuell.

Weitere Konjunkturmeldungen: Elektro- und Digitalindustrie 2024 mit Produktionsrückgang – Flaute bei Automatisierung dramatischer

Architektur

Automotive

DV-Geräte, elektronische und optische Erzeugnisse

Elektronik

Gummi und Kunststoffwaren

Metallerzeugung und -bearbeitung

Tiefbau

Das Ifo Institut fragt monatlich bei 9000 Unternehmen in Deutschland wichtige Daten ab. So ermitteln die Münchner Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nach Branchen gesplittet die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate in den Unternehmen. Beispiel: Wenn 40 % der Befragten ihre derzeitige wirtschaftliche Lage positiv beurteilen, 60 % dagegen negativ, ergibt das eine Geschäftslage von –20 %.

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Volksbank eG

Abteilungsleiter (m/w/d) Gebäudemanagement, Verwaltung und Versorgung

Wolfenbüttel
Hochschule Merseburg

Professur (W2): Steuerungstechnik

Merseburg
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH)

Laboringenieur (m/w/d) für Digitale Schaltungen, Mikroprozessortechnik, Nachrichtentechnik, Elektromagnetische Verträglichkeit

Zwickau
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Betriebsmanagerin / Betriebsmanager Elektrotechnik mit Vertretung der Objektmanagementteamleitung (w/m/d)

Hannover
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences

Professor:in (W2) für das Lehrgebiet "Grundlagen der Elektrotechnik/ Elektronik und Mikrocontrollertechnik"

Esslingen am Neckar
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences

Professor:in (W2) für das Lehrgebiet "Grundlagen der Elektrotechnik / Elektronik und elektrischer Antriebssysteme"

Esslingen am Neckar
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

Professur (W2) "Produktentwicklung und Additive Fertigung"

Düsseldorf
Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH

Fachkraft für Anlagensicherheit (m/w/d)

Minden
Stadtwerke Leipzig GmbH

Anlagenmanager (w/m/d) Erneuerbare Energien

Leipzig
Modular Management Deutschland GmbH

Ingenieur Maschinenbau (m/w/d) als Consultant für modulare Produktarchitekturen

Frankfurt am Main
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Konjunktur