Hochschule 18. Okt 2022 Von Wolfgang Schmitz

In den Mint-Studiengängen ist noch reichlich Platz für junge Frauen

Obwohl eine große Mehrheit der Schülerinnen hierzulande an Mint-Themen interessiert ist, haben sie Bedenken, wenn es um ein entsprechendes Studium geht. Das zeigt eine Studie der IU Internationale Hochschule mit Hauptsitz in Erfurt. Kanzlerin Alexandra Wuttig will das ändern.

Technik öffnet Wege zu einer ökologisch sauberen Zukunft. Wie vielfältig Ingenieurwissenschaften und IT sind, ist vielen Mädchen nicht bewusst.
Foto: Panthermedia.net/cristovao

„Deutschland, Land der Ingenieure.“ Dieses geflügelte Wort scheint in Stein gehauen. Und es ist ja auch nicht völlig aus der Luft gegriffen, wie Erhebungen aus verschiedenen Quellen zeigen. Die Ausbildung an deutschen Hochschulen gilt als Weltspitze. Mit der Note 1,7 rangiert das deutsche Ingenieurstudium in einer Studie der Boston Consulting Group an oberster Stelle.

Internationaler Spitzenreiter ist das Land auch, was die Mint-Anfängerquote betrifft. In keinem anderen Industrieland ist eine Ausbildung in Technik- und Naturwissenschaften bei jungen Menschen so beliebt wie in Deutschland. Gut 38 % von denen, die im Jahr 2020 ein Hochschulstudium oder eine Ausbildung mit beruflichen Fortbildungsabschlüssen starteten, entschieden sich für ein Mint-Fach. Das geht aus einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Damit nimmt Deutschland im internationalen Vergleich den Spitzenplatz ein, vor Israel mit 33 % sowie Österreich, Estland und Finnland mit 32 %. Der OECD-Durchschnittswert liegt bei 27 %.

„NRW-Technikum“ motiviert junge Frauen zur Mint-Karriere

Nur ein Viertel der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften ist weiblich

„Deutschland, Land der Ingenieure“ trifft also durchaus zu. Der Haken: Es ist nicht vom „Land der Ingenieurinnen“ die Rede. Die Erkenntnis des OECD-Berichts, es gäbe bei der Beteiligung von Frauen in technischen Studienfängern noch „Nachholbedarf“, wird durch andere Studien gestützt, die den Anteil der weiblichen Studierenden unter angehenden Ingenieuren und Ingenieurinnen auf rund ein Viertel taxieren.

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