Verunsicherung und Skepsis 21. Dez 2023 Von Dominik Hochwarth Lesezeit: ca. 2 Minuten

Deutscher Maschinenbau blickt mit Sorge auf das Jahr 2024

Der deutsche Maschinenbau wagt einen düsteren Ausblick auf das Jahr 2024, Verunsicherung und Skepsis bestimmen die Branche. Das ist das Ergebnis des PwC Maschinenbau-Barometers.

Die deutsche Maschinenbauindustrie blickt mit Skepsis und Verunsicherung ins Jahr 2024.
Foto: panthermedia.net / Liufuyu

Zum Jahresende trübt sich die Stimmung in den Führungsetagen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Branchenführer blicken mit Sorge auf Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung und prognostizieren für 2024 einen Rückgang des Branchenwachstums. Anfang 2023 noch verhalten optimistisch, verschlechterte sich die Wachstumserwartung im Laufe des Jahres zunehmend und erreichte im letzten Quartal ihren Tiefpunkt. Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hervor.

Verunsicherung und Skepsis allerorten

Deutsche Maschinenbauer blicken mehrheitlich pessimistisch in das Jahr 2024. Die Umfrage ergab, dass 53 % der Teilnehmer eine negative Entwicklung der deutschen Wirtschaft erwarten. Weitere 32 % sind unschlüssig, während nur 15 % einen positiven Ausblick haben. Bernd Jung, Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, betont einen deutlichen Abwärtstrend in den Befragungen 2023. Die Aussichten für die exportorientierte Maschinenbauindustrie sind ebenfalls gedämpft:

Etwa zwei Drittel rechnen nicht mit einer positiven globalen Konjunkturentwicklung im Jahr 2024. Nur ein Drittel prognostiziert Umsatzsteigerungen für die Branche, während 40 % von negativen Entwicklungen ausgehen. Die durchschnittliche Umsatzerwartung liegt bei –2,4 %, was einen weiteren Rückgang gegenüber dem Vorquartal darstellt. Seit Jahresbeginn sank die Umsatzerwartung um 3,6 Prozentpunkte und erreichte einen Tiefpunkt.

Hoher Kostendruck, hohe Preise

Zum Jahresende ist der Anteil der Entscheidungsträger, die von steigenden Gesamtkosten in den kommenden Monaten ausgehen, auf 52 % angestiegen. Nur 10 % der Befragten erwarten sinkende Kosten. Eine differenzierte Analyse offenbart, dass Personalkosten und Sachkosten unterschiedlich eingeschätzt werden: Über drei Viertel rechnen mit einem Anstieg der Personalkosten um durchschnittlich 6,3 % im Vergleich zu 2023.

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Demgegenüber erwarten 40 % der Befragten höhere Ausgaben für Energie und 30 % für Rohstoffe. Diejenigen, die in diesen Bereichen Kostensteigerungen prognostizieren, rechnen mit höheren Zuwachsraten: im Durchschnitt 10,2 % mehr für Rohstoffe und Vorprodukte sowie 26,6 % mehr für Energiekosten. Allerdings sehen die meisten Befragten eine stabile Entwicklung bei den Energiekosten.

Bei Energiekosten bleiben Überraschungen aus

„Man muss diese Ergebnisse im Verhältnis zur Kostenexplosion im letzten Jahr sehen“, bemerkt Bernd Jung. „Inzwischen ist mehr Routine in den Einkaufsabteilungen eingekehrt. Man rechnet mehrheitlich nicht mit Überraschungen auf dem Energiemarkt. Auch die Inflation soll im kommenden Jahr weiter zurückgehen. Allerdings bleibt der Kostendruck hoch und stellt für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen das größte Wachstumshindernis dar.“

Andere Schlüsselindikatoren signalisieren ebenfalls eine unsichere Phase für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. 25 % der Unternehmen erwarten eine Verringerung ihrer Gewinnmargen im ersten Quartal 2024. Im Gegensatz dazu prognostizieren nur 11 % der Befragten eine Steigerung, was deutlich unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegt.

Krise in vielen Bereichen

Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer sind mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Neben dem bereits bekannten Kostendruck sorgen vor allem der Mangel an Fachkräften und politische Entwicklungen im internationalen Umfeld für Besorgnis. Ein weiterer, im Jahr 2023 besonders hervorstechender Aspekt ist die Zunahme der Regulierungsschwierigkeiten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Befragten, die das regulative Umfeld als Hindernis für das Wachstum ansehen, deutlich an – von 37 % auf 57 %, ein Anstieg um 20 Prozentpunkte.

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„Was wir momentan am wenigsten brauchen können, sind mehr Einschränkungen unternehmerischen Handelns“, sagt Jung. „Nachdenklich stimmt auch, dass der Anteil derjenigen zunimmt, die Schwierigkeiten bei der Finanzierung beklagen. Investitionsbereitschaft und Innovationsfreude fördert dieses Klima nicht.“

Das PwC Maschinenbau-Barometer basiert auf einer quartalsweisen Umfrage unter leitenden Angestellten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Es bietet nicht nur Einblicke in die allgemeine wirtschaftliche Lage, sondern beleuchtet auch die Erwartungen der Unternehmen in Bezug auf wichtige Kennzahlen wie Kosten, Preise und Investitionen. Jede Ausgabe konzentriert sich zudem auf verschiedene Spezialthemen.

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