Preisdumping 18. Apr 2024 Von André Weikard Lesezeit: ca. 2 Minuten

USA wollen Zölle auf Stahl aus China verdreifachen

US-Präsident Joe Biden hat China eine Anhebung der Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium angedroht. Die Preise seien „ungerechtfertigt niedrig“.

imago images 0446731586
Joe Biden versucht mit seiner Ankündigung von höheren Stahlzöllen auf Chinaimporte gute Stimmung bei Wählern aus der Arbeiterschaft zu machen.
Foto: IMAGO/Kyodo News

US-Präsident Joe Biden hat eine härtere Gangart im Handelsstreit um chinesische Dumpingpreise angekündigt. Bei einer Wahlkampfrede vor Stahlarbeitern in Pennsylvania kündigte er an, die Zölle auf chinesischen Stahl und mehrere Aluminiumprodukte zu verdreifachen.

Biden über Chinas Stahlindustrie: „Sie schummeln“

Zur Begründung gab der US-Präsident an, die Preise der Chinaware seien „ungerechtfertigt niedrig“. Chinesische Stahlproduzenten müssten keine Gewinne erwirtschaften. „Sie konkurrieren nicht. Sie schummeln. Und wir haben den Schaden hier in Amerika gesehen“, sagte Biden den Stahlarbeitern in Pittsburgh. Seit Monaten exportiert China massiv überschüssigen Stahl auf den Weltmarkt. Konkurrenten aus Europa und den USA führen an, dass sei nur möglich, weil der chinesische Staat die Industrie stark subventioniert.

Biden auf Stimmenfang unter der Arbeiterschaft

Joe Biden hat nach eigener Auskunft die US-Handelsbeauftragte aufgefordert, rechtliche Schritte zu prüfen, um die Zölle anzuheben. Die Initiative ist auch ein Wahlkampfmanöver Bidens. Denn die Steel-City Pittsburgh liegt in einem sogenannten Swing State, also einem umkämpften Bundesstaat, der im kommenden Präsidentschaftswahlkampf von entscheidender Bedeutung sein kann.

Chinesischer Stahl verursacht hohe CO2-Emissionen

Bidens Wirtschaftsberaterin Lael Brainard ergänzte die Darstellung des Präsidenten und betonte, Chinas politisch gewollte Überproduktion sei eine „ernsthafte Gefahr für die Zukunft der amerikanischen Stahl- und Aluminiumindustrie“. Derzeit liegt der US-Einfuhrzoll für Stahl und Aluminium aus China bei 7,5 %. Er soll auf das Dreifache angehoben werden. Neben dem Schutz der eigenen Industrie argumentiert die Biden-Administration auch damit, dass chinesischer Stahl bei der energieintensiven Produktion besonders viel CO2 verursache. Die Energie für die Stahlherstellung stammt in China noch zu großen Teilen aus der Kohleverbrennung.

Weitere Industrien wegen Dumpings im Visier

Parallel dazu hat eine Untersuchung in den USA begonnen, ob auch im Schiffbau, in der Schifffahrt und in der Logistik Wettbewerbsverzerrungen durch chinesischen Billigstahl stattfinden. Fünf US-Gewerkschaften hatten diesen Schritt gefordert, dem die US-Regierung sich nun annimmt.

Handelskonflikt verschärft sich wieder

Die bestehenden Zölle auf chinesischen Stahl stammen noch aus der Präsidentschaft Donald Trumps. Joe Biden hat die Sanktionen gegen China um diverse Exportbeschränkungen für Hochtechnologie ergänzt, etwa in der Halbleiterindustrie. Zudem dürfen US-Unternehmen nur noch in einem begrenzten Rahmen in China investieren. In den Branchen, in denen die USA besonders stark von China abhängig sind, streben die USA den Aufbau eigener Fertigungen an, zum Beispiel für E-Auto-Batterien. Auch hierfür fließen Milliardensubventionen.

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Westfälische Hochschule

Professur Wechselstromtechnik und elektrische Energieversorgung (W2)

Gelsenkirchen
Westfälische Hochschule

Professur Leistungselektronik und Elektrische Maschinen (W2)

Gelsenkirchen
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

W1-Professur für Maschinenelemente im Kontext der Elektromobilität (Tenure Track)

Erlangen
ESTW-Erlanger Stadtwerke AG

Prokurist / Bereichsleiter (m/w/d) Produktion und technische Dienstleistungen für eine klimaneutrale Energieerzeugung der Zukunft

Erlangen
Technische Hochschule Mittelhessen

W2-Professur mit dem Fachgebiet Biomedizinische Elektronik

Gießen
WHZ Westsächsische Hochschule Zwickau

Professur Dezentrale Energie- und Gebäudetechnik

Zwickau
Hochschule Angewandte Wissenschaften München

Professur für Bauchemie, Baustoffe und Grundlagen des Bauingenieurwesens (W2)

München
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Betriebsmanagerin / Betriebsmanager (w/m/d)

Köln
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Leiterin / Leiter der Hauptstelle Facility Management (w/m/d)

Potsdam
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Universitätsprofessur (m/w/d) für Quanten- und photonische Systeme

Hannover
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Meistgelesen aus der Kategorie Politik