Tipps für die Unternehmensführung 13. Dez 2022 Von Jürgen Schmid

Design und Innovationen helfen Unternehmen aus der Schieflage

Mut zu Innovationen und Investition in neue Designs können bei Firmen, die sich in Turbulenzen befinden, die Weichen auf Zukunft stellen. Das meint unser Kolumnist Jürgen Schmid.

Wenn Firmen in Schwierigkeiten sind, sparen sie oft an Investitionen und sehen auch das Design als zweitrangig an. Doch es geht auch anders und das erfolgreich. Das meint unser Kolumnist Jürgen Schmid, Inhaber von Jürgen Schmid Maschinendesign.
Foto: Martina Draper

Gerät ein Unternehmen in finanzielle Schieflage und weicht der interne (Über-)Lebenswille der Depression, geben auch die Banken bald keinen Pfifferling mehr auf die Firma. Das ist der Moment, in dem das Management nur noch einen Ausweg sieht: den Geldhahn zudrehen und alle Ausgaben, die als nicht akut überlebenswichtig eingestuft werden, auf das absolute Minimum reduzieren. Zumindest normalerweise.

Es gibt aber auch Gegenbeispiele. Und eines davon begleite ich gerade.

Welche Faktoren über die Marktführung entscheiden

Ein neues Design als Ausweg aus der Misere

„Haben Sie Lust auf ein Projekt der besonderen Art?“ Diese Frage stellte mir vor einiger Zeit der Interimsmanager eines Maschinenbauunternehmens. Er war berufen worden, um dem Betrieb aus seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage zu helfen. Er fügte hinzu: „Die Gläubiger und ich sind überzeugt davon, dass Sie substanziell dazu beitragen können, unseren Verkaufserfolg wieder in Gang zu bringen.“

Das ist ziemlich ungewöhnlich, denn bei den meisten Unternehmen steht „Design“ ganz oben auf der Liste der nicht-lebensnotwendigen Ausgaben.

Aus zwei Gründen antwortete ich ganz spontan: „Ja, machen wir.“ Erstens haben mein Team und ich schon mehrere Unternehmen dabei unterstützt, aus der Insolvenz heraus wieder auf gesunde Füße zu kommen. Und zweitens kannte ich diesen Interimsmanager und sein großes Können seit vielen Jahren aus der Zusammenarbeit mit einem anderen Kunden: Ich traute ihm den Erfolg zu.

Also packten wir gemeinsam an, obwohl mir auch klar war, dass es bei so einem Projekt für mein Team um weit mehr als „nur“ Design geht.

Umdenken, neu denken – die Mitarbeiter zogen schnell mit

Beim ersten Treffen mit den Mitarbeitern war ich positiv überrascht. Eine solche Energie und Entschlusskraft hatte ich nicht erwartet. Die wollten wirklich den Erfolg.

Deshalb nahmen sie von Anfang an unsere Ideen und Pläne engagiert und mit kritischem Verstand auf. Zwar fielen auch hier zu Beginn die typischen innovationsfeindlichen Sätze, die ich so oft zu hören bekomme wie „Kann gar nicht funktionieren!“ oder „Wie soll denn das gehen?“ Es ist ja auch richtig: Innovative Ideen verlangen nicht nur eine Veränderung bei den Produkten, sondern auch eine Veränderung in den Köpfen.

Der gemeinsame Nenner erfolgreicher Unternehmen

Doch nach den ersten Arbeitsmeetings wichen diese Bedenken dem Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Es gelang, überraschende technische Möglichkeiten zu finden und für die neue Produktlinie ein hochindividuelles Gesicht zu entwickeln. Das Tempo des Projektfortschritts war beachtlich, sodass das Unternehmen den ambitionierten Zeitplan halten konnte, den wir erstellt hatten.

Entstanden ist eine Produktlinie in pragmatisch-kubischem Design

Dabei ist es erfahrungsgemäß ein steiniger Weg, den Anforderungen treu zu bleiben: dem gestalterischen Kernentwurf genauso wie der Verpflichtung zur kostenneutralen Realisierung und der Funktionalität. Diese Konsequenz geht im Mahlwerk der Aussagen „technisch unmöglich“, „zu teuer“, „nicht funktional“ und „schlechte Zugänglichkeit“ oft verloren.

Doch ich war begeistert zu sehen, wie sehr sich die jungen genauso wie die erfahrenen Mitarbeiter für das Projekt einsetzten – sie ergänzten sich fantastisch. Entstanden ist eine Produktlinie in pragmatisch-kubischem Design mit etlichen pfiffigen Details und markanten Merkmalen für eine hohe Wiedererkennung.

Die Spannung war groß: Was würden die Kunden dazu sagen? Die Beteiligten fieberten der Hausausstellung entgegen, die kürzlich stattgefunden hat.

Die Resonanz war positiv, jetzt ist das Vertriebsteam gefragt

Die Resonanz war überaus positiv und führte zu über 40 ernsthaften Anfragen. Ich bin überzeugt, dass, wenn das Vertriebsteam nun die gleiche Konsequenz und Power an den Tag legt wie das Entwicklerteam, der finale Verkaufserfolg diesen mutigen Machern recht gibt.

Denn es sind vor allem dieser unbeirrbare Fokus sowie der Mut, etwas Neues, Innovatives, Kunden- und Anwenderorientiertes zu schaffen, die am Ende ein Unternehmen in Schieflage wieder auf Erfolgskurs bringen.

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