Games-Industrie 29. Aug 2022 Von Jörn Schumacher Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Top 5 der deutschen Spieleentwickler

Eine Reihe von Spielestudios aus Deutschland hat in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Dies hier sind die größten, gemessen an der Zahl ihrer Angestellten.

Die Messegäste tauchen gemeinsam in die neuesten Spielewelten ab. Das Publikum verehrt die Charaktere aus den Spielen. Manche Gamer verkleiden sich.
Foto: panthermedia.net / phonlamai

Spieleentwickler aus den USA, Kanada, Japan und jüngst auch China dominieren den Weltmarkt. Aber auch in Deutschland mischen einige Topstudios mit. Diese hier beschäftigen die meisten Mitarbeiter.

Platz 1: Ubisoft: Der Siedler-Erfinder Blue Byte ging in Ubisoft auf

Gegründet wurde Ubisoft 1986 von fünf Brüdern in Frankreich. Einer der Gründer ist heute noch CEO des Unternehmens mit Hauptsitz in Saint-Mandé bei Paris. Aus dem Hause stammen Spieleklassiker wie Assassin’s Creed, Rayman, Far Cry, Just Dance sowie die Computerspielserie rund um die Bücher von Tom Clancy. Das Unternehmen hat mittlerweile auf fünf Kontinenten 45 Entwicklerstudios. Die rund 20 000 Teammitglieder kommen aus über 90 Nationen. 2001 erwarb Ubisoft das deutsche Entwicklerstudio Blue Byte, das für die Reihe „Die Siedler“ bekannt ist und Studios in Berlin, Düsseldorf und Mainz hat. Für das Geschäftsjahr 2021 verzeichnet Ubisoft einen Umsatz von 2,2 Mrd. € – ein Zugewinn von 46 % im Vergleich zum Vorjahr. Ubisoft produziert auch Verfilmungen mancher seiner Spiele: 2008 kam „Far Cry“ und 2010 „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ auf die Leinwand. Es folgten Filme wie „Assassin’s Creed“ mit Michael Fassbender in der Hauptrolle, „Rabbids“ oder „Mythic Quest“.

Foto: imago images/ZUMA Press/Artur Widak

Platz 2: Innogames: 310 000 Jahre verbrachten Gamer in „Forge of Empires“

Innogames mit Sitz in Hamburg wurde 2007 gegründet und beschäftigt mittlerweile über 400 Mitarbeiter aus über 40 Nationen. Bekannt ist Innogames vor allem für „Forge of Empires“, eines der weltweit erfolgreichsten Strategiespiele in über 30 Ländern. Die Spieler führen ein Dorf durch die verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte. Bis heute haben laut Innogames die Spieler zusammen über 310 000 Jahre Spielzeit in dem Spiel verbracht. Weitere Klassiker des Hauses sind „Elvenar“ und „Die Stämme“. Das Unternehmen erreichte im Jahr 2020 einen Umsatz von 220 Mio. €, Tendenz weiter steigend. Die wichtigsten Märkte sind die USA, Deutschland und Frankreich. Für Schlagzeilen sorgte das Unternehmen im Juli, als es als erstes deutsches Games-Unternehmen seine Gehaltsbänder veröffentlichte. Demzufolge verdient ein Gamedesigner bis zu 58 000 € jährlich, als erfahrener Mitarbeiter auch bis zu 85 000 €.

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Foto: imago images/ZUMA Press/Artur Widak

Unter Männern: Wie eine Frau Karriere in der Games-Branche gemacht hat

Platz 3: Wooga: Wimmelbilder für eine weibliche Zielgruppe

Die Spezialität von Wooga (Abkürzung für „world of gaming“) liegt bei „story driven“-Games, hier taucht der Spieler in eine aufwendig erzählte Geschichte ein. Das Unternehmen, das 2009 in Berlin gegründet wurde, ist Weltmarktführer auf dem Gebiet der „Object Games“, bei denen sich der Spieler in Wimmelbildern bewegt. Wichtigste Produkte sind „June‘s Journey“, „Switchcraft“ und „Pearl‘s Peril“, alles Smartphonespiele für iOS und Android. Das Unternehmen, das 2018 vom israelischen Spielehersteller Playtika für über 200 Mio. $ übernommen wurde, hat 325 Mitarbeiter. Die Zielgruppe besteht größtenteils aus Frauen im Alter zwischen 30 und 80 Jahren. Diese Gruppe sei lange Jahre von den Spieleentwicklern als Zielgruppe nicht ernst genommen worden, teilte der Vice President New Games von Wooga, Sebastian Nußbaum, mit. Schon allein weil die Spiele in 30 Ländern verkauft würden, sei die große Diversität des Unternehmens wertvoll.

Foto: picture alliance / dpa/Oliver Mehlis

Goodgame Studios: 500 Mio. zocken die Gratis-Games aus Hamburg

Goodgame Studios hat sich spezialisiert auf Free-to-Play-Spiele für den Browser und Mobilgeräte. Dabei sind die Spiele selbst kostenlos, Einkommen generiert der Hersteller durch Werbung und kostenpflichtige Zusatzangebote. Die Firma hat über 500 Mio. registrierte Spieler weltweit. Gegründet wurde sie 2009 in Hamburg von zwei Brüdern und zwei Freunden. Im Jahr 2013 eröffnete die Firma Büros in Tokio und Seoul. Das bislang erfolgreichste Spiel des Hauses ist „Empire“, das 2011 startete. In „Empire“ herrschen die Spieler als König oder Königin. Zwischenzeitlich hatte Goodgame Studios 1300 Mitarbeiter, heute sind es etwa 270. In die Kritik geriet das Unternehmen, als 2015 Mitarbeiter einen Betriebsrat gründen wollten und danach entlassen wurden. Laut Goodgame Studios habe es keinen Zusammenhang zwischen dem Vorhaben und den Kündigungen gegeben. Es habe sich um „betriebliche Gründe“ für den Rausschmiss gehandelt. Weitere Spiele des Hauses sind die Bauernhofsimulation „Big Farm“ und das Strategiespiel „War Alliance“.

Foto: picture alliance / dpa/Daniel Reinhardt

Crytek: Virtual-Reality-Spiele aus Frankfurt am Main

Gegründet wurde Crytek 1999 in Coburg vom türkischstämmigen Entwickler Cevat Yerli und seinen beiden Brüdern. Eines der ersten Projekte der drei Geschwister war der Ego-Shooter „Engalus“. Seit 2006 ist der Sitz der Firma in Frankfurt am Main. Das Unternehmen hat 550 Mitarbeiter. Studios in Budapest, Sofia, Istanbul, Seoul und Schanghai wurden 2016 geschlossen, die Niederlassung in Kiew trennte sich 2019 von Crytek. Crytek entwickelte 2004 das Spiel „Far Cry“, das später von Ubisoft gekauft wurde. Ein weiteres Spiel ist der Ego-Shooter „Crysis“, der 2007 vom Publisher Electronic Arts vertrieben wurde. Die Spiele-Engine CryEngine aus dem Jahr 2002 kaufte Amazon für geschätzte 60 Mio. €. Im Ego-Shooter „Hunt: Showdown“ von 2018 schlüpft der Spieler in die Rolle eines Kopfgeldjägers. Zuletzt arbeitete Crytek mit an den Virtual-Reality-Spielen „The Climb“, bei dem der Spieler an Klippen klettert, sowie „Robinson: The Journey“, bei dem der Spieler versuchen muss, auf einer einsamen Insel zu überleben.

Foto: picture alliance/dpa/ REUTERS/Kai Paffenbach

Spieleindustrie: Brummendes Business in Echtzeit

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