ROHSTOFFPRESIE 05. Jul 2019 Dennis Bastian Lesezeit: ca. 2 Minuten

Der bislang unterschätzte Batterierohstoff

Seit Jahresbeginn legte der Nickelpreis an der London Metal Exchange (LME) um rund 20 % auf ca. 15 200 $/t zu. Doch von seinem Allzeithoch im Jahre 2007 mit über 53 000 $/t ist er weit entfernt.

Foto: VDI nachrichten

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Damals führte das schwindelerregende Preisniveau dazu, dass Stahlproduzenten, die rund 70 % der weltweiten Nickelproduktion zur Herstellung rostfreier Stähle verwenden, nach Alternativen suchten. Fündig wurden sie beim Nickel Pig Iron (NPI), das eine günstige Alternative zum teuren raffinierten Nickel darstellte. Der Nickelpreis verfiel daraufhin und sank 18 Monate später unter 10 000 $/t. In der Folge wurden Nickelminen und Raffinerien geschlossen, da diese nicht mehr kostendeckend produzieren konnten.

Was den Produzenten von rostfreien Stählen freut, stellt sich nun als ein potenzielles Problem für die wachsende Elektromobilität heraus. Nickel ist eine wichtige Komponente in Lithium-Ionen Batterien. Dafür wird Nickelsulfat benötigt, das nicht wirtschaftlich aus NPI gewonnen werden kann. Hierfür sind andere Verarbeitungsanlagen notwendig, für deren Bau jedoch beim aktuellen Preisniveau die finanziellen Anreize fehlen.

Während in den letzten zwei Jahren der Batterieboom zu einem rasanten Preisanstieg von Batteriemetallen führte, allen voran Lithium und Kobalt, konnte der Nickelpreis bisher nur relativ wenig Dynamik daraus ziehen. Die Nachfrage nach Nickelsulfat für die Batterieproduktion wird aktuell durch die bestehende Produktion und aus den hohen Lagerbeständen bedient. Diese wurden aufgebaut, als durch den hohen Nickelpreis neue Minen- und Produktionskapazitäten auf den Markt kamen, die Nachfrage jedoch durch die Einführung von NPI sank. Sollten die Lagerbestände sinken und der Bedarf wie erwartet steigen, könnte dies signifikante Auswirkungen auf den Nickelpreis haben.

Der Autor ist Rohstoffexperte der Deutschen Rohstoff Agentur (DERA)

Die in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) ansässige Deutsche Rohstoffagentur (DERA) analysiert und bewertet für die Leser der VDI nachrichten die Preise der Basismetalle. Eigens hierfür hat die DERA einen Index gebildet. Ausgangspunkt für diesen stellt das Preisniveau vom April 2017 dar. Die DERA ist das rohstoffwirtschaftliche Kompetenzzentrum für die deutsche Wirtschaft. Die DERA berät deutsche Unternehmen bei der nachhaltigen sowie sicheren Rohstoffversorgung und informiert über Preis- und Lieferrisiken auf den internationalen Rohstoffmärkten.

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