Internationale Flugübung „Blue Flag“ 06. Nov 2019, 09:36 Uhr Peter Steinmüller

Deutsche Eurofighter trainieren über israelischer Wüste

Die Deutsche Luftwaffe nimmt zum zweiten Mal an der internationalen Luftkampfübung „Blue Flag" in Israel teil. Die sechs Eurofighter trainieren den Kampf gegen Luftabwehrsysteme und feindliche Maschinen.

Das Tarnkappen-Kampfflugzeug F-35 der israelischen Streitkräfte nimmt ebenfalls an Blue Flag teil. Von den Einsatzerfahrungen über Syrien dürften die deutschen Piloten profitieren. Das Bild zeigt eine US-Maschine bei einer Übung in Deutschland in diesem Jahr.
Foto: Airman 1st Class Valerie Seelye/US Air Force, Public Domain

Ein Jagdbomber vom Typ F-16 der US Air Force landet in Owda. Die Maschine ist im rheinland-pfälzischen Spangdahlem stationiert.
Foto: Ziv Sokolov, Public Domain

Drei Eurofighter der Luftwaffe brüten unter der Wüstensonne im Negev. Sie bilden die Hälfte des deutschen Kontingents.
Foto: Bundeswehr / Ronny Peters

Zwei deutsche Eurofighter rollen in Owda zu den Hangars.
Foto: Bundeswehr/Ronny Peters

Bis zur Einführung der F-35I war die F-15I das Flugzeug, mit dem Israel Luftschläge auf weit entfernte Ziele in den arabischen Staaten durchführen konnte.
Foto: Tech. Sgt. Kevin Gruenwald/US Air Force, Public Domain

Der Ramon-Krater ist ein ideales Übungsgebiet für die israelischen Luftstreitkräfte. Hier trainiert ein Transportflugzeug vom Typ C-130 den Tiefflug.
Foto: Steinmüller

Den Ramon-Krater in der Negev-Wüste durchziehen tiefe Täler mit kargem Bewuchs.
Foto: Steinmüller

Der größte Teil der Negev-Wüste wird von der israelischen Armee als Übungsgebiet genutzt.
Foto: Steinmüller

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Sechs Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter und etwa 140 Soldatinnen und Soldaten wurden dazu auf die Luftwaffenbasis Owda im Süden Israels verlegt. Der Großteil der deutschen Soldaten sowie die Luftfahrzeuge kommen aus dem Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ im ostfriesischen Wittmund. Diese und nächste Woche werden über der Negev-Wüste verschiedene Operationen im multinationalen Verbund geübt. Neben Jets aus dem Gastgeberland werden auch Kampfflugzeuge aus den USA, Italien und Griechenland beteiligt sein. Nach israelischen Angaben nehmen mehr als 1000 Soldaten an der zwölftägigen Übung teil. Besonderes Augenmerk werde auf den Kampf gegen hochmoderne Luftabwehrsysteme gelegt. Zudem werden Mixed Fighter Operations geflogen, bei denen die verschiedenen Flugzeugtypen aus unterschiedlichen Ländern gemeinsame Formationen bilden. Geübt wird aber auch der Luftkampf untereinander.

Israelische F-35 waren über Syrien im Einsatz

Eine Premiere bildet die erstmalige Beteiligung von F-35 der israelischen Luftstreitkräfte. Die F-35 von Lockheed Martin ist Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug. Die Bundesregierung hatte sich zu Beginn dieses Jahres gegen den Typ als Nachfolger des Kampfflugzeugs Panavia Tornado entschieden. Die israelischen Streitkräfte griffen mit F-35 wiederholt stark verteidigte iranische Stellungen in Syrien an. Israelischen Medienberichten zufolge waren die ebenfalls in Syrien stationierten, modernen russische Flugabwehrsysteme vom Typ S-400 nicht in der Lage, die F-35 zu orten. Das S-400 bildet das Rückgrat der russischen Luftabwehr und ist etwa in Kaliningrad und auf der von Russland besetzten Krim stationiert. Die ausländischen Teilnehmer der Blue-Flag-Übung dürften von solchen Einsatzerfahrungen ihrer Gastgeber profitieren. Entsprechende Hoffnungen formulierte Oberstleutnant Manuel Last, Kommandeur des deutschen Kontingents: „Es wird besonders interessant sein, die Verfahren unserer israelischen Freunde zu verfolgen und mit ihnen vor Ort zusammenzuarbeiten.“

Deutsche Beteiligung mit politischer Symbolkraft

„Blue Flag“ ist eine internationale Luftkampfübung der israelischen Luftwaffe. Sie findet seit 2013 im zweijährigen Rhythmus statt. 2017 nahmen erstmals deutsche Kampfflugzeuge an der Übung in Israel teil. Die Luftwaffe war damals mit sechs Jets und rund 110 Soldaten vom Taktischen Luftwaffengeschwader 73 Steinhoff aus Laage bei Rostock dabei. Insgesamt waren 35 Flugzeuge aus sieben Nationen beteiligt, hinzu kamen 26 israelische Maschinen. Die deutschen Piloten absolvierten insgesamt 62 Flüge, darunter drei Nachtflüge. Die historische Bedeutung des deutschen Engagements ordnete die israelische Tageszeitung Haaretz ein: „Was die Symbole roher militärischer Macht und historischer Erinnerungen angeht, kommt kaum etwas an den Anblick eines Eurofighters mit deutschen Hoheitszeichen heran, der die Position neben einer F-15 mit dem Davidstern einnimmt, bevor beide für eine Luftkampfübung in den Himmel über der Negev-Wüste abheben.“

In Owda ist Israels Aggressorstaffel stationiert

Der Militärflugplatz Owda, von dem aus die Übung abgehalten wird, liegt an der Südspitze der Wüste Negev. Besonders Tauchsportlern ist er für seine zivile Nutzung bekannt. Bis zum Frühjahr diesen Jahres flogen ihn Chartermaschinen an, die Touristen zum nahe gelegenen Urlaubsort Eilat am Roten Meer transportierten. Mittlerweile nutzen Reisende den neueröffneten Flughafen Ramon Eilat. Owda ist der einzige Militärflugplatz in Israel, in dem keine Kampfeinheiten stationiert sind, sondern der ausschließlich zu Trainingszwecken unterhalten wird. Dafür ist dort die Aggressoreinheit der israelischen Luftstreitkräfte stationiert, die mit ihren Jagdflugzeugen vom Typ F-16 die Taktiken und Flugmanöver feindlicher Jets simuliert. Nördlich von Owda liegt der Ramon-Krater. Mit einer Länge von fast 40 km, einer maximalen Breite von 10 km und Tiefe von bis zu 500 m bietet er ideale Voraussetzungen für Tiefflugübungen im Radarschatten der Täler. Die 12.000 km² große und kaum besiedelte Negev-Wüste ist in großen Teilen für die israelischen Streitkräfte reserviert.

 

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