Stadtplanung 07. Jun 2022 Von Fabian Kurmann

Satellitendaten verbessern Monitoring von Flächenverbrauch

Das Projekt Incora ergänzt die bisherigen Methoden des Flächenmonitorings. Auf einer Webseite sind die Daten des Copernicus Sentinel Satelliten aufbereitet und Infos zum Flächenverbrauch visualisiert und für jeden einsehbar.

Die Flächenversiegelung in Deutschland nimmt aktuell jährlich zu. Doch wie viel der Fläche insgesamt ist versiegelt? Forschende haben Daten dazu auf ihrem Webportal visualisiert.
Foto: Fabian Kurmann

Für eine nachhaltige und klimaschonende Siedlungsentwicklung ist der sparsame Umgang mit der Ressource Fläche von zentraler Bedeutung. Doch wie viel Fläche ist bereits versiegelt, bebaut und wie viel liegt brach? Das Projekt Incora sorgt mit Datengrundlagen der Copernicus Sentinel Satelliten für eine Ergänzung und Verbesserung von Indikatoren der Siedlungs- und Verkehrsflächenentwicklung.

Das im Projekt entwickelte Dashboard ist seit heute auf der Webseite www.incora-flaeche.de visualisiert mit Karten und Diagrammen aus verschiedenen Datensätzen. Darin sind Kenngrößen zur Landbedeckung und zum Flächenverbrauch in Deutschland. Ziel ist es, regionalisierte Auswertungen und Vergleiche möglich zu machen.

Satellitendaten ergänzen Daten aus Liegenschaftskataster

Daten zum Flächenverbrauch werden in Deutschland normalerweise aus dem Liegenschaftskataster gewonnen. Das Liegenschaftskataster unterliegt allerdings zeitweilig Umstellungseffekten und ist nicht immer einheitlich aktuell. Neue Datensätze aus der Erdbeobachtung berichten über den Flächenverbrauch auf Basis von Landbedeckungsklassen. Incora – der Projektname ist ein Acronym für Inwertsetzung von Copernicus-Daten für die Raumbeobachtung – ergänzt die bisherigen Methoden des Flächenmonitorings.

Trockenheit und Wald: Früherkennung per Satellit aus dem All

„Die Ergebnisse führen zu einer verbesserten Informationsgrundlage für Maßnahmen zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme“, erläutern Dr. Shaojuan Xu und Dr. Stefan Fina aus dem Team des ILS. Das Projekt wurde durch das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) koordiniert und gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und der Firma Mundialis durchgeführt. „So werden die Stärken und Schwächen verschiedener Datenoptionen sichtbar, die tatsächliche Flächenentwicklung wird für die Anwenderinnen und Anwender transparenter.“

Informationswerkzeug visualisiert Flächenverbrauch

Das neue Onlineportal dient als Informationswerkzeug, um Fragestellungen zur Siedlungsflächenentwicklung datenbasiert und kritisch zu betrachten. Hierzu werden verschiedene Datensätze kartografisch und statistisch dargestellt. Dabei ist es erstmalig gelungen, katasterbasierte Flächenentwicklungen aus den Open-Data-Portalen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen in einer Webanwendung zu visualisieren, und historische und aktuelle Luftbilddienste zur Überprüfung einzelner Flächen zu hinterlegen. Die Flächenentwicklung wird mit den wichtigsten Indikatoren zu den Themenbereichen Siedlung und Vegetation einer vergleichenden Bewertung unterzogen. Neben dem kartografischen und statistischen Kernstück der Plattform werden mit der begleitenden Textdokumentation die Methoden erläutert und die Aussagekraft der Daten interpretiert.

Europas Satellitennetz nimmt Gestalt an

„Ziel von incora-flaeche ist die Berichterstattung zur Flächeninanspruchnahme durch weitere zeitlich, räumlich und thematisch hochauflösende Datenquellen zu ergänzen und zu verbessern“, so die Wissenschaftler Silas Eichfuss und Fabian Dosch vom BBSR. „Dazu haben wir eine Indikatorenpyramide entwickelt und in incora-flaeche transparente und rasch zugängliche Datengrundlagen, Karten und Abbildungen für Wissenschaft und informierte Fachöffentlichkeit geschaffen.“

Handlungsbedarf sieht das Forschungsteam bei der weiteren Digitalisierung der Planung und der Einbindung digitaler Informationen zur geplanten Siedlungsentwicklung, um die Auswirkungen des Flächenverbrauchs vorausschauend abzumildern. „Methoden der Erdbeobachtung bieten diesbezüglich die Möglichkeit, mit neu aufkommenden Datenquellen und Technologien das Monitoring zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, erklärte Guido Riembauer von Mundialis.

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