Konjunktur: Gefüllte Auftragsbücher 21. Jun 2022 Von Claudia Burger

VDMA: Robotik und Automation auf Kurs zum Vorkrisenniveau

Nachfrageboom in der Robotik- und Automatisierungsbranche: In den ersten vier Monaten 2022 stiegen die Auftragseingänge laut Branchenverband VDMA um 38 % im Vergleich zum Vorjahr. „Besorgniserregend“ sei der Fachkräftemangel.

Der Branchenverband VDMA sieht die Robotik und Automation auf einem guten Weg.
Foto: PantherMedia / Bianco

Der Branchenumsatz in der Robotik und Automation stieg laut VDMA zuletzt um 13 %. Dieser positive Trend setzt sich weiter fort. In den ersten vier Monaten 2022 stiegen die Auftragseingänge um 38 % im Vergleich zum Vorjahr. „Die Robotik- und Automationsbranche hat Hochkonjunktur“, sagt Frank Konrad, Vorsitzender von VDMA Robotik und Automation. „Die in den Büchern stehenden Aufträge werden die Anbieter allerdings nicht so schnell wie gewohnt abarbeiten können. Jetzt gilt es, Engpässe in den Lieferketten zu managen.“

Umsatzplus im Jahr 2022 von 6 % – Zulieferketten sind gestört

Die Branchenprognose für Robotik und Automation fällt mit einem Umsatzplus von 6 % auch für das Jahr 2022 positiv aus – spiegelt aber mit einer reduzierten Erwartung bereits die stark gestörten Zulieferketten wider. Insbesondere ein Mangel an Elektrotechnik- und Elektronikkomponenten verlängert die Lieferzeiten. Die drei Teilbranchen entwickelten sich 2021 unterschiedlich. Die Sparte Industrielle Bildverarbeitung legte um 16 % zu: Der Branchenumsatz erreichte 3,1 Mrd. €. Der Umsatz der Robotik stieg um 13 % auf 3,5 Mrd. €. Integrated Assembly Solutions verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 11 % auf 7,1 Mrd. €. Insgesamt stieg der Umsatz der Robotik und Automation um 13 % auf 13,6 Mrd. € – stärker als ursprünglich erwartet. Der Fachbereich des VDMA prognostiziert für 2022 in den Integrated Assembly Solutions ein Umsatzplus von 7 % auf 7,6 Mrd. €. In der Robotik wird ein Zuwachs von 5 % auf 3,6 Mrd. € erwartet. In der Industriellen Bildverarbeitung wird ebenfalls mit einem Plus von 5 % gerechnet, das entspricht einem Umsatz von 3,2 Mrd. €. „Für die gesamte Robotik und Automation erwarten wir ein Umsatzplus von 6 % auf 14,4 Mrd. €“, sagt Frank Konrad. „Die Robotik und Automation steuert 2022 damit nahezu das starke Vorkrisenniveau von 14,7 Mrd. € aus dem Jahr 2019 an.“

Fachkräftemangel als Hemmnis und „besorgniserregend“

Gut 80 % der Experten und Expertinnen, die in deutschen Industrieunternehmen über Robotik und Automation entscheiden, gehen laut VDMA auch für die Arbeitsplätze von einem positiven Einfluss der technologischen Erneuerung aus. Die Mensch-Roboter-Kollaboration oder der Einsatz von Assistenzsystemen schaffe eine qualitativ hochwertigere Beschäftigung und biete neue Chancen für die Aus- und Weiterbildung. Wegweisend dürfte hier eine neue Generation von Automatisierungstechnik sein, die ganz ohne Programmierung eingesetzt werden kann und intuitiv anwendbar ist. 52 % der Entscheider sind fest davon überzeugt, dass besser qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen künftig besser bezahlte Jobs bekommen werden. Laut VDMA sehen sich die Unternehmen der Robotik und Automation einem Arbeits- und Fachkräftemangel ausgesetzt, der sich durch das Ausscheiden der „Babyboomer“-Generation aus dem Arbeitsmarkt beschleunigt. Angesichts der wichtigen Zukunftsaufgaben wird dies zunehmend zum Risikofaktor. „Der Arbeitskräftemangel lässt sich durch Robotik und Automation allein nicht lösen“, sagt Frank Konrad.

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