Kohleausstieg 14. Feb 2022 Von Martin Boeckh

Energiewende: Grüne Wärme in Mannheim dank Vater Rhein

Wie ein Energieerzeuger und Abfallentsorger die Wärmewende schaffen will, das zeigt das Beispiel des Regionalversorgers MVV Energie aus Mannheim. Biomasse und Flusswärme sollen es richten und die Wärmeleistung des bestehenden Großkraftwerks Mannheim in Zukunft übernehmen.

Heutige Fernwärmeversorgung im Großraum Mannheim durch die MVV Energie AG.
Foto: MVV Energie

Der Kohleausstieg in Deutschland ist beschlossene Sache. Angesichts galoppierenden Energiepreise und Turbulenzen an den Strombörsen mehren sich die Skeptiker ob der Erfolgsaussichten, was den Ausstieg aus der CO2-Wirtschaft betrifft. Da schickt sich das Energieunternehmen MVV Energie AG aus Mannheim an, mit ehrgeizigen Zielen die Energiewende gar noch zu befeuern. „Mit unserem Mannheimer Modell wollen wir eines der ersten klimapositiven Energieunternehmen werden“, verkündete MVV-Vorstandsvorsitzender Georg Müller.

Die von Müller genannten Ziele sind mehr als ehrgeizig. Schließlich handelt es sich bei der Rhein-Neckar-Region um ein Gebiet, in dem das Großkraftwerk (GKM) mit seiner Kohlefeuerung zur Strom- und Fernwärmeproduktion eine zentrale Rolle spielt.

Energiewende bei der Wärme braucht viele Bausteine

MVV will bereits bis 2030 eine CO2-Reduktion von mindestens 80 % im Vergleich zum Jahr 2018 erreichen, und bis zum Jahr 2040 möchte man sogar „positiv“ im Sinne der CO2-Bilanzierung werden und der Atmosphäre mehr CO2 entziehen, als man dorthin emittiert. Dies soll zum Beispiel mit einer CO2-Abscheideanlage nach der Rauchgasreinigung der Müllverbrennungsanlage (MVA) geschehen. Dafür setzt MVV neben der Stromwende und dem damit verbundenen Ausbau erneuerbarer Energien vor allem auf die Wärmewende.

Versorger MVV bangt um Windkraft

Die Bausteine hierzu sind vielfältig: Nutzung der Abwärme der Müll- und Biomasseverwertung für die Fernwärme, die Klärschlammverbrennung, die Erzeugung und Nutzung von Biomethan, der Einsatz von Flusswärmepumpen (s. Kasten: Wärmepumpen kühlen den Rhein), die Gewinnung von Geothermie sowie die verstärkte Nutzung industrieller Abwärme.

Gretchenfrage der Energiewende: Was ist „grüne Wärme“?

Angebot wählen und sofort weiterlesen

  • Alle Beiträge auf vdi-nachrichten.com frei
  • 4 Wochen kostenlos
  • Monatlich kündbar

Oder werden Sie VDI-Mitglied und lesen im Rahmen der Mitgliedschaft Vn+.

Jetzt Mitglied werden
Ein Beitrag von:

Stellenangebote

Fachhochschule Kiel

W2-Professur für Nachhaltige Materialien und smarte Digitalisierung

Kiel
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Professur (W2) Cyber-physische Systeme in der Industrie

Nürnberg
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Professur (W2) Leichtfahrzeuge und Fahrzeugkonstruktion

Nürnberg
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Professur (W2) Umformtechnik und Simulation von Fertigungsprozessen

Nürnberg
Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Professur (W2) Schienenfahrzeugtechnik

Nürnberg
Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz

Ingenieur*in für Versorgungs- / Gebäude- / Energietechnik

Martinsried
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences

Professor:in für das Lehrgebiet "Entwicklung mechatronischer Systeme"

Esslingen am Neckar
Badische Stahlwerke GmbH

Projektleiter (m/w/d) Maschinenbau / Anlagenbau

Kehl
Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Professur für Nachhaltigkeit und Konstruktion (W2)

München
Aluminium Deutschland e.V.

Referent Technologie Forschung Standards (m/w/d)

Düsseldorf
Zur Jobbörse

Das könnte Sie auch interessieren

Empfehlungen des Verlags

Top 5 aus der Kategorie Energie