Konjunktur 27. Dez 2022 Von Dieter W. Heumann

Wirtschaftsinstitute heben Prognosen an: Das erwartet uns 2023

Ukrainekrieg und Energiepreisexplosion haben der Weltwirtschaft 2022 zugesetzt. Auch wenn die Wirtschaft sich robuster zeigt, als zunächst befürchtet, ist der Tiefpunkt nicht erreicht, glaubt eine Mehrheit der Forschenden. Eine Boombranche der vergangenen Jahre rutscht besonders tief in die Krise.

Das Jahr 2023 dürfte nach Einschätzung vieler Experten mit einem Negativwachstum beginnen.
Foto: PantherMedia / Federico Caputo

2022 wurde zum Jahr wirtschaftlicher Krisen, wie es sie in dieser Häufung zuvor kaum gegeben hat. Noch zur Jahreswende 2021/22 ging man davon aus, dass die Coronakrise 2022 weitgehend überwunden sein und die Wirtschaft im Jahresverlauf wieder zu einem Aufschwung ansetzen werde. Und in der Tat startete die deutsche Wirtschaft robust in das neue Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erzielte im ersten Quartal 2022 laut Statistischem Bundesamt ein Wachstum von 0,8 %. Doch schon bald zeigte sich, dass das Coronavirus zäher war als angenommen.

Als weiteres Problem erwies sich die Inflation, die durch den Ukrainekrieg an Schwung gewann und bereits zur Jahresmitte fast 8 % betrug und im Oktober mit 10,4 % den bisherigen Höhepunkt erreichte. Ein wesentlicher Grund: Russland, größter und preisgünstiger Öl- und Gaslieferant Deutschlands, stellte seine Lieferungen im Kriegsverlauf weitgehend ein und die Bundesrepublik musste ihren Bedarf anderweitig zu deutlich höheren Preisen decken. Der Inflation gelang aber auch der steile Anstieg, da die Europäische Zentralbank (EZB) – trotz eindringlicher Warnungen etwa der Deutschen Bundesbank – nicht rechtzeitig tätig wurde. Erst im Juli begann die EZB den Leitzins zu erhöhen – in vier Schritten bis Mitte Dezember auf 2,50 %.

Der erwartete Konjunktureinbruch bleibt wegen des stabilen Arbeitsmarkts und der Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung vorerst aus

Die schwindende Geldwertstabilität ließ die realen Einkommen und die Ersparnisse der privaten Haushalte schmelzen. Ihre Kaufkraft nahm spürbar ab. Die Unternehmen fuhren aufgrund verschärfter Lieferkettenprobleme und der sich weltweit abschwächenden Konjunktur ihre Produktion herunter. Insgesamt reduzierte sich das Wachstum des BIP im zweiten Quartal auf nur noch 0,1 %.

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