Start-up-Wettbewerb des BMWi 25. Nov 2021 Von Stefan Asche

Ausgezeichnete, digitale Geschäftsideen!

Die Sieger des „Gründungswettbewerb – Digitale Innovationen“ stehen fest. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat gestern 22 Teams ausgezeichnet.

Das Retury-Team: Laura Killermann, Moritz Weiss und Lina Weis (v.l.)
Foto: Retury

Fünfzehn der insgesamt 387 eingereichten Geschäftsideen werden mit einem Gründungspreis zu jeweils 7000 € prämiert. Die Köpfe hinter sechs besonders herausragenden Ideen erhalten den mit je 32 000 € dotierten „Gründungspreis+“.

Die sechs Gewinner des Gründungspreis+

Das Start-up Bytefabrik.AI aus Karlsruhe vereinfacht datengetriebene Analysen mit einer intelligenten No-Code-Lösung. Das heißt, auch Nutzende, die über keine Programmierkenntnisse verfügen, können Anpassungen in Anwendungen vornehmen, ohne die Funktionalität oder Sicherheit zu gefährden. Mit einer intuitiven Benutzeroberfläche werden die Nutzenden bei der Datenanbindung und -analyse sowie der Nutzung von KI-Software zur Überwachung von Produkt- und Prozessqualität unterstützt. So soll für mittelständische Unternehmen der Zugang zu Anwendungen Künstlicher Intelligenz vereinfacht werden.

Malerroboter bringt Farbe ins Spiel

ConBotics aus Berlin arbeitet an einem Malerroboter, der eine automatisierte Oberflächenbeschichtung in Innenräumen vornehmen kann. Der mobile Leichtbauroboter erfasst und kartografiert mittels LIDAR-Sensoren seine Umgebung, orientiert sich selbstständig und berechnet die Bewegungsplanung für den Auftrag. Anfallende Aufträge sind somit deutlich schneller und mit weniger Personalaufwand zu bewältigen.

KI verbessert medizinische Diagnose

Das Karlsruher Jungunternehmen medicalvalues bietet eine KI-basierte Softwareplattform, die Ärztinnen und Ärzte mit auf Labordaten beruhenden Diagnosevorschlägen unterstützt. So erleichtert medicalvalues die Früherkennung von Krankheiten wie Diabetes, Fettstoffwechselerkrankungen und Anämie.

Retouren ohne Umwege

Retury (Foto) entwickelt eine Plattform, mit der Retourenprozesse ökologischer und weniger kostspielig werden sollen. Anstatt Rücksendungen wieder an die Händler oder Logistikzentren zu senden, nur um sie von dort abermals auf den Weg zu bringen, will das Regensburger Gründungsteam die Retouren direkt und ohne Umweg rabattiert an die neuen Käuferinnen und Käufer schicken. Somit werden überflüssige Versandwege vermieden und die Rücksendungskosten für Händler sinken.

Besser entscheiden im Produktmanagement

Das junge Aschaffenburger Unternehmen summetix entwickelt eine B2B-Software, die es Personen im Produkt- und Innovationsmanagement ermöglicht, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen. Das funktioniert durch eine neuartige Kombination von überwachten und unüberwachten maschinellen Lernverfahren. Die Algorithmen ermöglichen es, Statements in beliebigen Texttypen zu erkennen, zu gruppieren und darin neue oder ungewöhnliche Muster zu identifizieren. So können Veränderungen der Zufriedenheit von Kundinnen und Kunden sowie die Gründe dafür zeitnah und zuverlässig nachvollzogen werden.

Schneller zum idealen Fräskopf

Toolyzer ist eine neuartige Simulationssoftware, mit welcher das niedersächsische Start-up Tetralytix die Entwicklung von industriellen Zerspanwerkzeugen und -prozessen beschleunigt. Die Simulationssoftware ermöglicht eine Verkürzung der Entwicklungszeit sowie eine Reduzierung des Ressourcenbedarfs, da weniger physische Prototypen hergestellt werden müssen. Durch produktivere Werkzeuge und Prozesse wird ein Wettbewerbsvorteil für Produktionsbetriebe geschaffen und für mehr Nachhaltigkeit gesorgt.

Rund 25 % der Teilnehmer waren Frauen

Rund ein Viertel der Personen, die eine Ideenskizze eingereicht haben, waren Frauen – gegenüber zuletzt 16 % an Gründerinnen in der gesamten Start-up-Szene. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gründungswettbewerbs erhalten eine schriftliche Einschätzung ihrer Gründungsidee. Die Gewinnerteams profitieren neben den Preisgeldern von individuellem Coaching, Seminaren und Vernetzungsangeboten.

Sonderpreis „Digitale Städte und Regionen“

Der Sonderpreis „Digitale Städte und Regionen“ geht an das junge Unternehmen cityscaper. Das Aachener Start-up macht per Augmented Reality beispielsweise Verkehrs- und Wohnungsbauprojekte für alle Beteiligten greifbarer. Auch die Darstellung historischer Straßenzüge, etwa für kulturelle und touristische Zwecke, gehört zu den Anwendungsbereichen.

Detaillierte Informationen zu allen Preisträgerteams gibt es hier: www.gw.digital

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