IT-Sicherheit 19. Jan 2022 Von Regine Bönsch

Allianz: Cyberattacken weltweit größte Gefahr für die Wirtschaft

Online-Erpressung ist ein Boomgeschäft für Kriminelle. Die Zahl der Cyberangriffe steigt stetig, und dementsprechend wachsen die Ängste in den Unternehmen.

Die größte Furcht von Unternehmen: 2022 sieht die Wirtschaft weltweit vor allem Cyberangriffe als das größte Risiko an. Das bestätitgt das Allianz Risk Barometer.
Foto: Panthermedia.net / sdecoret

Einen „groß angelegten Panzerangriff“ Russlands hält Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, für eher unwahrscheinlich. Viel eher erwartet der Experte einen hybriden Angriff, der dann von Cyberattacken und Propaganda in sozialen Medien dominiert werde, so Ischinger gegenüber dem WDR.

Cybergefahren sind im Jahr 2022 die größte Sorge für Unternehmen weltweit, das attestiert auch das heute veröffentlichte „Allianz Risk Barometer 2022“. Die Bedrohung durch Ransomware-Angriffe, Datenschutzverletzungen und IT-Ausfälle beunruhigt die Unternehmen. Und das sogar mehr als Geschäfts- und Lieferkettenunterbrechungen, Naturkatastrophen oder die Covid-19-Pandemie – Dinge, die Unternehmen im vergangenen Jahr stark beeinträchtigt haben.

Risikoanalyse durch Umfrage von Industrieversicherer

Der zur Allianz gehörende Industrieversicherer AGCS führt alle Jahre wieder seine Risikoanalyse durch. Im Herbst 2021 wurden 2650 Fachleute aus 89 Ländern befragt – darunter CEOs, Risikomanager, Makler und Versicherungsexperten. Dazu zählten auch über 1200 Führungskräfte großer Unternehmen mit mehr als 500 Mio. $ Jahresumsatz.

Laut dem „Allianz Risk Barometer 2022“ fürchten sich weltweit 44 % der Befragten vor Cybervorfällen, 42 % vor Betriebsunterbrechungen. Naturkatastrophen rangieren mit 25 % auf Rang drei; ein Jahr zuvor lagen sie noch auf Platz sechs. Der Klimawandel liegt auf Platz sechs mit 17 %. Der Ausbruch einer Pandemie fiel mit 22 % auf den vierten Platz zurück.

Cyberangriffe führen zu Betriebsunterbrechungen

Die zwei Hauptgefahren – Cyberangriffe und Betriebsunterbrechung – hängen in vielen Fällen zusammen, erläutert AGCS-Manager Jens Krickhahn. Sehr stark zugenommen habe in den vergangenen Jahren die Zahl der Ransomware-Attacken. Mithilfe von bösartiger Verschlüsselungssoftware legen Hacker Computernetze lahm, um anschließend für die Entsperrung hohe Summen zu erpressen.

Viel IT-Sicherheits-Know-how schützt nicht vor Hackerangriffen

Auch noch so gute IT-Sicherheitsvorkehrungen schützten nicht hundertprozentig gegen Hackerangriffe: „Die Unternehmen stecken sehr viel Geld in die Weiterentwicklung der IT-Sicherheit, aber dennoch stellen wir fest, dass Angreifer durchkommen und Unternehmen zum Teil auch enorm schädigen können“, sagte Krickhahn. Die AGCS lehnt im Bereich Cyber nach wie vor viele Versicherungsanträge von Unternehmen ab – an die Hälfte, so Krickhahn – auch wenn die Ablehnungsquote früher noch höher war.

In Deutschland rangiert Furcht vor Betriebsunterbrechungen auf Platz eins

Bei den 351 Teilnehmern in Deutschland sieht das Ranking im „Allianz Risk Barometer 2022“ etwas anders aus. Hier dominieren Betriebsunterbrechung (Platz 1 mit 55 % der relevanten Antworten), Cybervorfälle (50 %) und Naturkatastrophen (30 %). Größter Aufsteiger neben den Naturgefahren ist der Klimawandel (Platz 4 mit 21 %). Neu in den Top Ten ist das Risiko eines Produktrufes oder Serienfehlers, das auf Platz 9 rangiert (12 %). Die Sorge vor der Covid-19 oder einer anderen Pandemie treibt deutsche Unternehmen deutlich weniger um als noch 2021 (Platz 8 mit 13 %).

„Störungen des Betriebs werden wahrscheinlich auch 2022 das wichtigste Risikothema bleiben“, sagt Joachim Müller, CEO von AGCS, und fasst die diesjährige Befragung zusammen: „Für die meisten Unternehmen ist die größte Angst, ihre Produkte nicht herstellen oder ihre Dienstleistungen nicht erbringen zu können.“

Resilienz wird zum Wettbewerbsvorteil von Unternehmen

Im Jahr 2021 sei es – durch verschiedene Auslöser – zu Unterbrechungen in noch nie dagewesenem Ausmaß gekommen. „Lähmende Cyberangriffe, die Auswirkungen zahlreicher klimawandelbedingter Wetterereignisse auf die Lieferkette sowie pandemiebedingte Produktionsprobleme und Transportengpässe verursachten verheerende Folgen“, so Müller.

Dieses Jahr erwartet der CEO nur eine allmähliche Entspannung der Lage. Und er ist überzeugt: „Der Aufbau von Widerstandsfähigkeit gegen die zahlreichen Ursachen von Betriebsunterbrechungen wird zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.“

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