Neue Netze für die Energiewende 29. Jul 2021 Von Stephan W. Eder

Mehr als 100 Mrd. € für den Stromnetzausbau

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wies heute darauf hin, dass allein in die Stromnetze in Deutschland bis 2030 mehr als 100 Mrd. € investiert werden müssten. Das ginge nur, wenn Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Netzregulierung investitionsfreundlich ausgestaltet werden würde. Für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft hingegen bauen Fachleute auch darauf, bestehende Gasnetze umwidmen zu können.


Foto: panthermedia.net/ snvv

Um die Stromnetze fit für die Energiewende zu machen, seien in den kommenden Jahren enorme Investitionen notwendig, betont der BDWE heute. Allein in die Stromnetze an Land müssten bis 2030 bis zu 102 Mrd. € gesteckt werden – 55 Mrd. € ins Übertragungsnetz und 47 Mrd. € in die Verteilernetze.

Der Branchenverband verweist dafür auf Schätzungen der Bundesnetzagentur, die die Bonner Behörde bereits im Mai vorgelegt hat. „Wir brauchen die Netze für den Transport grünen Stroms, für eine erfolgreiche Verkehrswende sowie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung und Industrie“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. 

Unterschätzter Bedarf für Ausbau der Verteilnetze für Strom

Üblicherweise gilt der Blick beim Stromnetzausbau den großen Stromtrassen, den sogenannten Transportnetzen, die Strom landesweit verteilen. Neben den Transportleitungen bestehe aber auch erheblicher Um- und Ausbaubedarf bei den Verteilnetzen.

„Um einen ausreichenden Netzausbau sicherzustellen, müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und die Netzregulierung investitionsfreundlich ausgestaltet werden. Ohne die notwendigen Netzinvestitionen werden wir erhebliche Probleme bekommen, die 2030-Ziele zu erreichen“, mahnte Andreae.

Netzaufbau für die Wasserstoffwirtschaft profitiert vom vorhandenen Gasnetz

Als zweite große Säule neben dem Ausbau erneuerbarer Quellen für die Strombereitstellung gilt für viele die Wasserstoffwirtschaft. Auch hier gibt es einen Bedarf für einen Netzausbau, wie vor Monatsfrist im Rahmen des Online-Branchenkongresses „Hydrogen Dialogue“ der Nürnbergmesse deutlich wurde. Dieser Bedarf lässt sich allerdings nicht nur durch Neubau, sondern auch durch Umwidmung bisheriger Gasleitungen befriedigen. Ein entscheidender Vorteil. „Wir haben die ersten Gasleitungen, die für Erdgas nicht mehr betrieben werden müssen, aus dem Netz herausgenommen. Die können jetzt einer Wasserstoffinfrastruktur zugeführt werden“, sagte Markus Doll, Leiter Anlagen und Netzbetrieb bei der Bundesnetzagentur.

Das sehen auch Netzbetreiber so. „Es gibt eigentlich nur relativ wenig Lückenschlüsse, die man aufbauen müsste als Wasserstoffnetz, um eine geschlossene Wasserstoffinfrastruktur zu haben und um die Industriestandorte auch in Bayern und Ostdeutschland mit Wasserstoff zu versorgen“, erläuterte Tennet-Manager Peter Hoffmann. Das Unternehmen betreibt in Deutschland für die nordwestdeutschen Bundesländer, Hessen und Bayern das Stromtransportnetz, Hoffmann ist als Associate Director Energy System Planning verantwortlich für die Gesamtsystemplanung. Tennet will sich selbst in der Wasserstoffwirtschaft engagieren. Zusammen mit Thyssengas und Gasunie will der Netzbetreiber in Deutschland in einem großen Power-to-X-Projekt mehrere große Elektrolyseanlagen im niedersächsischen Diele aufbauen mit einer Elektrolyseurleistung von insgesamt 100 MW.

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