15. Okt 2020 Von Hanna Büddicker

Die europäische Stimme der Ingenieure

InteressenvertretungVDI-Direktor Ralph Appel ist zum Präsidenten der Fédération Européenne d’Associations Nationales d’Ingénieurs (Feani) gewählt worden.

VDI-Direktor Ralph Appel vertritt die Interessen von rund 6 Mio. Ingenieurinnen und Ingenieuren in Europa.
Foto:VDI/Catrin Moritz

Der VDI verstärkt seine europäische Sichtbarkeit. VDI-Direktor Ralph Appel ist am 9. Oktober zum Präsidenten der Fédération Européenne d’Associations Nationales d’Ingénieurs (Feani) gewählt worden. Der Dachverband umfasst knapp 350 technisch-wissenschaftliche Organisationen aus 32 Ländern des europäischen Wirtschaftsraums und ist damit die von der EU-Kommission offiziell anerkannte Stimme von rund 6 Mio. Ingenieurinnen und Ingenieuren in Europa. „Ich freue mich auf diese Rolle und möchte helfen, die technologisch und wirtschaftlich bedeutsame Kraft der Ingenieurskunst für Europa weiter zu stärken“, so Ralph Appel.

Die Feani kümmert sich um die Rolle der Ingenieurinnen und Ingenieure in Europa, damit einhergehend die Qualitätssicherung in der Ingenieurausbildung und die Anerkennung von Ingenieurqualifikationen auf internationaler Ebene, fördert Transparenz und Mobilität auf dem europäischen Ingenieurarbeitsmarkt. „Feani bietet den Ingenieurvereinigungen Europas die Plattform, in einer Welt, in der Themen nicht mehr allein national behandelt werden können, ihre Interessen und Anliegen auf die europäische Ebene zu tragen. Dass dem VDI dabei eine wichtige Rolle angetragen wird, freut uns“, so VDI-Präsident Volker Kefer.

Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten Themen

Eines der wichtigen Projekte innerhalb der Feani ist es derzeit, technisches Know-how zur Erreichung der UN Sustainable Development Goals (SDGs) einzusetzen. „Das Thema Nachhaltigkeit spielt über die Landesgrenzen der einzelnen Mitgliedsländer hinaus eine große Rolle. Wir erarbeiten gemeinsam mit Partnern Lösungen, die wir an politische Entscheidungsträger herantragen“, so VDI-Direktor Appel. „Die Feani vereint Ingenieurinnen und Ingenieure, die sich zusammen einer europäischen Herausforderung stellen, insbesondere dadurch, dass man diese aus verschiedenen, länderspezifischen Perspektiven beleuchtet.“ Appel will außerdem die drei Jahre seiner Amtszeit in Brüssel nutzen, um den Beitrag von innovativen Ingenieurleistungen zum „European Green Deal“ der EU-Kommission deutlich zu machen.

In Brüssel hat die Feani ihren Sitz erst seit 1997. Gegründet wurde sie in Paris im Jahr 1951 von deutschen und französischen Ingenieurinnen und Ingenieuren, die kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gemeinsam an technischen Innovationen arbeiteten. Innerhalb der beginnenden Europäisierung brachte die Feani zwei ehemalige Kriegsgegner so näher zueinander, die mit ihrem gemeinsamen Engagement einen Beitrag für Frieden und Wohlstand in Europa leisteten. Sie kooperiert seitdem mit Organisationen auf europäischer und internationaler Ebene: Beispielsweise ist sie Gründungsmitglied der World Fed­eration of Engineering Organizations (WFEO) und enger Kooperationspartner der European Young Engineers (EYE), der Dachverband der europäischen Ingenieurorganisationen für Studierende und Berufsanfänger.

Tags: Arbeitsmarkt

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