Personalabbau geplant 26. Mai 2020 Von Claudia Burger

Eurowings-Chef Bischof: „Wir werden nicht am Kunden sparen“

Gestern hat die Regierung die Rettung der Lufthansa mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Höhe von 9 Mrd. € beschlossen. Wie viel die Tochter Eurowings davon erhält, ist nach Worten des Airlinechefs Jens Bischof noch nicht klar. Eurowings sei aber ein strategisches Asset der Lufthansa-Gruppe – vor allem in Hinblick auf Nordrhein-Westfalen.


Foto: OLIVER ROESLER/Eurowings GmbH

Jens Bischof, der seit dem 1. März Chef der Airline Eurowings ist und seit fast 30 Jahren in unterschiedlichen Positionen im Lufthansa-Konzern tätig war, betonte bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf, dass die Situation der Coronakrise eine Besonderheit sei. „Ich habe viele Krisen mitgestaltet. Ich habe immer den Eindruck gehabt, dass die Luftfahrtindustrie, die ja schon per se margenschwach ist, eigentlich immer wieder gestählt wurde durch diese Ausnahmezustände. Dieses Mal aber, muss man wirklich sagen, ist das Ausmaß der Krise unfassbar intensiv. Ich bin mir dennoch sicher, dass wir das schaffen werden, als Lufthansa-Gruppe, aber auch als Eurowings.“ Die beschlossen Hilfe für die Lufthansa-Gruppe sei in gutes Signal, besonders, weil die Zeit langsam knapp werde und es noch weitere Zustimmungen vom Lufthansa-Aufsichtsrat, der EU-Kommission und den Aktionären geben müsse. „Wir haben den Anspruch in der LH-Gruppe, die Schuldenlast, die so entsteht, so schnell wie möglich zurückzuzahlen“, betonte Bischof. Die Lufthansa habe in den drei Jahren vor Corona Rekordergebnisse erzielt und sei durch die außergewöhnlichen Umstände in diese Situation gekommen.

Umsatzeinbruch um 95 %

Eurowings sieht er im Vorteil zu anderen Airlines, weil bereits seit dem 1. April fast alle Mitarbeiter in Kurzarbeit seien (zwei Drittel in Vollkurzarbeit) und sofort an Restrukturierungspaketen gearbeitet wurde. Der Umsatzeinbruch im April lag laut Bischof bei 95 %. Die Kostenreduktion liege bei 70 % . Die Airline habe am Tag etwa ein Minus von 2 Mio. € eingefahren. Klar sei, dass die Luftfahrt vor 2023 nicht auf Vorkrisenstand kommen werde. Vor der Krise habe Eurowings am Tag 70 000 bis 80 000 Menschen befördert, zurzeit seien es noch knapp 1000. Nach der Krise würden sich die Kundenerwartungen ändern. „Die langsame Erholung bewirkt, dass die Konsolidierung unserer Branche in die Verlängerung geschickt wird“, sagte Bischof. Von den 140 Flugzeugen würden im Jahr 2021 etwa 90 starten. Die Restrukturierung gehe auch mit Personalanpassung einher: Im administrativen Bereich würden von 1000 Stellen etwa 300 wegfallen, so Bischof. Insgesamt beschäftigt Eurowings 4000 Mitarbeiter. Wie lange die Kurzarbeit anhalten wird, konnte Bischof nicht sagen, er gehe davon aus, dass es bis nächstes Jahr sein wird. „Wir werden aber nicht an den Kunden sparen“, versicherte der Airlinechef.

Kundenerwartung wandelt sich

Kunden hätten nach der Krise eine andere Erwartungshaltung, Themen wie Sicherheit, Gesundheitsschutz und Glaubwürdigkeit würden im Vordergrund stehen. Eurowings arbeite an Konzepten, beispielsweise auch an Verbesserungen im Boardingprozess oder der Möglichkeit, einen freien Mittelsitz zu erhalten. Auch an der Übersichtlichkeit der Angebote solle gearbeitet werden, der Kunde solle sofort wissen, was in einem Paket enthalten sei. Er solle die Kontrolle über den Reiseprozess erhalten. In Konkurrenz zum Mutterunternehmen Lufthansa, das zukünftig mehr im touristischen Sektor tätig sein will, weil Dienst- und Geschäftsreisen weniger gefragt sein werden, sieht Bischof seine Airline nicht. Er bezeichnete diesen Aspekt als eine Ergänzung. Kunden, die für die ausgefallenen Flüge keinen Gutschein annehmen wollen, würden ihr Geld zurückerhalten, es dauere aufgrund der gegebenen Umstände länger.

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