Funktechnik 17. Jun 2022 Von André Weikard

Uplink-Chef: „DAB+ nur eine Brückentechnologie – wird nur noch Streaming geben“

Die Abschaltung von UKW-Technik bedrohe die Medienvielfalt, warnt Michael Radomski, Geschäftsführer von Deutschlands führendem Betreiber von Radiosendeanlagen. Auch im Katastrophenfall sei man auf die Technik angewiesen.

Bald bloß noch im Museum? UKW-Radios.
Foto: PantherMedia / stokkete

Michael Radomski, Chef von Deutschlands führendem Betreiber von Radiosendeanlagen Uplink Network, warnt eindringlich davor, die Ultrakurzwelle (UKW) abzuschalten. Das Digitalradio DAB+ und UKW hätten unterschiedliche Stärken, so Radomski gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. In kleineren Sendegebieten sei UKW ideal, überregionale Reichweiten erziele man am besten mit DAB+. „Wenn eine Entweder-oder-Politik gemacht wird, dann ist das eine Bedrohung der Medienvielfalt und der Medienpluralität in Deutschland“, schlussfolgert Radomski. Sein Unternehmen sei völlig technologieoffen, betont er. Man baue derzeit mehrere DAB+-Anlagen. Uplink Network betreibt derzeit 800 UKW-Sender und zehn DAB+-Sender.

Radio: Der treue Alltagsbegleiter steht vor digitaler Zerreißprobe

Radomski befürchtet, dass auch DAB+ nur ein technologischer Zwischenschritt sei und letztendlich im Online-Streaming aufgehen werde: Schon „Ende der 2030er-, in den 2040er-Jahren wird es in der Masse bloß noch Streaming geben.“

Ultrakurzwelle als „Energiefress-Maschine“

Er widerspricht damit dem Deutschlandradio-Intendanten Stefan Raue, der kürzlich gesagt hatte, die Abschaltung der Ultrakurzwelle sei durch die Energieverteuerung zu einem drängenden Thema geworden: „Wir werden uns auf Dauer zwei terrestrische Verbreitungswege nicht leisten können. Die Zeichen stehen deutlicher darauf als noch vor zwei, drei Jahren“, so Raue. In seinen Augen ist UKW eine „Energiefress-Maschine“.

Analoge Funktechnik ersetzt Digitalfunk für Feuerwehr und Polizei

Radomski hält dem nun entgegen: „Wenn DAB+ so vorteilhaft wäre, dann würden die Leute doch von selber alle ihr UKW-Radio wegschmeißen und DAB+-Radios kaufen und kein UKW mehr hören. Aber das Gegenteil ist der Fall.“ Je nach Studie seien 90 Mio. bis 150 Mio. UKW-Radios im Umlauf. Und die Bundesregierung empfehle nach wie vor, für den Krisenfall – neben der Bevorratung mit Wasser, Mehl und Trockennahrung – ein batteriebetriebenes UKW-Radio zu Hause zu haben. „Nie wieder wird ein Medium in Deutschland die technische und tatsächliche Reichweite haben wie UKW. Nie wieder“, glaubt Radomski. „DAB+ kann nicht im Ansatz daran reichen.“

Themen im Artikel

Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Hochschule Hannover

Professuren

Hannover
Hochschule Kaiserslautern

Professur für Werkstoff- und Fertigungstechnik (W2)

Kaiserslautern
Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Referent/in (m/w/d) für IT-Services

Bremerhaven
Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Projektleitung für PV- und Beleuchtungsoffensive (m/w/d)

Bremerhaven
Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Projektleitung "Bluehouse und Bauunterhalt" Helgoland (m/w/d)

Helgoland
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

W2-Forschungsprofessur für Materialforschung mittels Focused-IonBeam-Rasterelektronenmikroskop (FIB-REM) (m/w/d)

München
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Betriebsmanagerin / Betriebsmanager (Ingenieurin / Ingenieur Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik, Klimatechnik, Versorgungstechnik, Anlagenbetriebstechnik oder Technische Gebäudeausrüstung) (w/m/d)

Magdeburg
Diehl Aerospace GmbH

Entwicklungsingenieur (m/w/d) - Testsysteme Hardware

Frankfurt am Main
Diehl Aerospace GmbH

Entwicklungsingenieur (w/m/d) Avionik (System)

Überlingen
Diehl Aerospace GmbH

Technischer Projektleiter Verifikation (m/w/d)

Nürnberg
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Elektronik