Verbraucherrecht 17. Feb 2023 Von Heinz Wraneschitz Lesezeit: ca. 5 Minuten

Nürnberg: Betrug mit Wunder-BHKW geht für einige Geschädigte wohl richtig gut aus

Als die Nürnberger Justiz am 30. November 2010 den Betrieb der „Gesellschaft zur Förderung Erneuerbarer Energien“, kurz GFE, quasi stillsetzte, hatten 1419 Kunden sogenannter „Pflanzenöl-Blockheizkraftwerke“ (BHKW) auf einen Schlag ihre Investitionen verloren: insgesamt rund 62 Mio. €. Doch nun wird anhand eines Berichts klar, dass einige von ihnen womöglich sogar mehr Geld zurückbekommen, als sie einst investiert hatten.

Am GFE-Firmengebäude in Nürnberg stehen 2011 im Hof Dutzende von Containern mit dem Unternehmenslogo. Die Nürnberger Staatsanwaltschaft hatte im November 2010 die Geschäfte der Unternehmensgruppe stilllegen lassen, denn die GFE vertrieb Blockheizkraftwerke mit einer Funktionsweise, die technisch nicht möglich ist. Ob die Container 2011 noch gefüllt waren, ließ sich von außen nicht feststellen.
Foto: Heinz Wraneschitz

Ende des Jahres 2022 hat Insolvenzverwalter Jochen König seinen Abschlussbericht für die von ihm betreute GFE Energy AG an das zuständige Insolvenzgericht Nürnberg übermittelt. Das bestätigt die Justizpressestelle auf Nachfrage. Über den Inhalt des Berichts hält sich zwar Königs Insolvenzbüro bedeckt, aber laut dem uns vorliegenden jüngsten „Ergänzungsbericht“ über das Verfahren „ist davon auszugehen, dass eine Insolvenzquote von rund 30 % auf die festgestellten Insolvenzforderungen ausgezahlt werden kann“. Denn immerhin „11 437 262,80 € sind auf dem eingerichteten Insolvenzsonderkonto verbucht“, schrieb König den Gläubigern und Gläubigerinnen der GFE Energy AG im Oktober 2022.

Sauber ausgebremst

Von diesem Geldbetrag wird aber nur eine kleine Minderheit der insgesamt 1419 Käufer von GFE-Maschinen profitieren. Denn die meisten haben diese Blockheizkraftwerke (BHKW) bei einer 100 %igen Tochter der GFE Energy AG, der GFE mbH, bestellt und bezahlt – und nicht bei der GFE Energy AG. Und diese Gesellschaft hat gerade mal „ein verfügbares Guthaben in Höhe von 1 423 216,42 €“ auf ihrem Sonderkonto liegen, verwaltet von Hans Raab, Königs Kollegen.

BHKW-Betrug in Nürnberg: Wer den entgangenen Gewinn beim Insolvenzverwalter reklamierte, steht heute gut da

Logo der insolventen GFE-Gruppe an einem Gebäude in der Dieselstraße in Nürnberg. Für einige der Gläubiger könnte das Insolvenzverfahren 2023 sogar so enden, dass sie ihre Einlagen mit einem Gewinn wieder herausbekommen. Foto: Heinz Wraneschitz

Doch auch bei den Kunden der GFE Energy AG werden die einen mehr, die anderen weniger Grund zur Freude haben, wenn sie nach dem endgültigen Abschluss des Verfahrens auf ihr eigenes Konto blicken. Und das hängt mit der Schadenshöhe und -art zusammen, die sie angegeben haben. Worum es genau geht?

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