Klimawandel und Gesundheit 21. Nov 2022 Von Bettina Reckter

Wie die Hitze auf den Körper schlägt

Wenn es zu heiß ist, streikt irgendwann der Organismus. Die direkten Beeinträchtigungen reichen von Atemwegserkrankungen bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt.

Erderwärmung und Luftverschmutzung lassen das Risiko steigen, an Atemwegsinfektionen und Allergien zu erkranken.
Foto: panthermedia.net/Andriy Popov

Hitze belastet den Körper schwer. Das Herz-Kreislaufsystem muss Höchstleistungen bringen, deshalb steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Außerdem erhöht sich die Gefahr, an Atherosklerose zu erkranken und Aneurysmen auszubilden oder einen Schlaganfall zu erleiden. Hitze verursacht zudem Atemwegserkrankungen wie Asthma; Luftverschmutzung und hohe Ozonkonzentrationen verschlimmern dies noch. Aufgrund des Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen steigt die Wahrscheinlichkeit von Nierenerkrankungen wie akuter oder chronischer Niereninsuffizienz. Studien zufolge verschlechtert sich die mentale Gesundheit, Aggressivität und Gewaltbereitschaft nehmen zu. Und für Schwangere steigt das Risiko von Frühgeburten; es kann zu einem geringen Geburtsgewicht des Kindes kommen oder gar zum Kindstod.

Gefährdete Bevölkerungsgruppen: Alte und Kranke besonders betroffen

Generell sind ältere Menschen über 65 Jahren, chronisch Kranke sowie Kinder von Klimaveränderungen besonders betroffen. Unter starker Hitze nimmt neben den Gesundheitsbeschwerden auch die Sterblichkeit zu. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit rund 250 000 zusätzliche Todesfälle auf das Konto des Klimawandels gehen. So sind beispielsweise in Deutschland in den Jahren 2003, 2006 und 2015 fast 20 000 mehr Menschen an den Folgen von Hitze gestorben, als es ohne Hitzewellen zu erwarten gewesen wäre, heißt es bei The Lancet Countdown in Europe, einem Zusammenschluss von 44 führenden Forschenden, der die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Klimawandel in Europa erfasst.

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