Wearable Payment startet durch 12. Jan 2023 Von Elke von Rekowski

Bezahlen per Armband, Hemd oder Ring

Ein Start-up aus der Schweiz will das Bezahlen hierzulande vereinfachen. Statt eine EC-Karte oder Bargeld aus der Geldbörse zu ziehen, soll es künftig genügen, ein Schmuckstück, einen Jackenärmel oder einen Schlüsselanhänger über das Lesegerät zu halten. Doch wie bereit sind die bargeldaffinen Deutschen für diesen Trend?

Der Payment-Ring des Schweizer Tech-Start-ups Wearonize. Statt mit EC-Karte oder Bargeld sollen wir künftig mit ganz verschiedenen Wearables zahlen können. Ein Ring wäre da nur eine Möglichkeit des Smart Payment. Das würde auch die Schlange an der Supermarktkasse verringern helfen, so eine neue Studie der Deutschen Bundesbank, nach der das Bezahlen im Einzelhandel bisher am schnellsten mit dem Smartphone oder der Smartwatch funktioniert.
Foto: Wearonize

Der Zeitpunkt für das Bezahlen per Wearable scheint gut gewählt. Während der Corona-Pandemie haben sich bereits viele Menschen an die kontaktlose Zahlung gewöhnt und diese Art des Bezahlens hat deutlich an Bedeutung gewonnen. Laut einer jetzt veröffentlichten Studie der Deutschen Bundesbank funktioniert das Bezahlen im Einzelhandel am schnellsten mit dem Smartphone oder der Smartwatch. Eine Zahlung dauert damit durchschnittlich 14 s. Zum Vergleich: Eine Barzahlung nimmt durchschnittlich 18,7 s in Anspruch und eine kontaktlose Kartenzahlung dauert im Schnitt 19,3 s. Wenn die Eingabe einer PIN nicht erforderlich ist, verkürzt sich die Wartezeit bei Kartenzahlung auf rund 15,2 s, wird eine Authentifizierung mit PIN oder Unterschrift verlangt, verlängert sich der Bezahlvorgang auf durchschnittlich 23,3 s. Mehr als drei Viertel aller Kartenzahlungen erfolgen heute kontaktlos.

Wearables: Fehlt nur noch die Kaffeefunktion …

Bezahlen via Wearable soll sich etablieren

Eine Veränderung der Art und Weise, wie wir bezahlen, war lange überfällig. Davon ist Thorsten Röske, CEO der Wearonize AG, überzeugt. Das Start-up wurde 2019 in der Schweiz gegründet und bietet Lösungen für Wearable Payments an. Wearables sind den meisten vor allem durch Smartwatches und Fitnesstracker bekannt. Solche Gadgets messen die Körperfunktionen wie den Puls, kontrollieren den Blutzucker, weisen Joggern den Weg und informieren sie gleichzeitig über ihre Laufgeschwindigkeit oder Schrittlänge. Wearonize will dafür sorgen, dass sich Wearables auch als Zahlungsmittel etablieren.

Kein Akkuaufladen erforderlich

Das Prinzip ist einfach: Die passiven Wearables enthalten Chips. Sie funktionieren so wie die Chips in kontaktlos nutzbaren Karten und werden aktiv, wenn sie vor ein entsprechendes Lesegerät gehalten werden, das mit Near Field Communication (NFC) ausgestattet ist. Damit haben sie laut dem Start-up einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Smartphone oder der Apple. Passive Wearables, beispielsweise Schlüsselanhänger, Armbänder, Ringen oder Kleidung, brauchen weder Akkus noch Display oder Batterien. Dadurch müssen sie nicht regelmäßig aufgeladen werden und sind jederzeit einsatzfähig. Gleichzeitig wird für Anwender die Mitnahme einer Karte zur Zahlung überflüssig, sie bezahlen einfach über ihr Wearable. Als weiteren Vorteil sieht das Start-up die geringen Anschaffungskosten: Schlüsselanhänger seien bereits ab 30 € erhältlich.

Selbstoptimierung wird zum Teil des Alltags

Partnerschaften zu Banken und Herstellern

„Der Kern unserer Innovation liegt in unserem Marktplatz mit Tokenisierungs-Plattform und seinem einzigartigen Geschäftsmodell: Alle Marken, deren Produkte von uns mit Payment-Funktionalität ausgestattet wurden, werden automatisch Teil des Kataloges auf unserem Marktplatz“, so Röske. Banken können ihren Kundinnen und Kunden dann aus diesem Katalog eine Auswahl an Wearables anbieten. Das Unternehmen arbeitet zum Beispiel mit dem Uhrenhersteller Swatch zusammen und kooperiert nach eigenen Angaben mit 85 großen Banken. In 35 Ländern ist die Technologie bereits verfügbar.

Bezahlen per Wearable: Sicherheit berücksichtigen

Doch wie sicher ist das Bezahlen per Wearable? Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist das Bezahlen via NFC sehr sicher und das Abgreifen von sensiblen Zahlungsdaten fast unmöglich. Theoretisch ist es jedoch möglich, dass Angreifer diese Daten abschöpfen. Doch dazu müssten Betrüger zum Zeitpunkt der Transaktion räumlich sehr nah an ihr Opfer heran, betont das BSI. Genau das könnte jedoch durchaus passieren, wenn Menschen diese Bezahlmöglichkeit immer mit sich herumtragen und sich dessen nach einiger Zeit nicht mehr bewusst sind. Denn die Erklärung vom BSI, dass sich mehrere NFC-fähige Karten, die sich im Portemonnaie befinden, häufig gegenseitig (z. B. der neue Personalausweis oder eine Kreditkarte) blockieren, wird hier vermutlich nicht greifen. Mit der neuen und innovativen Bezahloption muss daher auch das entsprechende Sicherheitsbewusstsein der Trägerinnen und Träger einhergehen.

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