Umfrage: Was will Deutschland? 24. Mrz 2022 Von Stefan Asche

Woher die Energie künftig kommen soll

Die Mehrheit der Bundesbürger plädiert für eine Energieunabhängigkeit von Russland, wünscht sich mehr regenerative Quellen – und billigt eine verstärkte Braunkohleverstromung.

Rückkehr der Dinosaurier: Braunkohle wird plötzlich wieder salonfähig.
Foto: PantherMedia / kodda

Um den Druck auf die russische Regierung zu erhöhen, würden laut einer repräsentativen Befragung des Institute on Behavior & Inequality (Briq), gefördert von der Stiftung der Deutschen Post, mehr als zwei Drittel der hiesigen Bevölkerung einen Stopp von Energieimporten aus Russland unterstützen. Eine breite Mehrheit findet sich auch für weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Energieabhängigkeit. Zudem befürwortet ein Großteil der Befragten mehr Hilfen für die Ukraine und eine Integrationsperspektive für Geflüchtete. In der Frage nach weiteren Waffenlieferungen sind die Deutschen hingegen gespalten.

Renaissance von Kohle und Atomkraft

Knapp 70 % der 2000 Befragten gaben an, einen Importstopp für Gas, Öl und Kohle aus Russland zu unterstützen. Drei von vier Deutschen sind dafür, Vermögenswerte von Personen aus dem Umfeld Putins zu beschlagnahmen und damit die wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen für Deutschland abzufedern. Um die Abhängigkeit von Energieimporten nachhaltig zu reduzieren, sprechen sich 90 % für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien aus. Für den Übergang würden drei Viertel der Deutschen eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen Atomkraftwerke akzeptieren, 63 % eine vorübergehende Intensivierung des Braunkohleabbaus.

Tempolimit 100 km/h? Ja!

Darüber hinaus würde eine Mehrheit der Deutschen verschiedene Maßnahmen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs im Straßenverkehr unterstützen: 61 % der Befragten halten ein zunächst für sechs Monate geltendes Tempolimit von 100 km/h auf deutschen Autobahnen für vertretbar. Knapp mehrheitsfähig mit 53 % Zustimmung wäre auch die Wiedereinführung autofreier Sonntage. Vier von fünf Deutschen könnten sich zudem eine teilweise Verlängerung der Homeoffice-Pflicht vorstellen.

Gewünscht: Integration von Geflüchteten

Zusätzliche Waffenlieferungen an die Ukraine sehen allerdings viele Deutsche skeptisch, nur die Hälfte der Befragten wäre damit einverstanden. Politische Unterstützung für einen EU-Beitritt der Ukraine halten 56 % für geboten. Eine breite Rückendeckung von 70 % der Deutschen findet der Vorschlag, die Integration von Geflüchteten aus der Ukraine durch eine unbefristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erleichtern.

Ukraine-Krieg: Energiewirtschaft im Schleudergang

„Die Menschen in Deutschland sind offenbar zu einer echten Zeitenwende bereit und erwarten von der Politik jetzt entschlossenere Schritte in Richtung Energieunabhängigkeit“, sagt Briq-Direktor Armin Falk. „Auch alte Gewissheiten lösen sich angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf: Waffenlieferungen und längere Atomkraft sind für viele Grüne inzwischen ebenso vorstellbar wie für FDP-Wähler ein Tempolimit auf Autobahnen“, so der Bonner Verhaltensökonom.

Inwieweit dieses Stimmungsbild auch im „Ernstfall“ bestehen bliebe, ist offen: Wunsch und Wirklichkeit decken sich bekanntlich nur selten. Die Befragungsergebnisse sind online verfügbar.

Deutschland ginge auch ohne Russland die Energie nicht aus

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