Hybrides Arbeiten: Microsoft Teams mit „Pendelstrecke“ 02. Jul 2021 Von Claudia Burger

„Senior Softwareentwickler“ sind oft im Homeoffice

Seit gestern gibt es keine Homeoffice-Pflicht mehr. In welchen Jobs wird das Arbeiten von zu Hause aber auch in Zukunft normal sein? Die Jobseite Indeed hat ihre Stellenanzeigen analysiert: Gewinner ist die Position: „Senior Softwareentwickler“. 84 % aller Anzeigen zu diesem Berufsbild inkludierten eine Option für das Arbeiten von zu Hause. Hybrides Arbeiten wird nicht selten per Microsoft „Teams“ erledigt. Microsoft stellte neue Features für Teams vor. Wer will, kann nunmehr „Pendelzeit“ einrichten.


Foto: panthermedia.net/photographee.eu

Für „Senior Softwareentwickler“ war in 84 % aller Anzeigen eine Option für das Arbeiten von zu Hause inkludiert. Für die Rangliste wurden Jobs mit einem Durchschnittsgehalt ab 50 000 € brutto ausgewählt. Auf Platz zwei rangiert der Jobtitel des „HR-Business Partners“ mit einer Homeoffice-Quote von 81 %. Die Top Fünf komplettieren weitere Jobs aus dem Software- und IT-Bereich: „Netzwerkspezialist“ (75 %), „Senior Softwareentwickler Java“ (74 %) sowie mit einer Homeoffice-Quote von 71 % „System Engineers“. Insgesamt stehe etwa jede hundertste Jobsuche auf Indeed in Zusammenhang mit dem Schlagwort „Homeoffice“. Dieser Anteil habe sich in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt. Der Anteil von Jobs mit Homeoffice-Option liegt über alle Stellenanzeigen auf Indeed hinweg bei 10 %. Frank Hensgens, Geschäftsführer Indeed DACH, kommentiert: „Homeoffice wird auch nach der Pandemie ein wichtiges Kriterium für Jobsuchende bleiben. Das zeigt die ungebremste Nachfrage nach Jobs, die auch von zu Hause ausgeführt werden können. Allerdings gibt es Jobs, die leichter aus dem Homeoffice auszuführen sind als andere. Dazu zählen vor allem Jobs aus dem IT-Bereich, wie unsere Analyse zeigt. Für zahlreiche Berufe ist eine starke Präsenzpflicht immer noch Standard. Das darf bei allen Diskussionen rund um das Homeoffice nicht vergessen werden. Umso mehr können Arbeitgeber aus der Masse hervorstechen, indem sie gerechte und umfassende Homeoffice-Regelungen für ihre gesamte Belegschaft schaffen. Das wird im Kampf um die besten Talente immer wichtiger werden.“

Tübinger Fachleute raten, die Rückkehr ins Büro gut vorzubereiten

Da das Zurück zur „alten Normalität“ mit Vorfreude, aber auch mit Sorgen verbunden sei, empfehlen Forschende des Leibniz-Instituts für Wissensmedien (IWM) in Tübingen, dem Übergang Aufmerksamkeit zu schenken. War „Homeoffice“ vor der Coronakrise für viele Unternehmen und ihre Mitarbeitenden noch ein Fremdwort, ist der Schreibtisch zu Hause mittlerweile vertrauter als das Büro. Die Rückkehr ins Büro bedeutet somit eine erneute Umstellung, die bei vielen Menschen von gemischten Gefühlen begleitet werde. Die Tübinger Wissenschaftler Annika Scholl und Kai Sassenberg betrachten diesen Wechsel und die damit verbundene Angst oder Vorfreude aus psychologischer Sicht. Während sich die einen auf mehr Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und weniger Screentime freuen würden, befürchten andere den Verlust des selbstständigen Arbeitens. „Eine große Sorge etwa ist, dass mit der Rückkehr ins Büro die Flexibilität und Selbstbestimmung aus dem Homeoffice wieder eingeschränkt werden könnten“, berichtet Scholl und verweist auf aktuelle Umfragen, wonach viele gerne auch in Zukunft zumindest einige Zeit im Homeoffice arbeiten möchten. Hinzu komme, dass sich die Menschen und die Unternehmen im Laufe der Pandemie in Arbeitsweise und Arbeitsorganisation verändert haben. „Die Summe dieser Veränderungen allein legt nahe, dass die Rückkehr nicht selbstverständlich reibungslos verlaufen muss. Wenn dann die Erwartung hinzukommt, dass alles wieder so ist wie vor der Pandemie, können unangenehme Überraschungen und Enttäuschungen hinzukommen“, so Sassenberg, der am IWM die Arbeitsgruppe Soziale Prozesse leitet. Der Schritt vom Homeoffice zurück ins Büro lässt sich mit der Erfahrung von Mitarbeitenden, die nach einem Auslandsaufenthalt zurück in ihre „alte“ Kultur kommen, vergleichen. Viele erleben dabei den sogenannten „umgekehrten Kulturschock“. „Sie erwarten, dass sie in der alten Arbeitsumgebung nahtlos wieder anschließen können. Zwischenzeitlich haben sich aber die Mitarbeitenden und die Organisation verändert. Deshalb werden diese Erwartungen oft enttäuscht. So ähnlich kann es auch nach der Rückkehr aus dem Homeoffice sein“, sagt Sassenberg.

 IWM-Forschende empfehlen: Be prepared

Das Wichtigste aus der Sicht der beiden Forschenden ist eine gute Vorbereitung der Übergangsphase. „Workshops oder Events können den Start für die Arbeit im Büro bedeutungsvoll gestalten. Auch explizite und revidierbare Absprachen helfen, Konflikte und Enttäuschungen zu vermeiden, wenn es um neue Normen in der Zusammenarbeit wie den Wegfall des Händeschüttelns geht“, empfiehlt Scholl. Nichtsdestotrotz werde das Ende der Homeoffice-Pflicht nicht mit der Rückkehr zur alten Normalität einhergehen. Um diese Situation gut zu meistern, bräuchten Menschen vor allem eins: Zeit, um wieder zusammenzufinden.

Microsoft bietet neues Feature für Teams

Microsoft präsentierte kürzlich die Zukunft der „Employee Experience“ mit Microsoft Teams & Viva, einer Plattform für Mitarbeitende, die den Arbeitsalltag erleichtern soll. Dazu zählt auch ein besonderes Feature: Wer das Pendeln im Homeoffice vermisst, kann sich am Ende eines Arbeitstages zu einer selbst bestimmten Uhrzeit auf die sogenannte „Pendelstrecke“ begeben: Abhaken von Aufgaben, kurze Übersicht über den kommenden Tag, eine Reflexion über den Tag und eine Bewertung, und zum Schluss auf Wunsch eine geführte Meditation.

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